Tipps zu Kauf und Lagerung von Pflaumen plus Rezept für Pflaumenknödel

Pflaumen! Tipps zu Kauf, Lagerung und mein Pflaumenknödel-Rezept

Endlich ist es soweit: Die ersten einheimischen und regionalen Pflaumen, Zwetsch(g)en oder wie auch immer Ihr sie nennt, sind da. Ich liebe die lila-blauen Früchte sehr und erwarte sie jedes Jahr mit großer Vorfreude! Samstag lagen sie zum ersten Mal beim Gemüsehändler meines Geschmacks und Vertrauens. Und ich habe sofort zugegriffen, keine Frage! Meine Pflaumensaison hat also begonnen. Und damit ist es auch Zeit für meine Pflaumenknödel. Doch bevor ich Euch hier das köstliche Rezept liefere, das mir meine Großmutter Charlotte einst mit auf den Weg ins Leben gab, gibt’s ein paar Infos zur Pflaume an sich, zum Einkauf und zur Lagerung.

Jedes Jahr beginne ich sehnsüchtig Ausschau zu halten nach den ersten blauen Pflaumen/Zwetschgen aus Deutschland. Mein Supermarkt bietet zwar oft schon recht früh Pflaumen aus dem Ausland an, derzeit aus  Bosnien-Herzegowina. Doch ich warte aus Überzeugung auf die ersten deutschen Pflaumen. Und siehe da, mein Warten wurde heuer recht früh belohnt.

Gut zu wissen: Die deutschen Anbauflächen für Pflaumen und Zwetschen sind zwischen 2007 und 2013 um 15 Prozent geschrumpft: von 4.500 Hektar auf 3.900 Hektar. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind übrigens die Anbaugebiete mit der größten Bedeutung in Deutschland: 64 Prozent der Pflaumen und Zwetschen kämen 2013 laut Statistischem Bundesamt aus diesen beiden Bundesländern, bei Wikipedia liest man die allgemeinere Angabe von 71 Prozent.

Wissenswertes über Pflaumen

Es soll mehr als 2.000 Pflaumensorten weltweit geben, die man in fünf Gruppen einteilt:

  • Hauspflaume (eher rundlich geformt, reif: rotblaue Färbung, Stein leicht herauslösbar)
  • Zwetsch(g)e (eher spitze Enden, reif: dunkelblaue Färbung, Stein schwer herauslösbar)
  • Mirabelle
  • Reneklode
  • Japanische Pflaume.

Übrigens, fünf Jahre braucht es im Schnitt, bis ein Pflaumenbaum erste Früchte trägt. Erntezeit ist von Juli bis Oktober. Heimische Früchte gibt’s meist ab Mitte August im Handel zu kaufen.

Soviel Gesundheit steckt in der Pflaume

Pflaumen sagt man eine verdauungsfördernde Wirkung nach. Insbesondere helfen sie einem verstopften Darmtrakt auf die Sprünge, vor allem, wenn man sie in getrockneter Form (Trockenpflaume) oder als Saft zu sich nimmt. Sie gelten deshalb als natürliches Abführmittel.

Doch die mit nur 50 Kilokalorien (kcal) pro 100 Gramm Frucht recht „leichten“ Pflaumen stecken zudem voller Vitamine, Mineralien und sekundärer Pflanzenstoffe. Hervorzuheben ist das Mineral Kalium, das den Blutdruck regulieren kann, sowie das Provitamin A Beta-Carotin.

Vor allem die auch deshalb blau-violett gefärbte Pflaumenschale enthält die zu den Polyphenolen gehörenden Anthocyane, die als Antioxidantien wirken und den Körper vor Krebs und Herzinfarkten schützen sollen.

Pflaumen: Einkaufs- und Lagerungstipps

Beim Kauf von Pflaumen sollte man darauf achten, dass sich die Früchte zwar fest aber auch nicht zu hart anfühlen. Reife Pflaumen punkten zudem mit einer frischen Farbe und einem köstlichen Fruchtaroma. Unreife Pflaumen kann man jedoch nachreifen lassen: Dazu lagert man sie am besten bei Zimmertemperatur luftig und trocken, auf einem weichen Untergrund und so, dass sich die Früchte nicht berühren.

Wer reife Pflaumen aufbewahren will, schlägt sie am besten in ein feuchtes Tuch ein und packt sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. Auch in einem gelöcherten  Plastikbeutel soll man Pflaumen gut im Kühlschrank lagern können. Dort sollten sie sich bis zu einer Woche problemlos halten. Pflaumen lassen sich zudem prima einfrieren: Idealerweise schneidet man sie dazu auf und entsteint sie, bevor man sie in einen Gefrierbeutel steckt.

Warum haben Pflaumen einen weißlichen Belag?

Eine weißliche Schicht auf der Pflaume ist eine ganz natürliche Schutzschicht (sogenannter Duftfilm) aus Wachs, „die sie vor Erregern und Austrocknung schützt“, erklärt Dr. Markus Nöthen von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) in Bonn.

Diese natürliche Wachsschicht sei demnach für den Menschen nicht schädlich und werde beim Waschen entfernt. Damit die Frucht nicht zu schnell austrocknet, sollte sie also erst kurz vor dem Verzehr von dem weißen Duftfilm befreit werden.

Mein köstliches Pflaumenknödel-Rezept (nach meiner Großmutter Charlotte)

Für zwölf Pflaumenknödel braucht Ihr einen mittleren Topf voll gekochter Bio-Kartoffeln, die Ihr abkühlen lasst und anschließend grob stampft. Dann mischt Ihr den groben Kartoffelstampf mit einem großen Bio-Ei und etwas Bio-Mehl sowie einer Prise Salz, so dass sich ein fester Teig ergibt. Wer mag, fügt eine Prise Muskat hinzu.

Dann formt Ihr daraus handliche Bälle, in die Ihr eine geöffnete und entsteinte Pflaume drückt, in deren Mitte Ihr statt des Steins ein Stück Bio-Würfelzucker packt. Der Teig muss dann um die Pflaume zu einem runden Knödel geschlossen werden. Die fertigen Knödel lasst ihr in heißem Salzwasser solange sieden, bis sie an dessen Oberfläche schwimmen.

Ich serviere meine Pflaumenknödel mit geschmolzener Butter, etwas Zucker und gerne einer Prise Zimt. Sie schmecken auch zu Vanille-Eis oder mit kalter oder warmer Vanillesoße.

Mein Tipp: Nehmt die Pflaumenknödel aus dem Kochwasser, sobald sie oben schwimmen. Andernfalls zerfallen sie schnell – und das wäre echt schade drum. Solltet Ihr nicht alle sofort essen können oder wollen, hebt die Knödel auf. Man kann sie gut in Scheiben schneiden, wenn sie kalt sind und später essen. Sie schmecken kalt ebenso wie erneut aufgewärmt. Am besten in etwas Butter in der Pfanne gebraten – ich mag sie so fast noch lieber als frisch aus dem Topf …

Foto: Doreen Brumme

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