CO2 Fußabdruck von Pizza und Pasta

Wie groß ist der CO2-Fußabdruck von Pizza, Pasta und Pommes?

Gestern bei uns am Abendbrottisch. Anwesende: Wir Eltern, die vier Kinder und Oma. Beim Schmieren der Schulbrote fragt mein Sohn, 8: „Mama, wieso gibt’s heute keine Butter drauf?“ Bevor ich antworten kann, sagt meine Tochter, 10: „Wieso? Das ist doch welche!“ Darauf meine kleine Tochter, 5: „Aber das ist doch keine Butter! Das ist M-A-G-E-R-I-N-E!“ Mein Sohn: „Wieso mager-R-I-N-E? Wird man davon magerkrank?“ Und zu mir: „Mama, Du hast meine Frage nicht beantwortet! Warum gibt’s heute keine Butter?“ Bevor ich antworten kann, ich komme überhaupt nicht zu Wort!, sagt Oma: „Also ich kaufe immer Butter. Es geht doch nichts über ein Stück gute Butter!“ …

„Doch, Oma“, sage ich, „Margarine!“

Alle schauen mich an: „Wieso?“ Ich hole tief Luft und sage: „Weil Margarine umweltfreundlicher ist.“

Oma antwortet als Erste: „Aber der Geschmack …“ Doch schon unterbrechen die beiden Mädchen sie unisono: „Mir schmeckt Magarine!“ Oma versucht’s nochmal: „Ich mag Butter lie…“, wird aber von meinem Sohn übertönt: „Ich auch. Ich mag Butter.“ Darauf ich: „Wir kaufen ab jetzt aber nur noch Pflanzenmagarine. Die hat einen viel kleineren CO2-Fußabdruck als Butter“ Drei fragende Kinderaugenpaare starren mich an: „Einen was …?“ „Was ist CO2, Mama?“ –

„CO2-Fußabdruck“, will ich gerade erklären, „ist quasi die Spur, die wir Lebewesen beim Verbrauch der Natur hinterlassen. Und eine Kuh, die ja die Milch für die Butter liefert, verbraucht ganz besonders viel Natur dafür …“, da ruft mein Sohn dazwischen: „Mama, du bist doch mal in einen frischen Kuhfladen getreten, da hattest Du auch einen schönen Fußabdruck von der Kuh, oder…?“ Oma lacht, Papa lacht, ich lache, alle lachen, sogar das Baby lacht, das gerade einen seiner ersten klitzekleinen Brotwürfel mit Margarine in der 6-Zahn-Schnute hat, … und ich beende das Thema mit den Worten: „Über den CO2-Fußabdruck reden wir morgen noch mal!“

Ein kurzes Erklärvideo zum CO2-Fußabdruck kommt hier (Quelle: Youtube):

Mama, wie viel CO2 steckt in Butter und Margarine?

Und so kommt’s, dass ich jetzt hier sitze und diesen Artikel schreibe. Die Recherche zum CO2-Gehalt von unseren Lebensmitteln macht mich fit für die neugierigen Kinderfragen nachher. Zunächst frage ich mich, wie viel Butter oder Margarine wir eigentlich so verzehren. Die Antwort ist schnell gefunden: Im Jahr 2013 aß jeder Deutsche etwas über sechs Kilogramm Butter. Diese Zahl weist eine Statistik des Portals Statista.de aus. Derselben Quelle zufolge stehen dem Butterkonsum im Jahr 2012 4,9 Kilogramm Margarine gegenüber. Wobei die Deutschen der Statistik nach seit den 1970er-Jahren (1970 lag der Margarinekonsum bei 8,9 Kilogramm pro Kopf) immer weniger Margarine essen.

agrarheute.com berichtet, dass wir Verbraucher insgesamt weniger Butter und Margarine kaufen, wobei der Rückgang der Nachfrage nach Margarine besonders auffällig sei und die Nachfrage nach Butter in 2012 sogar leicht gestiegen sei.

Ich finde hier folgende CO2-Angabe für Butter: Pro Kilogramm Butter werden 23,8 Kilogramm des Treibhausgases CO2 emittiert. Aber mit so einer abstrakten Zahl kann kein Kind etwas anfangen. Da hilft schon eher ein direkter Vergleich. Für Margarine finde ich diesen CO2-Wert: 1,35 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Margarine. Es steht demnach 1:17 für die Margarine (Mein Sohn ist Fußballer, der mag solche Verhältnisangaben.)

Mama, was ist der CO2-Fußabdruck?

Doch die Kinder müssen das Ganze viel plastischer, bildhafter serviert bekommen. Mal schauen, was das Netz hergibt. Zunächst muss ich die Frage beantworten, was der CO2-Fußabdruck eigentlich genau ist. Der CO2-Fußabdruck gibt Auskunft darüber, wie viel Platz ich zum Leben (ver)brauche. Bezugnehmend auf die Erdkugel, die uns nun mal nicht unendlich viel Platz zum Leben zur Verfügung stellt, sondern ungefähr 51 Milliarden Hektar Fläche gesamt und unterm Strich „nur“ 8,3 Milliarden Hektar sogenannte produktive Landfläche (Für meinen Sohn: Das sind mehr als 16 Milliarden Fußballfelder!), ist der auch ökologischer Fußabdruck genannte CO2-Fußabdruck also ein Indikator für Nachhaltigkeit, der meinen Verbrauch an Ressourcen der Biokapazität der Erde gegenüberstellt.

