gift in kinderfrüchteteee Ökotest-Studie

Schon wieder Gift im Tee – diesmal: Kinderfrüchtetee

Wer hätte das gedacht: Das Thema „Gift im Tee“ ist das meistgelesene des vergangenen Jahres 2014 und auch das erste des Neuen Jahres auf diesem Blog. Diesmal hat sich die Verbraucherorganisation Ökotest Kinderfrüchtetees vorgenommen und auf ihre Inhaltsstoffe hin untersucht. Und darin leider Zutaten gefunden, die laut den Verbraucherschützern „nicht in ein Getränk für Kinder gehören“:

  • zugesetzte Aromastoffe,
  • Rückstände von Pestiziden,
  • Vitaminzusätze
  • und Zucker

Kein Gift in Bio-Kinderfrüchtetee

Ökotest verlieh nur 5 von 19 geprüften Kinderfrüchtetees das Testurteil „sehr gut“. Allesamt Bio-Kinderfrüchtetees, um das klar zu stellen. Von den 19 unter die Lupe genommenen Kinderfrüchtetees waren neun herkömmlicher Qualität und zehn in Bio-Qualität. Die gute Nachricht: Alle Bio-Früchtetees für Kinder waren laut den Ökotestern frei von Pestiziden, während in sechs der neun herkömmlich produzierten Kinderfrüchtetees Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden wurden. Ein Tee enthielt demnach allein Spuren von 14 Pestiziden. Doch es ist nicht nur Pflanzengift, was nix, aber auch gar nix im Tee zu suchen hat.

Aromen in Bio-Kinderfrüchtetee und konventionellem Kinderfrüchtetee

Als Mutter von vier Kindern, denen ich gerne mal einen Früchtetee zubereite, ärgern mich auch Aromazusätze, die auch aus dem Chemielabor stammen. Bei Ökotest liest sich der Fund eben dieser in der Pressemitteilung dann so: „Kinderfrüchtetees, deren Hauptbestandteile getrocknete Apfelstücke und Hibiskusblüten sind, werden häufig mit industriell hergestellten Aromastoffen angereichert, damit das Endprodukt intensiv nach Erdbeeren, Kirsche oder Ananas riecht und schmeckt. Diese zugesetzten Stoffe können als ’natürliches Aroma‘ deklariert werden, müssen aber nicht tatsächlich aus echten Früchten hergestellt werden: Sie können auch unter Einsatz von Bakterien, Pilzen oder Hefen aus natürlichen Grundstoffen gewonnen werden. Ein Ananasaromastoff, der auch in Kinderfrüchtetees vielfach zum Einsatz kommt, wird zum Beispiel aus Buttersäure und Ethanol hergestellt. Die Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt, dass kaum ein Tee im Test ohne Aroma ist: Vier von zehn getesteten Bio-Produkten und sechs der neun konventionellen Marken enthalten diese.“

Na, wenigstens sind die Bio-Tees laut Laboranalyse der Ökotester pestizidfrei. Bei den konventionell produzierten sind dagegen zwei Drittel der Kinderfrüchtetees mit Pflanzengiften belastet.

Zu viel Zucker in Kinderfrüchtetee

Untrinkbar finde ich auch die teilweise Unmengen an Zucker im Kinderfrüchtetee, was die Ökotester auch kritisieren: Die drei  im Prüflabor untersuchten Granulattees etwa bestehen „zu mehr als 90 Prozent aus verschiedenen Zuckerverbindungen“! Da kann ich meinen Kindern ja gleich Zuckerwasser anrühren!

Mein Rat: Wenn schon Kinderfrüchtetee – dann kauft diesen bitte in Bio-Qualität! Und dabei solltet Ihr unbedingt auf die Zutatenliste gucken. Stehen Zucker oder Aromastoffe drauf, lasst den Kinderfrüchtetee besser im Laden. Von den fünf Bio-Kinderfrüchtetees, die nicht mit „sehr gut“ beurteilt wurden, erhielt einer „Gut“, drei ein „Befriedigend“ und einer ein „Ausreichend“. Der Grund für die schlechteren Testergebnisse der Bio-Tees für Kinder: Sie enthielten der Ökotest-Untersuchung zufolge zwar weder Pestizide noch Zucker, dafür aber sogenannte natürliche Aromastoffe. Diese könnten den Ökotestern nach zu einer „Konditionierung des Geschmacks“ bei Kindern führen.

Von den konventionell hergestellten Kinderfrüchtetees bekamen drei ein „Befriedigend“ und einer ein „Ausreichend“. Drei Kinderfrüchtetees wurden mit „mangelhaft“ und zwei mit „ungenügend“ bewertet.

Titelbild_Ökotest_Kinderfrüchtetee

Die ausführlichen Testergebnisse von Kinderfrüchtetee könnt Ihr in der aktuell am Kiosk liegenden Januar-Ausgabe 2015 nachlesen. Das Heft ist seit dem 29. Dezember 2014 draußen. Es kostet 4,50 Euro.

Fotos: Ökotest

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