Doreens Bestenliste: 10 Fakten über guten Sonnenschutz

Sommer bedeutet Sonne, bedeutet sonnen – und sonst? Risiko! Nicht nur Solarien verursachen Hautkrebs und Abhängigkeit – über alltägliche UV-Strahlen sollte man auch informiert sein.Ich selbst bin Hautkrebspatientin. Im Jahr 2000 hatte ich ein Malignes Melanom, den schwarzen (auch bösen genannten) Hautkrebs. Seitdem versuche ich, soviel Sonne zu bekommen, wie es Haut und Seele gut tut – nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

Gebräunte Haut ist in unseren Breitengraden ein Schönheitsideal, das Gesundheit, Erfolg sowie Schaffenskraft signalisiert und für das viele die real existierende Gefahr, die ein Sonnenbad darstellt, außer Acht lassen.

Die „Welt“ berichtet in ihrer Onlineausgabe, dass laut aktuellen Studien zwar nahezu jeder zweite Befragte die Risiken kenne, die UV-Strahlen bergen, sie aber trotzdem für das angestrebte schöne Aussehen eingehe. Einem Drittel der Testpersonen soll die Gefährlichkeit der Sonnenstrahlen sogar überhaupt nicht bekannt gewesen sein. Starrsinn, Leichtsinn und auch Abhängigkeit sind Vokabeln, die in dem Zusammenhang als Gründe fürs Sonnen, um der Bräune willen, genannt werden.

Für mehr als die Hälfte der befragten Personen galt demnach sogar, dass sie deutliche Anzeichen einer Abhängigkeit zeigten. Sonnensüchtige (Sonnensucht = Tanorexie) sähen sich laut der Tageszeitung als zu blass, egal wie tief ihre Bräune bereits sei.

Massenweise Sonnensucht als Ausdruck eines offensichtlich ungesunden Schönheitsideals auf der einen Seite und stärkere und damit gefährlichere UV-Bestrahlung wegen der schwindenden Ozonschicht auf der anderen. Für Deutschland gilt Ozonalarm. Das ist alltägliche Realität.

Welches Schutzkonzept man den gefährlichen UV-Strahlen entgegen setzen sollte, zeigt diese Liste auf. Darüberhinaus informiert sie Euch zu den wichtigsten Fakten zum Thema Sonnenschutz.

Das geltende Schönheitsideal als solches zu ändern, vermag die Liste ganz sicher nicht. Aber vielleicht liefert sie Euch ja den einen oder anderen plausiblen Grund, warum Ihr für Euch und Eure Kinder entscheidet: Bräune mag schöner machen, aber nicht um den Preis von Gesundheit und Leben. Ich habe mich längst so entschieden, denn ich bin Hautkrebspatientin. Bleibt gesund!

Die 10 wissenswertesten Fakten über einen optimalen Sonnenschutz im Überblick

  1. Wie wirkt UV-Licht?
  2. Natürlicher Hautschutz
  3. Sonnenbrand und Ozonloch
  4. Kinderhaut und Sonne
  5. Kombiniertes Schutzkonzept
  6. Chemische UV-Filter
  7. Physikalische UV-Filter
  8. Der Lichtschutzfaktor
  9. Öl, Spray oder Creme?
  10. Wichtige Regeln fürs Sonnen

Lebensnotwendig und lebensgefährlich

UV-Licht ist die elektromagnetische Strahlung, die das menschliche Auge nicht sehen kann. Es kommt mit einer Wellenlänge daher, die zum einen kürzer, als das für Menschen sichtbare Licht ist und zum anderen langwelliger, als Röntgenstrahlung. Die Sonne ist eine natürliche Quelle, Blitze eine andere. Die UV-Strahlen werden je nach Wellenlänge in UV-A-Strahlen (380 bis 315 Nanometer), UV-B-Strahlen (315 bis 280 Nanometer), UV-C-Strahlen (280 bis 100 Nanometer) und andere unterschieden. Es gibt verschiedene Einteilungsmodelle für die Strahlen. UV-Licht zählt zur sogenannten optischen Strahlung, weil es sich brechen,reflektieren, transmittern, absorbieren und beugen lässt. Normales Fensterglas lässt einen großen Teil des UV-Lichts nicht durch, vor allem nicht die eher kurzwelligeren UV-Strahlen. UV-A-Strahlen dagegen durchdringen es. UV-Licht größerer Wellenlänge kann chemische Bindungen zwischen den organischen Molekülen zu zerstören. In zu hoher Dosis ist jedes UV-Licht gefährlich. Es kann bis zur Lederhaut vordringen, sorgt dabei für eine direkte Bräune (seltener für Sonnenbrand), die allerdings nur kurz hält. Diese Strahlen schädigen die Kollagene der Haut, die für Elastizität sorgen. Die Folge sind frühzeitige Hautalterung, Falten, Sonnen- sowie Altersflecken. Es bilden sich freie Radikale, das Risiko für Melanome (Hautkrebs) steigt.

