Cherrytomaten

Tomaten – des Deutschen liebstes Gemüse

Rund 25 Kilogramm (24,9 Kilogramm) Tomaten aß jeder Deutsche im Wirtschaftsjahr 2013/14, berechnete die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorläufig. Davon 8,5 Kilogramm frische Tomaten (34 Prozent) und 16,4 Kilogramm verarbeitete Tomatenprodukte (66 Prozent: getrocknete Tomaten, Tomatenmark, Tomatensaft). Tomaten sind damit das mit Abstand beliebteste Gemüse der Deutschen.

Da der Eigenbedarf an Tomaten nicht mit einheimischer Ware gedeckt werden konnte, führte Deutschland 2014 nach den vorläufigen Angaben des BLE von Ende Juni 2015 701.000 Tonnen Tomaten ein, 92 Prozent davon aus den EU-Mitgliedsstaaten.

Und das sind die wichtigsten Länder, die uns Deutsche mit ihren Tomaten versorgen:

  • die Niederlande mit mehr als 390.000 Tonnen
  • Spanien mit fast 164.000 Tonnen

Aus Nicht-EU-Ländern kommen auch Tomaten zu uns. Allen voran: Marokko. 2014 belief sich die Menge importierter Tomaten aus Marokko  auf insgesamt rund 50.000 Tonnen (87 Prozent der Lieferungen aus sogenannten Drittländern).

Der Wasserfußabdruck einer Tomate

Betrachtet man den Wasserbedarf eines Kilogramms Tomaten aus den Niederlanden, den diese zum Wachsen und Gedeihen benötigen, also ihren sogenannten Wasserfußabdruck, sind darunter nur – auch dank eines effektiven Wasserrecyclings – 10 Liter (l) Bewässerungswasser, den Rest decken die Niederschläge, schreibt die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.

Mittelmeer-Tomaten hingegen bräuchten demnach ein Vielfaches dessen: „in Südspanien im Schnitt 85 Liter, in Sizilien und der Türkei 130 Liter, und in Ägypten sogar 230 Liter pro kg“. Wobei immer bedacht werden sollte, dass der Anbau und die dafür nötige Bewässerung einen erheblichen Eingriff in das natürliche Wasserreservoir der südlichen Regionen darstellen, dessen negative Folgen auf die Umwelt schon heute teils unumkehrbar sind.

Nicht zu vergessen! Was für Tomaten gilt, gilt selbstverständlich auch für Kartoffeln, Spargel und anderes Obst und Gemüse.

Ganz anders sähe es im Übrigen mit der CO2-Bilanz westeuropäischer Gewächshaus-Tomaten in der kälteren Jahreszeit aus. Denn dann benötige man jede Menge Energie zum Heizen und Beleuchten der Gewächshäuser, was die dadurch verursachten Treibhausgas-Emissionen wiederum in die Höhe schnellen lasse.

Und was ist mit Bio-Tomaten?

Das Thema Wasser, also der effiziente und nachhaltige Umgang mit Wasser, sprich: lokalen Wasserreserven, wird von den Kriterien für Bio-Anbau längst noch nicht umfassend geregelt. Für den Verbraucher bedeutet das:  Der Wasserfußabdruck von Bio-Tomaten kann ähnlich groß sein wie der herkömmlich angebauter Tomaten.

Aber: Böden, auf denen Bio angebaut wird, sind oft humusreicher, da sie nur mit ökologischen Düngern (sogenannte Gründünger) versorgt werden dürfen. Je humusreicher der Boden ist, desto höher ist auch seine Fähigkeit, Wasser nachhaltig zu speichern. Der mit Bio-Anbau verbundene Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide bedeutet zudem, dass die Böden und das Grundwasser nicht verunreinigt werden.

Tomaten – warum wir sie lieben

Da eine Tomate zu 95 Prozent aus Wasser besteht, ist sie eine sehr kalorienarme Köstlichkeit: auf 100 Gramm Tomate kommen gerade mal 19 Kilokalorien (kcal) Nährwert – ideal also für eine leichte Ernährung.

Dafür stecken in der Tomate wertvolle Vitamine, unter anderem A, B1, C, E und Niacin, sowie Mineralien (Kalium, Magnesium, Kalzium) und Spurenelemente.

Hinzu kommen die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, zum Beispiel der rote FarbstoffLycopin, ein Carotinoid, das als sogenannter Radikalfänger bekannt ist. Unser Körper nimmt es am besten aus verarbeiteten Tomaten auf, zum Beispiel Tomatensaft. Der Grund: Bei der zu dessen Herstellung nötigen mechanischen Zerkleinerung der Tomaten werden deren Zellwände zerstört, der Farbstoff Lycopin wird leichter verfüg- und verdaubar. Ob Lycopin auch in unserem Körper als Antioxidans wirkt, ist jedoch noch nicht hundertprozentig geklärt.

Tomaten – wie wir sie lieben

Der deutsche Verbraucher hat bezüglich der Tomate ganz bestimmte Vorlieben. Derzeit seien einerseits kleine Tomaten, die man prima zwischendurch naschen könne, weil sie ganz in den Mund  selbst kleiner Kinder passten, sehr beliebt. Andererseits mögen wir Deutschen laut BLE auch Fleischtomaten (wieder) sehr gerne.

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