Sonne Wind und Wärme: das sind die Erneuerbaren

Die Suche nach Erneuerbaren – online und offline

Manchmal wird es einem wahrlich nicht leicht gemacht, sein Leben mit Rücksicht auf sich selbst, auf andere und die Umwelt zu führen. Während es immer mehr tolle Online-Angebote für umweltfreundliche Kosmetika oder die Online-Abo-Kiste vom Biobauernhof aus der Region gibt, scheint sich die regenerative Heizungsbranche schwer zu tun, den Kunden im Internet gezielt abzuholen. Und da ich quasi immer online bin, suche ich natürlich im Web zuerst. Doch sucht man nach einem Experten für eine Solaranlage, eine Holzpelletheizung oder eine Erdwärmepumpe, so trifft man zwar auf viele Infos, aber nur auf wenige Anbieter.

Google führt nicht immer ans Ziel

Früher gab es das gute alte Telefonbuch. Da hätte man dann rumgeblättert und die Einträge unter „Sanitär“ oder „Heizungsbau“ abtelefoniert. Das ginge heute natürlich auch noch. (Ich ignoriere jedoch seit Jahren die Papierklumpen bei der Post.) Aber einfacher und für mich selbstverständlicher ist die Google-Suche. Gibt man hier allerdings „Solaranlage“ und „Hamburg“ ein, so kommen eine Menge Treffer, aber die wirklichen Anbieter findet man nur auf den Folgeseiten oder mit viel Glück in den Google Places. Das sind die Suchergebnisse auf der ersten Seite, die mittig mit Angabe einer real existierenden Adresse erscheinen. Ganz hilfreich, wenn man vor Ort etwas sucht. Nicht hilfreich, wenn man sich vielleicht von mehreren Anbietern ein Angebot erstellen lassen möchte und viele „normale Heizungsanbieter“ die breite Palette an erneuerbaren Heizungstechniken vielfach gar nicht anbieten. Dann kann es schon ein bisschen länger dauern, bis man mehrere passende Adressen gefunden hat.

Spezielle Online-Branchenbücher helfen weiter

Hilfreich können daher auf Erneuerbare Energien spezialisierte Online-Branchenbücher sein. Hier sind die Einträge bereits auf ein Themenfeld wie Energieberatung, Solaranlagen oder regenerative Heizungssysteme vorsortiert und man kann bequem tiefergehend nach gewünschtem Hersteller oder Nähe zum Ausführungsort differenzieren. Nun allerdings stellt sich mir die Frage, wie aktuell die Einträge eigentlich sind: Viele dort gelistete Unternehmen sind nämlich Karteileichen oder wurden nur von anderen Branchenbüchern kopiert. Wirklich gepflegte Verzeichnisse mit aktueller Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Anbieters gibt es daher gar nicht so viele, da die Pflege der Daten jede Menge Zeit und Geld kostet. Das ist übrigens eine branchenübergreifende Erfahrung, die ich gemacht habe.

Zwei empfehlenswerte Portale, die so etwas bieten, sind heizungsfinder.de oder solaranlagen-portal.com. Beide Portale werden von der DAA GmbH aus Hamburg betrieben, die sich auf die Anfragevermittlung im Bereich Erneuerbarer Energien spezialisiert hat.

Fünf kostenlose Angebote anfordern – das klingt verlockend

Die DAA GmbH wie auch andere Portale bieten noch einen weiteren Service an: „Hier erhalten Sie bis zu fünf kostenlose Angebote“. Das klingt natürlich verlockend. Doch halten die Anbieter auch was sie versprechen? Ich habe das getestet und jeweils eine Anfrage bei beiden Portalen gestartet. Einmal ging es um eine neue Wärmepumpe und einmal um eine Photovoltaikanlage. In beiden Fällen haben sich ziemlich schnell jeweils zwei Firmen gemeldet, die mir telefonisch Auskunft zu den Kosten geben konnten. Dann folgten nach ein paar Tagen weitere zwei Firmen, die ebenfalls Interesse an meiner Anfrage hatten. Letztlich sind so zwar nicht wie beworben ganze fünf Angebote pro Portal zustande gekommen. Doch immerhin haben sich jeweils drei auf die jeweilige Anfrage spezialisierte Firmen gemeldet. Das kann man durchaus als Erfolg verbuchen, meine ich. Zeitgleich habe ich zudem von der DAA immer eine E-Mail bekommen, an wen meine Anfrage weitergeleitet wurde. So wusste ich eigentlich immer, wer mich als Nächstes anrufen würde. Auch kein schlechter Service für Leute wie mich, die immer unterwegs sind und deren Handy dann mitten an der Schlange vor dem Supermarkt klingelt.

Fazit: Auch einen Offline-Blick vor die Haustür werfen

Auf meiner Suche nach Erneuerbaren Energien habe ich eines festgestellt: Wenn man im Internet unterwegs ist, sollte man bei den ganzen Informationen, die einem geboten werden, nicht alles glauben, was einem da so erzählt wird. Letztlich versuchen die Allermeisten nur, das eigene System zu bewerben. Daher bietet es sich an, sich zunächst auf neutralen Webseiten wie das Blog Ecoquent Positions, für das ich seit kurzem auch blogge, zu informieren. Erst dann sollte man eine Anfrage in einem spezialisierten Branchenbuch starten. So kann man im Vorwege bereits Systeme ausschließen, die unter Umständen im eigenen Haus gar nicht einsetzbar sind – und man kann sich dann gezielt auf die Anbieterauswahl konzentrieren. Trotz der gut funktionierenden Branchenbücher wie die der DAA sollte man aber auch immer mal einen Offline-Blick vor die Haustür werfen. Es kann nämlich gut sein, dass auch der Heizungsbauer vor Ort ein gutes Angebot machen kann, ohne im Internet vertreten zu sein.

Foto: Doreen Brumme

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