UV-B-Strahlen lassen die Haut langfristig braun werden, dringen tiefer ein und verursachen häufig Sonnenbrand. Sie bewirken aber auch, dass sich das lebensnotwendige Vitamin D in der Haut bildet. Was für die Haut gilt, gilt auch für die Augen: Zwar kann die Augenlinse, UV-B-Strahlen akkumulieren, allerdings droht im Alter Trübung (Grauer Star). Außerdem führt das gegen-die-Sonne-Blinzeln, wenn diese blendet, vermehrt zu „Krähenfüßen“, also Mimik-Fältchen ums Auge.

Bei einigen Krankheiten gehört eine dosierte UV-Lichtbestrahlung zur erfolgreichen Therapie, zum Beispiel bei Schuppenflechte (Psoriasis). Nach heutigem Erkenntnisstand gilt: Je länger oder häufiger die UV-Bestrahlung auf Haut und Augen trifft, desto gefährdeter die Gesundheit. Manche Experten warnen deshalb, dass Haut und Augen jeden UV-Strahl registrieren – gesunde Bräune gäbe es demnach nicht!

Die menschliche Haut reagiert mit Eigenschutz

Ebenso wenig, wie UV-Strahlen zu sehen sind, sind sie zu fühlen. Das macht sie umso gefährlicher. Die energiereichen UV-A- und auch UV-B-Strahlen können der Erbsubstanz schaden. Aber menschliche Haut hat auch einen ausgeklügelten Eigenschutz – der in der Hautbräune offensichtlich wird. Sobald UV-Strahlen auf die Haut treffen, reagieren die Pigmentzellen mit einer sogenannten Konformationsänderung des vorhandenen, sowie mit einer Neubildung des Hautfarbstoffs Melanin. Dabei bewirken diese UV-A-Strahlen, die auf in der obersten Hautschicht bereits vorhandene Pigmente treffen, viel weniger eine Neubildung von Melanin sondern vielmehr, dass sofort weitere Pigmentmoleküle in die äußere Hautschicht dringen. Die sogenannte Sofortpigmentierung entsteht, eine Bräune, die nicht dauerhaft ist. Tiefer liegende Zellkerne und die darin enthaltene DNA werden so geschützt. Anders die UV-B-Strahlen: Sie regen Enzyme in den Melanozyten an, den Hautfarbstoff Melanin zu bilden und dann damit den hauteigenen Selbstschutz aufzubauen. Bis dieser nach Plan voll ausgebildet und das vermehrt gebildete Melanin an die Hautoberfläche gelangt ist, vergehen allerdings bis zu vier Tage.

Außerdem reagiert unsere Haut mit einem weiteren Mechanismus auf die Gefahr, die UV-Strahlen für ihre Gesundheit darstellen und diese äußerste Hautschicht, die sogenannte Hornhaut, absorbiert UV-Licht. Wenn sie anhaltend von, vor allem UV-B-Strahlen, beschienen wird, verdickt sich die Hornschicht innerhalb von zwei bis drei Wochen (bei gleichzeitig intensivem Sonnenbad) zu einer sogenannten Lichtschwiele. Sie kann mehr UV-B-Strahlen absorbieren und damit den Eigenschutz der Haut um das Vierfache verbessern. Laut Wikipedia entspricht der Eigenschutz dann Schutzfaktor 5. Aber mit abnehmender Sonnenbestrahlung verschwindet auch die Lichtschwiele.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Experten warnen, dass das Ozonloch über der Arktis groß sei, wie nie. Und, dass es mehr an schädigendem UV-Licht durchlasse – auch bis zu uns nach Deutschland. Ozonalarm: Das heißt, dass wir unsere Haut mit allen Mitteln schützen müssen, damit sie nicht in der Sonne verbrennt. Ein Sonnenbrand meint eine schmerzende, entzündliche Rötung der Haut – sie wird rot, weil die Blutgefäße sich weiten und mehr Blut durch sie hindurch fließt. Die rote Haut reagiert auf Druck empfindlich. Unter dem Mikroskop kann man bei einem Sonnenbrand abgestorbene Zellen auf der Oberhaut beobachten, sogenannte sun-burn-cells.