Wichtig: Der Platz hier ist begrenzt und wir Menschen werden immer mehr. Es ist also von Belang, dass ich nicht unnötig mehr Platz in Anspruch nehme, als ich tatsächlich brauche. Mein Platzbedarf lässt sich von mir beeinflussen. Das ist großartig.

Der CO2-Fußabdruck ist demnach eine Maßzahl, die den Gesamtbetrag an Kohlenstoffdioxid-Emissionen, um das CO2 mal beim Namen zu nennen, beziffert, der direkt oder indirekt anfällt, wenn ich eine Aktivität ausführe oder der über die verschiedenen Lebensstadien eines Produkts entsteht. Damit kann der CO2-Fußbdruck als Bewertung herangezogen werden, wenn man Aktivitäten oder Produkte klimatechnisch betrachtet und vergleicht.

Margarine ist klimafreundlicher als Butter, denn ihr CO2-Wert ist um ein Vielfaches geringer, als der von Butter. Ein Grund, warum vegetarische Produkte eine bessere Klimabilanz aufweisen als tierische.

Mama, wie viel Platz gehört mir?

Ich weiß schon, was gleich kommt: „Mama, aber die Leute auf dem Dorf haben viel mehr Platz als wir in der Stadt! Und der X,Y aus meiner Klasse hat ein eigenes Kinderzimmer. Der hat auch mehr Platz als ich. Und der wohnt auch hierin Hamburg …! Mama, wie viel Platz braucht der Mensch?“ Oben erwähnte 8,3 Milliarden Hektar produktive Landfläche werden gerecht verteilt (Gerechtigkeit ist ein wichtiges Thema in unserer Familie mit vier Kindern!) auf alle Menschen. Unter Berücksichtigung einer Fläche für den Erhalt der biologischen Vielfalt kommt man hier auf die Zahl 1,78 Hektar pro Mensch. Also etwas mehr als drei Fußballfelder. Und ja, unsere Wohnung mit ihren 67 Quadratmetern , besser: unser zugegeben inzwischen sehr beengtes Leben darin, also unsere Wohnsituation, ist „klimafreundlicher“ zu bewerten als die von X,Y, weil wir hier zu Sechst mit Katze leben und X,Y nur zu Dritt in einer fast doppelt so großen Wohnung.

Was hat der CO2-Fußabdruck mit meiner Butter zu tun, Mama?

In den CO2-Fußabdruck fließt mein gesamter Verbrauch an Ressourcen ein, also nicht nur das Stück Butter auf meiner Stulle an sich, sondern der Aufwand, der nötig war, bis es auf meinem Brot landet. Anders ausgedrückt, der Konsum und die der Butter zugrunde liegenden Produktionszyklen spielen mit hinein.

Dazu zählt die Aufzucht und Haltung der Kuh, die die Milch produziert, aus der dann die Butter gemacht wird. Die Produktion der Butter. Ihr Verkauf. Mein Einkauf. Die Entsorgung der Verpackung. Kurz: der gesamte Butter-Kreislauf.

Je nach Gut ist dessen Produktionszyklus mal mehr mal weniger aufwendig, mal mehr mal weniger Ressourcen fressend. Eine Kuh aufzuziehen, zu halten, zur Milchlieferantin zu machen … das ist aufwendiger, als Pflanzen anzubauen und zu Margarine zu verarbeiten.

Deshalb kaufe ich nur noch Margarine.

Auch wenn Oma vielleicht Recht haben mag, dass Butter dem einen oder anderen besser schmeckt. Es geht nicht immer nur um den Geschmack. Und außerdem: Geschmack lässt sich schulen. Alles eine Frage der Gewohnheit. Und wenn Oma jetzt einwirft, dass Butter viel gesünder sei als Margarine, dann hat sie damit auch nicht unbedingt Recht.

Und was ist mit Pfannkuchen, Spaghetti, Pommes und Pizza, Mama?

Gute Frage. Zum Glück gibt’s auch Antworten darauf. Sogar bebilderte. Endlich. Die Frage „Welchen CO2-Fußabdruck hinterlässt mein Lieblingsessen?“ beantwortet die Grafik, die ich hier fand, prima. Schaut selbst mal drauf! Ich zeige nur mal die Ausschnitte, die für die Kinder spannend sind, also deren Lieblingsessen und den entsprechenden CO2-Wert darstellen, wobei ich dazu sagen muss, dass die Grafik „beliebte“ Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachtische zeigt, nicht alle werden in der gezeigten Zusammenstellung von uns gegessen. Aber das nur nebenbei. Die „CO2-Menüs“ verdeutlichen auf jeden Fall, worauf’s mir hie rund heute ankommt: Dass ich selbst beeinflusse, wie viel CO2 auf meinem Teller landet.

Wenn ich die Pfannkuchen nicht mit Kuhmilch zubereite, sondern mit pflanzlichen Alternativen wie Hafermilch oder Mandelmilch, dann ist die Klimabilanz noch besser.

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Hier fällt bei uns der „Schweinefaktor“ weg, da wir gar kein Schweinefleisch essen. Dafür aber Rind, Lamm und Huhn.

Ohne Worte … Tomatensuppe geht immer. Auch ökologisch betrachtet. Das schaut doch schon mal ganz gut aus. An der einen oder anderen Speise kann ich mit dem Wechsel der Zutaten von tierischen auf pflanzliche noch so Einiges bewegen. Diese Übersicht belegt das:

Foto: Doreen Brumme (Titel), Grafiken: Entega (4)

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