Biobrei Test

Der erste Biobrei fürs Bio-Baby

Irgendwann, mal früher, mal später, kommt bei jedem Baby der Tag, da will es auch kosten, was die Größeren und Großen am Familientisch sich so in den Mund schieben. Bei meinen Kindern gab’s sieben, acht Monate ausschließlich Mutters Beste Muttermilch, dann ging’s los mit Kostpröbchen. Keine leichte Zeit, denn die Frage ist: Welchen Brei gibt’s fürs Bio-Baby?

Babys erster Biobrei – hausgemacht

Beim ersten Kind habe ich 2005 den Bio-Wochenmarkt regelmäßig besucht und Kartoffeln, Pastinaken und Karotten gekauft. Die habe ich daheim geputzt, gekocht, püriert und in kleinen Döschen eingefroren, Portion für Portion. Das war ein Aufwand, der sich nicht wirklich gelohnt hat, wie ich im Nachhinein zugebe. Denn Kind Nr. 1 hat den selbst gemachten Bio-Brei nicht gegessen. Selbst die klitzekleinen Brei-Portionen in den eigentlich für Gewürze gedachten Döschen, waren häufig zuviel. Den Großteil des Bio-Babybreis habe ich dann jedes Mal weggeworfen.

Für und wider selbst gekochten Babybrei

Doch bei all dem Babybrei-Gekoche bin ich mir bewusst, dass ich die teuren Bio-Zutaten nicht optimal verarbeiten kann. Zum einen liegt die Bio-Ware beim Gemüsehändler um die Ecke trotz aller Frische eine Weile in der Auslage. Das tut den wertvollen Nährstoffen nicht wirklich gut. Dann koche ich das Zeug und „verbrenne“ dabei sicher auch noch so manchen Nährwert, denn ich gare das Bio-Grünzeug in Wasser oder Wasserdampf, bis es weich genug ist, um es mit dem Pürierstab bequem zu glattem Brei zu machen. Kurz: Bei meiner Zubereitungsweise bekommt das Baby sicher zu wenig dessen, was theoretisch an Nährstoffen möglich wäre. Schade.

Babys erster Biobrei – aus dem Gläschen

Bei Kind Nr. 2 habe ich das portionsweise Gemüsebreikochen en masse gleich ganz gelassen. Stattdessen griff ich damals zu Biobrei im Gläschen, für den Fall, dass sich das Essen auf dem Familientisch nicht leicht zu Brei verarbeiten ließ. Der Bio-Gläschenbrei war ganz neu im Regal meines Lieblings-Drogisten „Budni“. Für Nicht-Hamburger: Wir sagen hier in der Hansestadt kurz „Budni“ zur Drogeriekette „Iwan Budnikowsky“. Und dort kaufte ich 2007 die ersten Biobreie von Alnatura – nur, um zu Hause festzustellen, dass Baby Nr. 2 die nicht mochte. Zumindest nicht die Gemüse-Babybreie. Das Kind aß jedoch den Obstbrei. Und was es nicht schafft, verzehrte die große Schwester.

Kind Nr. 3 hat vom ersten Happen an bei uns mitgegessen, was auf dem Familientisch stand. Klar, ich habe das Ganze immer schön vermantscht, aber Stückchen störten Nr. 3 nie. Die Gläschenkauferei konnte ich mir so sparen. Halt, nicht ganz! Meine Große wollte damals, 2010, plötzlich auch noch mal wieder Gläschenbrei löffeln. Klar habe ich ihr ein paar Obst-Gläschen gekauft.

Inzwischen ist es bei Baby Nr. 4 Zeit für den ersten Bio-Brei geworden. Der muss, das habe ich gleich gemerkt, glatt wie Muttermilch sein. Stückchen werden mir andernfalls sofort schwungvoll ins Gesicht geschleudert. Kein Problem, ich habe das Familienessen mit dem Pürierer schön klein gekriegt. Doch für den Notfall habe ich auch wieder eine Glächenreserve von Alnaturas Biobreien gehortet. Und was soll ich schreiben? Baby Nr. 4 mag die Gemüsebreie aus dem Gläschen nicht. Also habe ich zunächst wieder angefangen, extra Brei zu kochen. Wobei ich diesmal den Brei in Eiswürfelbehälter füllte, um die Portionen klein zu halten und flexibler zu bleiben. Dumm nur, dass sich beim Entnehmen von den tiefgefrorenen Gemüsehappen immer entweder alle zugleich oder gar keins herauslösen lassen. Zumindest bei den festen Eiswürfelbehältern ist das so. Ich habe also welche aus Silikon gekauft, da flutschte die Entnahme schon besser.

