Biosünde Halloween

Bio-Sünde: Halloween-Kürbis

Ich schreib’s schon mal vorweg: Ich mag Halloween nicht. Ganz. Und. Gar. Nicht. Ich habe zu dem Fest am Vorabend von Allerheiligen nie einen Bezug vermittelt bekommen und suche ihn selbst auch nicht. Und ich vermittele ihn auch nicht an meine vier Kinder. Kurz: Für mich ist Halloween ein Ereignis, auf das ich gut und gerne verzichten kann.

Warum Halloween nicht liebenswert ist

Und weil ich an Halloween nichts Gutes finde, suche ich nach dem Schlechten. Also dem noch schlechteren als:

  • das nervige Geklingel Süßigkeiten erbettelnder Kinder und kindischer Erwachsener, das bis in den späten Abend hinein ertönt
  • die ekligen Verschmutzungen mit Rasierschaum, Eiern, Tomaten und Wasweißichnoch, die morgen früh von der Verjagung der bösen Geister an Halloween zeugen werden
  • die Unmengen klebriger Süßigkeiten, die durcheinander in vor allen Kindermägen landen
  • die Unmengen geschmackloser Gruseligkeiten und gruselig wirken sollenden Geschmacklosigkeiten, die allerorts zu sehen sind.

Bio-Sünde Halloween-Kürbis

Und als Bio-Bloggerin finde ich selbstverständlich etwas noch Schlechteres an Halloween. Die Verschwendung unzähliger Kürbisse. Ähnlich wie ein Weihnachtsbaum, dienen die Halloween-Kürbisse der Dekoration. Sie werden üblicherweise schon Tage vor Halloween ausgehöhlt, mit Gesichtern versehen (Schnitzen) und so zu Leuchtköpfen gemacht, die dann aufgestellt werden. Zur Tradition der Kürbisse als Halloween-Leuchtköpfe habe ich hier in meinem Artikel „Halloween: Von Kürbisköpfen, Kürbissuppe und Kürbiskernen“ schon mal ausführlich geschrieben. Wie einen Weihnachtsbaum empfinde ich den Halloween-Kürbis als Bio-Sünde. Wobei ich einschränke, dass ich diejenigen, die einen essbaren Kürbis zum Basteln aushöhlen und seine Innereien nicht wegwerfen, sondern das Kürbisfleisch und die Kürbiskerne zu Speisen verarbeiten und diese dann auch tatsächlich essen, von diesem sündhaften Vergehen freispreche.

Ich habe keine Ahnung, wie viele Kürbisse jedes Jahr an Halloween als Laterne aufgestellt werden und dann kurz danach in den Müll wandern. Ich denke, es sind zig Millionen. Hier habe ich eine tolle Grafik gefunden, die zumindest Zahlen für Großbritannien und die USA bereit hält: Demnach wurden in beiden Ländern in 2012 18.952 Tonnen Kürbis während der Halloween-Saison verkauft. Das Gewicht / die Menge entspreche der Grafik zufolge: 41 Millionen Kürbis-Puddings, 430 Millionen Fledermäusen oder 223 Millionen Vogelspinnen.

Für das heutige Halloween gab’s in Großbritannien Warnungen davor, dass die Kürbisse knapp werden könnten. Schuld an der Kürbis-Knappheit sei das nasse Wetter. Hunderttausende Kürbisse verrotten auf den Feldern. 10 Millionen Kürbisse gäbe es jährlich auf Großbritanniens Feldern, aus 95 Prozent würden Kürbis-Laternen gebastelt, schreibt der Guardian.

Teures, teures Halloween

Und wo wir schon bei den Millionen sind: Deutsche Eltern geben im Schnitt pro halloweenschem Kindskopf 24,91 Euro aus, um den Sprössling für die Bettelei standesgemäß zu verkleiden. Wie die Ausgaben für Halloweenkostüme von Bundesland zu Bundesland auffällig schwanken, hat der Stern hier in einer Grafik anschaulich verdeutlicht. Insgesamt geben die Deutschen mittlerweile 200 Millionen Euro für Halloween aus, schreibt n24.de.

Kinderstreiche an Halloween? Wann haften die Eltern für Schäden?

Übrigens soll laut dem Stern jedes zweite Kind an Halloween losziehen, um bei den Nachbar Süßes zu fordern und Saures anzudrohen. Gut zu wissen in diesem Zusammenhang: Nicht alle Streiche, die saure Kids anschließend spielen, wenn man ihnen Süßes verweigerte, sind Kavaliersdelikte. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltsverein (DAV), Eva Becker, klärt in diesem Beitrag auf, wann Eltern für die Streiche haften.

Was tun, wenn Halloween klingelt?

Ich wohne in einem Haus mit vielen Mietparteien. Und leiste des Öfteren Nachbarschaftshilfe:

  • ich nehme täglich Post für Nachbarn an, denn sämtliche Postboten und Paketboten und Bio-Kisten-Lieferanten wissen, dass ich zu Hause bin (weil ich im Home-Office arbeite) und klingeln bei mir, wenn der Adressat von Päckchen, Paket oder Bio-Kiste nicht öffnet
  • ich helfe einer alten Nachbarin im Alltag, im Haushalt und kaufe für sie ein
  • ich leiste Erste-Hilfe, wenn sich der Nachbar, der nebenbei Fahrräder repariert, blutig verletzt.

Kurz: Wenn’s klingelt, öffne ich die Tür. Ich könnte heute wider meiner Gewohnheit handeln und mich und die Meinen komplett totstellen. Das hieße: Im Dunkeln schweigend verharren. Über Stunden! Geht gar nicht. Zumindest nicht mit dem Baby. Schade.

Ich werde also die Tür öffnen. Doch bitte, liebe Halloweener, rechnet mit dem Schlimmsten: Von mir gibt’s dieses Jahr nur Saures!

Foto: Doreen Brumme

 

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