Manchmal zeigen sich Zeichen einer Sonnenallergie wie Juckreiz, Bläschen oder Schwellungen. Die sonnenverbrannte Haut kann zudem Brandblasen bilden und langfristig Ursache für Hautkrebs sein, auch wenn der akute Sonnenbrand bereits nach einigen Tagen keine Beschwerden mehr verursachen mag.

Die Haut vergisst, nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand, keinen einzigen UV-Strahl und ganz besonders schlimme Sonnenbrände können zudem von Fieber, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Manch Sonnenbrand hinterlässt dauerhafte Pigmentveränderungen: Sogenannte sun-burn-freckles. Das Ozon in der Stratosphäre ist für den Menschen unschädlich und von großem Nutzen. Es absorbiert Teile der ultravioletten Strahlung der Sonne. Durch die von dem Menschen zusätzlich in die Atmosphäre gebrachten Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW), wird dann ein sogenanntes Ozonloch verursacht, die Ozonschicht nimmt in diesem Bereich stark ab. Die Folge: UV-Strahlung gelangt in höherer Dosis auf die Erde.

Nur einen geringen Eigenschutz vor UV-Licht

Die Haut von Kindern ist nicht nur sehr viel dünner und durchlässiger, als die von Erwachsenen, sie hat auch keine Eigenschutzmechanismen, wie Pigmentierung und Lichtschwiele entwickelt, die sie vor UV-Licht schützen. Auch der hauteigene Säureschutzmantel und Talgdrüsen sind noch nicht voll ausgebildet. Demzufolge bedarf Kinderhaut erhöhten Schutz vor Sonne. Und zwar nicht nur in direkter Sonne, sondern selbst im Schatten. Der UV-Schutzfaktor, den ein schattiger Platz unter einem Baum bietet, soll zehn betragen, der unter einem Sonnenschirm gerade mal fünf. Die Wolken hingegen stellen laut Experten keinen Schutz vor schädlichen UV-Strahlen dar. Im Gegenteil: Lockere und weiße Cumuluswölkchen – die sogenannten „Schäfchenwolken“ – erhöhen die UV-B-Bestrahlung gegenüber dem klaren Himmel sogar, weil sie die Strahlen streuen und zur Erde reflektieren.

Am Besten gelingt Sonnenschutz mit spezieller Schutzkleidung von Kopf bis Fuß – wohlgemerkt: Bei Klein und Groß. Insbesondere die auch gerne mal „Sonnenbänke“ genannten und den Sonnenstrahlen besonders stark ausgesetzten Körperstellen, wie etwa Nase, Lippen, Nacken, Ohren, Schultern und Fußrücken sollten dabei ausreichend geschützt sein. Das heißt ganz praktisch: Auf den Kopf gehört eine Kopfbedeckung, die den Kopf schützt, dem Gesicht ausreichend Schatten spendet und auch einen Nackenschutz hat. Langärmelige Oberteile und auch lange Hosen aus schützenden Materialien sind wie ein Schutzschild auf der Haut.

Als Alternative haben sich Sommergewebe bewährt, die dicht und fest sind – zum Beispiel Seide, Leinen, Hanf oder Baumwolle. Letztere hat aber auch nur einen Schutzfaktor von zehn. Außerdem sind natürliche Stoffe längst nicht so geeignet zum Baden und Schwimmen, wie die Hightech-Materialien. Die Kinderhaut sollte sowohl an allen unbedeckten, als auch an den von Kleidung bedeckten Stellen mit Sonnenschutzmitteln eingerieben sein. Ganz wichtig: Eine Sonnenbrille, die die empfindlichen Augen schützt.