Für und wider den Brei im Gläschen

Doch selbst wenn mein viertes Baby die für unterwegs oder im Notfall durchaus praktischen Gläschen leeren würde, wären die Portionen anfangs zu groß. Selbst bei kleinen Gläschen braucht es drei, vier Tage, um die zu aufzuessen. Wobei ich es nun wahrlich nicht so schön finde, ihm immerzu das gleiche Zeug zu füttern. Zumal anderntags ja auch vielleicht ein gut zu Brei zu verarbeitendes Essen auf dem Familientisch steht. Ich halte schließlich viel von Abwechslung auf dem Teller – auch schon für die Kleinsten. Meine Muttermilch schmeckt ja auch immer nach der Vielfalt, die ich zu mir nehme. Dass man ein Baby guten Gewissens ständig mit dem gleich schmeckenden „Einheitsbrei“ füttern könne, lasse ich hier einfach mal so stehen.

Ich wünschte, es gäbe eine praktischere Lösung.

Portionierbarer Brei … gerne auch verschiedene Sorten … wie eine Art Baukastensystem  … in kleinster Dosis … und vielleicht auch nicht im Gläschen … Denn die Nährstoffe in Gläschen lassen laut Studien wie dieser  hier auch zu wünschen übrig (ja, ich habe gelesen, dass sich die Studienergebnisse nicht eben mal so auf Deutschland übertragen ließen …).

Ich bin also seit Tagen auf der Suche nach einer Alternative … und siehe da …

Babys erster Biobrei aus der Tiefkühltruhe

… da kam letzte Woche Post. Von der Firma „Babyviduals“. Wichtigste Botschaften zum Produkt: „Tiefkühlfrischer Breigenuss. Löffelweise portionierbar. Ohne Zusätze.“

Ein Biobrei fürs Baby aus der Tiefkühltruhe? Ganz ohne Gläschen, die gewaschen, gesammelt und entsorgt werden wollen? Und dann noch in handlichen Portionen ähnlich wie der berühmte Spinat mit dem Blubb? Das wär’s, oder?

Ich habe mit der Firma sofort Kontakt aufgenommen – und gleich mal Testprodukte bestellt – schließlich ist nicht ewig Breizeit. Die Testprodukte kamen per Tiefkühl-Post, denn kaufen kann man und Lieferservice gibt’s von Babyviduals bisher nur im Großraum Nürnberg, wo die Firma sitzt, in Berlin und München. Hier auf der Internetseite der Firma könnt Ihr sehen, in welchen Läden Ihr den Babybrei von Babyviduals schon bekommt. Und da standen sie dann auf meinem Küchentisch: die Biobreie von Babyviduals.

Babyviduals verspricht auf seiner Website: „Das Geheimnis des frischen, natürlichen Geschmacks liegt darin, dass wir die Zutaten zunächst schonend dampfgaren, anschließend sanft pürieren und dann den Babybrei sofort schockfrosten. In der tiefgekühlten Babynahrung werden Geschmack und Nährstoffe bestmöglich eingeschlossen.“ Ich bin gespannt … und habe mich gleich ans Testen gemacht: Hier lest Ihr meinen Testbericht:

Im Test: Babyviduals – Bio-Babybrei im Baukastensystem

Ich habe zum Test einen bunten Gemüsemix vor: Pastinake + Erbse + Karotte. Das Öffnen der Box ist babyleicht:

Babyviduals - babyleichtes Öffnen der Verpackung

Darin steckt eine Plastiktüte mit den einzelnen Vidos, so nennt die Firma die kleinen, sortenreinen Portionen ihres Bio-Gemüses & Co.:

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Die Tüte habe ich fix aufgeschnitten, …

Babyviduals: Vidos in der Verpackung

… um ein einzelnes Vido herauszunehmen. Das geht prima, die Vidos sind nicht verklebt:

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Meine drei Test-Vidos Pastinake (weiß), Erbse (grün) und Karotte (orange) in Babys Minikochtöpfchen:

Babyviduals im Kochtopf erwärmen

Binnen weniger Minuten sind die Vidos im Töpfchen erhitzt und geschmolzen …

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und mit einem Tröpfchen Öl …

Babyviduals - Öl zugeben

 

auch schon servierbereit als Gemüsebrei:

DSC_0039

Mein Baby hat den Brei gleich aus dem Töpfchen bekommen. Ich hab noch ein paar Krümel Salz zugefügt und selbstverständlich als Erste gekostet. Lecker. Mehr geht nicht. Ehrlich. Ich habe die Frische und simple Reinheit des Breis geschmeckt.

Und das Baby? Hat aufgegessen! Was will ich mehr?

Fotos: Doreen Brumme

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