Liposome Creme

Liposome in Hautcreme: Laut neuer Studie wirkungslos!

Liposome werden uns Verbauchern seit langem in Hautcreme & Co. als Zutat mit dem Versprechen verkauft, dass Liposome nährende oder verschönernde Wirkstoffe in die Tiefen der Haut transportieren können, als sogenannter Wirkstoffcarrier, so dass sie dort für mehr Feuchtigkeit, Elastizität und somit für weniger Falten sorgen. Auf der Zutatenliste der Kosmetika (INCI) findet man Liposome unter dem Begriff „phospholipids“. Doch wirken Liposome in Anti-Faltencreme und Feuchtigkeitscreme als solch ein Transportmittel tatsächlich?

Liposome scheitern an der Haut! Aus für Karriere als Wirkstoffcarrier!

Eine Studie belegt jetzt, dass Liposome diesen Job nicht erfüllen: Liposome gelangten laut Professor Luis A. Bagatolli, der die Studie am Department of Biochemistry and Molecular Biology an der University of Southern Denmark durchführte, gar nicht erst in die tieferen Hautschichten , weil sie bereits bei Kontakt mit der Hautoberfläche zerfielen. Demzufolge würden sie ihrer Transporterfunktion gar nicht gerecht: „Unsere Studie zeigt, dass Liposome in dem Moment zerfallen, in dem sie die Hautoberfläche berühren – oder unmittelbar danach. Liposome können nicht in tiefere Hautschichten eindringen“, sagt der Professor.

Wichtig: Die Forscher in Dänemark haben mit ihrer Studie belegt, das Liposome an der Hautbarriere scheitern, damit ist jedoch nicht belegt, dass Wirkstoffe in Cremes wirkungslos seien, es bestünde nach wie vor die Möglichkeit, dass diese es aus eigener Kraft in die tieferen Hautschichten schafften. Allerdings hat man einst ja die Liposome als Transportmittel für die Wirkstoffe eingeführt – viel Arbeit liegt noch vor den Forschern, meine ich.

Haut macht Superjob: Natürlicher Hautschutz lässt Liposome nicht eindringen

Wer jetzt denkt, was für eine Verschwendung, schließlich habe man doch jahrelang für die Liposome in Pflegeprodukten wie Creme oder Bodylotion viel Geld ausgegeben, in der Hoffnung, damit etwas für schönere Haut zu tun, dem sage ich: Die gute Nachricht ist, dass unsere Haut einen Super-Job macht!

Herkömmliche Methoden lieferten keine sichere Aussage zur Transportfähigkeit von Liposomen

Bisherige Forschungsergebnisse sprachen sowohl für die Transportfähigkeit der Liposome – und wie in der Wissenschaft häufig – als auch dagegen. Weder die einen, noch die anderen Wissenschaftler konnten ihre Ergebnisse überzeugend belegen. Man hatte beispielsweise Liposome gefärbt und anschließend gemessen, wie tief in die Haut die Farbe eingedrungen war. Doch wenn man die Liposome zum Beispiel außen rot und innen grün färbe, und dann schaue, wo die Farben zusammen in der Haut landeten, bedeute dies nicht, so Bagatolli, dass die Liposome intakt seien.

„Es könnte auch sein, dass die Liposome zerfallen sind und die beiden Farben ihren eigenen Weg in die haut fanden und dann wieder zusammenfanden. Herkömmliche Technologie erlaubte bisher nur zu sehen, dass beide Farben an der selben Stelle waren“, zitiert das Onlineportal Scienseordic Professor Bagatolli.

Dänische Studie belegt Zerfall der Liposome auf der Hautoberfläche erstmals mit Raster Imaging Correlation Spectroscopy (RICS)

Sein dänisches Team habe demnach nicht danach geschaut, wo die Farben landeten, sondern wie die Farben dorthin kämen. Reisten beide Farben zusammen, spräche das dafür, dass das Trägerliposom intakt sei. Andernfalls spräche das dafür, dass das Liposom zerfallen sei. Um diese Annahme zu überprüfen, nutzten Professor Bagatolli und sein Team die sogenannte Raster Imaging Correlation Spectroscopy (RICS). Laut Aussage des Proffesors sei dies das erste mal, dass die Fähigkeiten von Liposomen auf diese Weise untersucht wurden.

„Wir fanden heraus, dass sich die beiden Farben in entgegengesetzte Richtungen bewegten. Sie reisten nicht Hand in Hand, was zeigt, dass das Liposom nicht intakt geblieben ist. Es zerfällt und seine Inhalte verbreiten sich sobald – oder kurz darauf – das Liposom in Kontakt mit der Hautoberfläche kommt“, fasst Bagatolli die Studienergebnisse zusammen. Demnach konnte auch belegt werden, dass alle intakten Liposome nicht tiefer als vier Mikrometer in die Hautoberfläche eindringen konnten.

Foto: Doreen Brumme

 

 

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