Sonnenschutz-Kosmetika und andere

Optimaler Sonnenschutz kann nicht nur vom Auftrag auf die Haut geboten werden. Da kaum ein chemischer oder physikalischer Filter allein gegen alle schädlichen Strahlen der Sonne wirkt, werden mehrere Filter in einem Sonnenschutzmittel kombiniert. Die kann der Verbraucher mit anderen Sonnenschützern, wie Sonnenbrille und Sonnenschutzkleidung ergänzen sollte. Da Sonnenschutzmittel als Kosmetika gelten, unterliegt ihre Ausgestaltung der geltenen Kosmetikverordnung. Dort sind die momentan erlaubten UV-Filter in Anlage sieben mit den zugehörigen Richtlinien aufgelistet. Der Sonnenbrille kommt eine sehr wichtige Rolle zu und deshalb empfehlen Experten, nicht nur auf die Qualität der Gläser zu achten, sondern auch Form und Passform des Gestells dem eigentlichen Zweck der Brille zu unterwerfen. Modische Aspekte müssen deshalb nicht gleich unbeachtet bleiben.

Das Gestell sollte die Augen davor schützen, dass seitlich oder von unten und oben Sonnenstrahlen zu ihnen vordringen können. Dicht soll eine Sonnenbrille sitzen – jedoch nicht so dicht, dass man sie mit den Wimpern berührt und breitere Bügel helfen, seitwärts gegebenenfalls einfallendes Streulicht zu blockieren. Den gleichen Zweck erfüllen übrigens Gläser, die sich leicht um das Auge herum biegen. Optimalen Schutz versprechen Sonnenbrillengläser, die das UV-Licht aller Wellenlängen unterhalb von 400 Nanometern blockieren. Entsprechend ausgerüstete Brillengläser erkennt man gut an einem entsprechenden Aufkleber „UV 400“ – aber leider ist die Norm nicht standardisiert.

Inzwischen weiß man, dass auch von den blauen Lichtanteilen Gefahr fürs Auge ausgehen kann. Deshalb sollten Verbraucher schon beim Kauf einer Sonnenbrille auch gezielt nach dieser Fähigkeit fragen. Einige Optiker bieten schon entsprechende Tests und Produkte an.

Chemische UV-Filter: Schützende Eindringlinge in die Haut

Chemische Sonnenschutzfilter sind Stoffe, die Sonnenlicht absorbieren können. Sie dringen laut Experten in die Haut ein und verwandeln die UV-Lichtenergie in Wärmeenergie, keinen Schaden verursacht. Problematisch an den Wirkstoffen ist ihre Photostabilität. Sie zersetzen sich angeblich unter Einwirkung von UV-Licht. Dabei kann es dann zu Reaktionen zwischen den Zerfallsprodukten und körpereigenen Stoffen kommen – allergene oder toxische Wirkungen sind eine mögliche Folge.

Allerdings soll es bei den modernen chemischen Filtern eher selten sein, eine Kontaktallergie zu bekommen. Heute verwendete chemische Filter gelten als unbedenklich, so schätzt es das Bundesinstitut für Risikoberwertung (BfR) ein. Laut eines Berichts der Online-Ausgabe der Welt hätten Forscher von der University of California gezeigt, dass UV-Filter die eben auch in Deutschland für Sonnenmilch zugelassen sind, „Octylmethoxycinnamat, Benzophenon-3 und Octocrylen relativ schnell in tiefere Hautschichten eindringen.“ Damit verlieren obere Hautschichten ihren eigenen UV-Schutz. „Zudem verproduzieren die UV-Filter in den Tiefen des Gewebes hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die genau wie die Strahlung das Erbgut der Zellen schädigen können“, heißt es weiter. Neue Wege gehen Hersteller, indem Sie die chemischen Filter „verpacken“, wodurch sie wiederum gegen das UV-Licht wirken, aber keinen direkten Kontakt mehr mit der Haut haben.

Reflektion und Streuung durch nicht lösliche Mineralien

Sogenannte physikalische oder mineralische Sonnenschutzfilter sollen die UV-Strahlen auf der Hautoberfläche reflektieren und streuen, sodass sie erst gar nicht bis zur Haut vordringen, in diese eindringen und dort Schaden verursachen können. Sie werden häufig für sensible Kinderhaut und die von Allergikern empfohlen, weil sie „ohne Chemie“ auskommen. Als eigentlicher Sonnenschutz wirken dabei nicht lösliche Mineralien, wie Titandioxid-Partikel oder Zinkoxid-Partikel. Solche Partikel dienen auch zur Beschichtung spezieller Sonnenschutzkleidung und haben eine Größe im Nanometerbereich.

