Deo – herkömmlich oder bio?

Es gibt ein, zwei, drei Pflegeprodukte, ohne die ich nicht auskäme. Dazu zählt ein Deo. Seit Jahren benutze ich Produkte von Rexona und bin bis auf wenige schweißtreibende Ausnahmen ganz zufrieden damit. Selbstverständlich beunruhigen mich die immer mal wieder aufkommenden Nachrichten über die gesundheitlichen Gefahren, die von herkömmlichen Deos ausgehen sollen: Vor allem die oft in Deos enthaltenen Aluminiumsalze (Aluminiumchloride, kurz: AICI) wecken meine Besorgnis.

Warum enthalten Deos Aluminiumsalze?

Aluminiumsalze stecken im Deo, um die Ausgänge der Schweißdrüsen zu verengen, so dass der Schweißfluss gemindert wird. Im Fachjargon nennt man diese schweißhemmende Wirkung auch: adstringierend. Weniger Schweiß = weniger Geruch, lautet die Gleichung der Deo-Hersteller.

Und die geht auf: Der an sich farb- und geruchlose Schweiß tritt aus den Poren unserer Haut und wird dann von den dort zu Millionen angesiedelten Bakterien verstoffwechselt. Sie zersetzen den Schweiß, ernähren sich davon und hinterlassen Reststoffe, die den typischen, unangenehmen Schweißgeruch verströmen.Tritt weniger Schweiß aus den Poren, haben die Bakterien weniger zu zersetzen, so dass auch weniger Schweißgeruch entsteht.

Gut zu wissen: Auch die Zahl der Bakterien spielt bei der Schweißbildung eine Rolle. Je mehr Bakterien ihr Werk tun, desto schneller und intensiver bildet sich der Geruch. Die Zahl der Bakterien lässt sich übrigens in Schach halten, in dem man für glatte haarlose Haut sorgt, denn ein üppig wuchernder Haarbüschel unter den Achseln beispielsweise bietet den Bakterien eine größere Siedlungsfläche als eine enthaarte Achsel. Doch zurück zu den Deos:

Wie gefährlich sind Aluminiumsalze in Deos?

Auch wenn nicht bewiesen ist, dass die Aluminiumsalze im Deo tatsächlich Brustkrebs oder Demenz (die Rede ist oft von Alzheimer) auslösen, so ist der dahinzielende Verdacht doch beängstigend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab diesbezüglich zwar schon im Jahr 2007 Entwarnung: Demnach sehe das BfR keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher durch eine Aluminiumaufnahme aus Lebensmittelbedarfsgegenständen und kosmetischen Mitteln. Doch die Forschung zur Wirksamkeit von Alu gehe weiter.

Bewiesen ist dagegen bereits, dass die Aluminiumsalze die Haut reizen können: Sie reagiert gegebenenfalls mit Rötungen, Juckreiz oder Brennen. Sogar Exkzeme können sich entwickeln: das sogenannte Deo-Ekzem. Noch schlimmer: Der Körper kann allergisch auf das Deo reagieren.

Alternative zu Deos mit Aluminiumsalzen

Um auf Nummer Sicher zu gehen, dass ich meinen Körper nicht unnötig mit Aluminumsalzen – Aluminium steckt ja auch natürlicherweise in einigen Nahrungsmitteln, in Trinkwasser oder Medikamenten – belaste, weil ich tagtäglich ein Deo benutze, das wegen seiner Funktion als Antiranspirans laut Rexona „Aluminium Chlorohydrat oder eine ähnliche Aluminiumverbindung“ als Wirkstoff enthält, könnte ich auf ein Produkt ohne Alu umsteigen. Davon gibt’s eine ganze Reihe: Eine Liste mit aluminiumchloridfreien Deos findet man beispielsweise hier oder auf der Internetseite der Frauenzeitschrift „Brigitte“. Auch auf Utopia.de gibt es eine Liste „Das beste Bio-Deodorant“, die zudem noch mit einem Bewertungssystem (Sternchen) verbunden ist, über das Verbraucher ihre Einschätzung zum Bio-Deo abgeben können.

Doch ganz so einfach ist das offensichtlich auch nicht mit der Deo-Alternative. Zumindest nicht, wenn man so ein Nasenmensch wie ich ist. Ich habe nämlich panische Sorge, zu riechen: Aus allen Löchern oder nur aus einem … Deshalb scheue ich mich vor einem Wechsel meines Deos. Allein ein Stinketag ist ein Greuel in meiner Vorstellung. Ich mag übrigens auch Parfüm nicht so sehr. Ich hinterlasse am liebsten gar keine Duftwolke …

Und die Umstellung von herkömmliches Deo auf Bio-Deo ist nun einmal eine systemische Umstellung. Die leider Gottes auch mit Stinkephasen verbunden sein kann, wie Utopia.de anschaulich erklärt: Der Körper brauche demnach bei der Umstellung von Chemiecocktail auf Natur eine Zeit, bis er wieder „normal“ transpiriere und das Bio-Deo entsprechend wirke. Der Klassenwechsel, der tatsächlich der von Antitranspirans auf Deodorant ist, könne laut Utopia-Artikel schon mal zwei Wochen dauern. Na toll! Ich bin dann mal für zwei Wochen weg …!

… und melde mich wieder …

Last but not least: Noch mehr Gründe für den Umstieg auf Bio-Deo

Neben dem Verzicht auf Aluminiumsalze spricht für ein Bio-Deo auch, dass dessen Hersteller auf

  • petro-chemische Stoffe verzichten, die als Emulgatoren beispielsweise die Haut durchlässiger machen, also ihren natürlichen Hautschutz schwächen, so dass Schadstoffe schneller in den Körper gelangen könnten. Außerdem enthalten Petrochemikalien mitunter Spuren krebserregender Stoffe.
  • synthetische Duftstoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe verzichten, die Hautreizungen und Allergien fördern können.

Was mir gefällt: Viele der Bio-Deos sind nicht nur hautgesünder sondern auch vegan!

Foto: Doreen Brumme

 

 

x geteilt

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.