Saubere Sache(n): So wäscht man ökologisch

Es gibt so manche Sache, für die man sich entscheiden muss, wenn man umweltfreundlich leben will. Die alltägliche Wäsche ist so eine Sache. Grün waschen, das fängt bereits mit der öko-korrekten Waschmaschine an. Der  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt mir, beim Kauf einer Waschmaschine auf sparsame Geräte zu setzen: Solche, die gleichwohl sparsam im Verbrauch an

  • Strom,
  • Wasser
  • und Waschmitteln,

dennoch zu einer sauberen Waschleistung fähig sind. Zur Orientierung im riesigen Angebot dient mir die Effizienzklasse, in die das Gerät herstellerseits eingeordnet wurde. Wobei es ratsam ist, selbst innerhalb der Effizienzklassen die in Frage kommenden Geräte genau miteinander zu vergleichen. Denn dort herrschen mitunter recht große Unterschiede in Sachen Verbrauch. Kurz: Ich habe das alles so gemacht. Und bin zu einem sparsamen Gerät mit einer fast 10 Kilo Wäsche fassenden Trommel gekommen. Ein Segen für eine Familie mit vier Kindern wie die unsere es ist.

Ist die sparsame Waschmaschine angeschlossen, liegt es an uns, ökologisch zu waschen. Dazu muss man wissen, warum die Wäsche überhaupt Umweltprobleme verursacht:

Umweltsünde Wäsche waschen

Pro Waschgang fließen 40 bis 50 Liter Trinkwasser durch die Maschine. Für zwei Personen im Haushalt ist das laut BUND im Jahr schon eine beachtliche Menge von 7.000 bis 9.000 Liter Wasser. In den herkömmlichen Waschmitteln stecken Chemikalien, die teilweise über das Abwasser in die Umwelt gelangen, wo sie sich anreichern, da sie biologisch nicht komplett oder nur schwer abbaubar sind. Solche Chemikalien schädigen beispielsweise Mikroorganismen in den Gewässern und lagern sich in ihnen auch an. Problematisch sind aber auch die Stoffe selbst, die gewaschen werden. Allen voran Fleece. Der kuschelige, schnell trocknende Kunstfaserstoff fusselt bei jedem Waschgang (Experten nennen das „Kunststoffabrieb“) und die Fussel unserer Wäsche lassen sich mittlerweile in allen Weltmeeren nachweisen.

Selbstverständlich habe ich mich mit Alternativen zu herkömmlichen Waschmitteln auseinandergesetzt. Mit dem Reinigungsergebnis von Waschnüssen beispielsweise war ich, ehrlich gesagt, nicht rundum zufrieden. Insbesondere empfand ich auf meiner Weißwäsche einen zunehmenden Grauschleier, der mich zunehmend störte. Waschmittel als Bausteinsysteme scheiterten in meiner Gunst, weil ich das Zusammensetzen der einzelnen Komponenten unpraktisch und mitunter langwierig fand. Dazu müsst Ihr wissen, dass ich meine Waschmaschine im Keller stehen habe – und die Gänge nach unten müssen wegen der Kinder oben oder derer, die mit im Keller sind, möglichst kurz und effizient sein.

Interessant: Laut Umweltbundesamt seien „alternative Waschverfahren, z. B. die Verwendung spezieller Waschbälle, derzeit nicht dazu geeignet, die superkompakten Waschmittel zu ersetzen“, wobei sich das Amt auf eine Studie der Uni Bonn bezieht.

Ökologisch waschen – die besten Tipps & Tricks

Ich nutze inzwischen sogenannte Bio-Kompaktwaschmittel  – und nehme somit eine gewisse Umweltbelastung durch unsere Wäsche in Kauf. Aber: Ich achte ziemlich genau auf die empfohlene Dosis des Waschmittels und dosiere lieber weniger als mehr. Dabei muss ich den Verschmutzungsgrad unserer und den Härtegrad unseres Wassers wissen. Außerdem achte ich auf viele andere Punkte beim Waschen:

  • Ich beachte zum Beispiel die optimale Füllmenge meiner Waschmaschine. Eine Handbreit Luft muss immer sein, wenn ich die Wäsche eingefüllt habe. So kann sie sich optimal aneinander und mit der Trommel reiben. Eine zu leicht befüllte Wäschetrommel bedeutet Verschwendung von Wasser und Waschmittel, Strom und Geld. Eine zu volle Waschmaschine dagegen bedeutet oft, dass Waschmittelreste in der Wäsche bleiben, was wiederum der Haut, insbesondere empfindlicher Kinderhaut, die ihren vollen Eigenschutz erst ab einem Alter von etwa sieben Jahren ausgebildet hat, oft nicht gut bekommt.
  • Besonders hartnäckige Flecken behandele ich speziell vor. Und zwar mit möglichst biologischen Fleckentfernern.
  • Die Waschtemperatur wähle ich gewissenhaft aus. Meist wasche ich mit 40 Grad. Das reicht für den Normalwaschgang. In speziellen Fällen, zum Beispiel nach einer Krankheit in der Familie wasche ich Handtücher und Bettzeug auch mal heißer. Auch die Wäsche der Kids, die von einer Klassenreise wiederkommen, wasche ich bei 60 Grad Celsius oder mehr. So heiß zumindest, dass sich Läuse & Co. nicht über die Schmutzwäsche bei uns breit machen.
  • Weichspüler kommt uns nicht ins Haus – und somit auch nicht in die Waschmaschine. Selbst wenn er oft als Tipp gegen zuviel Waschschaum empfohlen wird.
  • Ich wasche meine Wäsche ohne Vorwaschprogramme.
  • Einen Trockner habe ich von früher (feuchte Dachgeschosswohnung) noch im Keller stehen. der kommt gefühlt einmal im Jahr zum Einsatz – in ganz dringenden Trocknungsfällen also, die und, wie ich befürchte, mit zunehmendem Alter der Mädchen häufiger ins Haus stehen werden: „Mama, was soll ich bloß anziehen, mein … ist in der Wäsche!“ – das ist ein Ausruf, den ich schon heute oft genug höre.
  • Schließlich zähle ich auch zu den ökologischen Waschprinzipien, dass ich versuche – und dies auch meinen Kids nahelege – an Schmutzwäsche zu sparen. Das ist bei den Kleinen noch schwierig, bei den Großen aber hie rund da schon machbar. Meine Kinder neigen dazu, sich beim Auskleiden ihrer Wäsche immer aller Stücke direkt in den Schmutzwäschebehälter zu entledigen, der dort steht. Dabei könnte man noch Sauberes prima auslüften, zusammenlegen und wieder in den Schrank packen. Aber das wäre ja mit Arbeit verbunden. Da lassen sie zu meinem Ärger doch alles lieber in den Wäschesack (siehe Titelfoto) fallen.

Ganz wichtig finde ich, dass man sich mit seiner Wäsche auskennt. Also weiß, was beispielsweise die Symbole auf den Waschzetteln der einzelnen Wäschestücke bedeuten – und entsprechend handelt. Eine interaktive Grafik, die

Wäsche waschen

unter anderem genau diese Symbole erklärt und darüber hinaus noch viele Waschtipps für Öko-Liebhaber liefert, habe ich hier gefunden. Schaut mal drauf!

Grafik: Quelle, Titelfoto: Doreen Brumme

 

 

 

 

 

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