Geokosmetik – Erdkosmetik, typgerecht und vielfältig

Geokosmetik ist Erdkosmetik

Gaia, Ge oder Gäa sind in der griechischen Mythologie Bezeichnungen für die personifizierte Erde. Die Vorsilbe „geo“ kommt daher und setzt den Begriff, dem sie vorgeschrieben wird, in Bezug zur Erde. Geowissenschaften sind demzufolge die, die sich mit der Erde beschäftigen. Ganz nebenbei: die Buchstaben geo sind die selben wie in ego – und um das geht es hier schließlich. Auch der Begriff Kosmetik lässt sich in das Altgriechische zurückverfolgen: „kosmetikos“ kommt laut Wikipedia vom Verb „kosmeo“, das mit „ordnen“ oder „schmücken“ übersetzt werden kann. Unter Kosmetik versteht man demnach alle Maßnahmen, die der Schönheit des menschlichen Körpers dienen.

Geokosmetik ist so gesehen „Erdkosmetik“. Die Kosmetik also, die die Menschen dieser Erde betreiben, um schön(er) zu werden oder schön zu bleiben. Wobei das Verständnis von Schönheit unterschiedlich ist.

Schöne Haut ist ein erstrebenswertes Ideal, steht glatte, ebenmäßige und makelfreie Haut doch für Attribute wie Schönheit, Gepflegtheit, Erfolg, Gesundheit und Jugendlichkeit. Doch schöne Haut ist nicht gleich schöne Haut: Was wir Europäer als schöne Haut empfinden, sonnengebräunten Teint beispielsweise, sieht man in Asien gar nicht gern. Es gibt offensichtlich regional unterschiedliche Schönheitsideale. Ein Grund, warum Geokosmetik als Wissensschaft ihren Platz hat.

Geokosmetik – verschiedene Mittel und Wege zur Schönheit

Kosmetika werden seit Ewigkeiten benutzt, um dem angestrebten Schönheitsideal gerecht zu werden. Das deutsche Wort „Schönheitsmittel“ wurde noch lange Zeit benutzt, während sich vor allem in und über Frankreich schon das Wort „cosmétique“ durchgesetzt hatte. Das Repertoire der Kosmetika dient heute verschiedenen Zwecken:

  1. Hautpflege und Hautschutz
  2. Zahn- und Mundpflege
  3. Haarpflege
  4. Dekoration
  5. Steuerung des Körpergeruchs

Jedes Jahr überfluten Tausende neue Kosmetikprodukte den aus Verbrauchersicht ohnehin vollen Kosmetikmarkt. Neue Wirkstoffe, neue Wirkstoffkombinationen, neue Applikationsmöglichkeiten, neue Verpackungen – die Hersteller haben offensichtlich viele Gründe, Bewährtes als neu oder tatsächlich Neues zu verkaufen. Die Übersicht hat längst keiner mehr. Nicht zuletzt unterliegt Kosmetik, insbesondere die dekorative Kosmetik, dem Diktat der Mode. Noch ein triftiger Grund für Neues.

Geokosmetik – zielgruppengerechte Kosmetik, die mehr als den Hauttyp berücksichtigt

Lange Zeit scherten die Hersteller die Verbraucher dieser Welt buchstäblich über einen Kamm. Sie strebten eine internationale Karriere für ihre Produkte an, ganz nach dem Motto „eine Creme für alle“ (bekanntes Beispiel: Nivea). Dabei nahm man Rücksicht auf den Hauttyp, der – und das ist Fakt – von  Mensch zu Mensch variiert. Hauttypgerechte Pflege ist nach wie vor ein großes Ziel, sowohl für Hersteller als auch für Verbraucher.

Allerdings werden Haut und Haare in unterschiedlichen Regionen dieser Welt von den dort ansässigen Menschen auch verschieden gewaschen, gepflegt oder geschmückt, gemeint ist: mit dekorativer Kosmetik geschminkt. Die Gemeinsamkeiten im Reinigungs-, Pflege- und Dekorationsverhalten sind hauttypübergreifend. Diese Verhaltensmuster (Geokosmetik-Daten) werden inzwischen permanent beobachtet, ausgewertet und für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Kosmetik herangezogen. Geokosmetik ist hier nicht mehr nur Wissenschaft mit dem Ziel der Erkenntnis sondern Programm.

Geokosmetik = Ethnokosmetik?

Andere sagen statt Geokosmetik auch Ethnokosmetik, weil die Zielgruppen sich ethnisch definieren lassen. Und das wiederum ist ein bewährtes Marketing-Instrument: Ethno-Marketing  sieht ein spezifisches Konsummuster in ethnisch definierten Zielgruppen, die sich entsprechend gezielt mit Werbung und Infotainment ansprechen lassen, um eine Nachfrage zu initiieren beziehungsweise die Nachfrage so vorzuformulieren, dass sie von der Zielgruppe als selbstproduziert verstanden und reproduziert wird.

Geografisch teilt man die Kosmetiklandschaft grob dann auch recht traditionell in Europa (Okzident), Nordamerika, Südamerika, Asien, Arabien (Orient) und  Afrika ein. Geokosmetik bedient die vorherrschenden Schönheitsideale der entsprechenden Zielgruppen.

Geokosmetik – mein Thema: Weil wir voneinander lernen können!

Ich betrachte die Welt offen und neugierig. Und ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Auch in Bezug auf mein Kosmetikwissen. Dank meiner Arbeit als bioaffine Beauty-Journalistin ist Kosmetik mein täglich Brot oder besser gesagt: daily business. Ich bin Insiderin. Ich sammle insbesondere Informationen zu Geokosmetik, denn ich glaube, dass der Austausch darüber allen zum Vorteil werden kann.

Als Journalist bin ich ein Dienstleister. Ich liefere Informationen. Und mit meiner Geokosmetik-Serie auf meinem Blog gewähre ich interessierten Besuchern, Männern wie Frauen, Einblicke in andere Badezimmer. Wobei ich stets versuche, meine persönlichen, sozusagen: hautnahen Erfahrungen, einzubringen. Ich öffne also auch meine Badezimmertür.

Ich habe zum Beispiel von den Arabern gelernt, dass Wasser nach der Toilette am hautschonendsten und gründlichsten reinigt. Von den Finnen habe ich meine Lunette, eine Menstruationskappe, die eine ökologische Alternative zum Müllberg darstellt, den ich bisher mit meinem Verbrauch an Monatshygieneprodukten (Tampons & Co.) produzierte. Von den Asiaten habe ich mir das alltägliche Gesichtspflegeritual (Waschen, Reinigen, Pflegen, Schützen) abgeschaut, das ich diszipliniert morgens und abends anwende.

Und wofür das alles? Ganz klar, für Schönheit, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Für Wohlbefinden. Für Wohlgefühl in der eigenen Haut. Für Gesundheit, die auch Hautsache ist. Und für Verständnis für einander. Geokosmetik ist Erdkosmetik und ich bin Teil davon. Ich freue mich auf Euer Wissen zu Geokosmetik, Eure Erfahrungen, Eure Schönheitsrituale.

Zeichnung: „So badet die Welt“, Doreen Brumme, 2013

 

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