Nanopartikel sind jedoch umstritten. Ihre Wirkung im Körper ist längst noch nicht vollständig geklärt. Je nach Studie und Auftraggeber gibt es Fürs und Widers. Außerdem wirken solch physikalische Filter vor allem gegen UV-B-Strahlen, ihre Abwehrkräfte gegenüber UV-A-Strahlen sollen längst nicht so gut sein. Deshalb hätten einige Hersteller diese vom Markt genommen, als 2009 eine EU-Verordnung in Kraft trat, die von den Sonnenschutzmitteln verlangt, einen einheitlichen Mindestschutz vor UV-A-Strahlung zu bieten und ein Verhältnis von mindestens eins zu drei zwischen UV-A- und UV-B-Schutz aufweisen. So heißt es bei elternwissen.com.

Was sagt er aus?

Der sogenannte Lichtschutzfaktor (LF oder LSF abgekürzt) gibt Auskunft über die Wirksamkeit eines Sonnenschutzmittels. Er gibt an, wie viel länger Sie sich mit einem Sonnenschutzmittel in der Sonne aufhalten können, ohne dass Ihre Haut Schaden nimmt. Dabei bezieht er sich auf die Eigenschutzzeit. Anders ausgedrückt könnten Sie mit einem LSF von 30 rein rechnerisch dreißig Mal so lang in der Sonne liegen, wie ohne und bekämen keinen Sonnenbrand. Im Allgemeinen geht man bei ungebräunter Haut von etwa 20 Minuten Eigenschutzzeit aus. Dabei ist diese Zeit unter anderem abhängig vom Hauttyp, sowie von der aktuellen Umgebung – in den Tropen, am Wasser und bei Schnee ist sie stark verkürzt.

Entsprechend der geltenden EU-Regelung werden die Sonnenschutzmittel nach dem Niveau ihrer Schutzfähigkeit eingeteilt:
– LSF 6 und 10 bedeuten: Niedriges Schutzniveau
– LSF 15, 20 und 25 bedeuten: Mittleres Schutzniveau
– LSF 30 und 50 bedeuten: Hohes Schutzniveau
– LSF 50+ bedeutet: Sehr hohes Schutzniveau

Experten weisen immer wieder darauf hin, dass diese Schutzwirkung nur erzielt wird, wenn das Sonnenschutzmittel optimal aufgetragen wird. Professor Dr. Rolf Daniels vom Pharmazeutischen Institut der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen erklärt in der Pharmazeutischen Zeitung online: „Das Schutzniveau des deklarierten Lichtschutzfaktors wird allerdings nur erreicht, wenn eine dem Test entsprechende Menge (2 mg/cm²) appliziert wird. Dies entspricht durchschnittlich gut drei Esslöffeln für die einmalige Anwendung bei einem Erwachsenen. Der Tagesbedarf einer vierköpfigen Familie bei nur zweimaliger Anwendung summiert sich somit auf 200 bis 250 Milliliter. In der Praxis benutzen Verbraucher jedoch deutlich weniger, als zum Erreichen des Lichtschutzfaktors notwendig ist. Durchschnittlich liegt die tatsächliche Auftragemenge in der Größenordnung von 0,5 mg/cm², wodurch sich der erreichbare Schutz immens verringert.“

Auch die Bezeichnung „Sunblocker“ darf nicht mehr verwendet werden. Der Grund: Verbraucher könnten fälschlicherweise vermuten, dass ein als Sunblocker bezeichnetes Sonnenschutzmittel sie vollständig zu schützen vermag.

Die Unterschiede zwischen kosmetischen Mitteln

Wer sich in einer Drogerie vor das Regal mit den Sonnenschutzmitteln stellt, ist vielleicht von deren Vielzahl und Vielfalt überrascht. Neben Cremes gibt es zum Beispiel Milch, Gel Schaum und natürlich unzählige Produkte zur Pflege der Haut nach dem Sonnenbad und Mittel zum Selbstbräunen der Haut. Doch ist es eigentlich von Bedeutung, zu welcher Art man greift? Flüssige Emulsionen, also Milch und Lotionen, sind größtenteils sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Sie lassen sich auch recht leicht auf der Haut verteilen, ziehen schnell ein und hinterlassen keinen klebrigen oder fettigen Film auf der Haut.

Sogenannte Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O) sind „fettiger“ und auch schwerer aufzutragen, als Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) und hinterlassen dabei oft einen fettigen Film auf der Haut. Weil Sie in ihrerBeschaffenheit ziemlich wasserfest sind, werden sie jedoch gerne für Kinder-Sonennschutzmittel verwendet. Allerdings ist zu sagen: Wirklich wasserfest ist einfach kein kosmetisches Sonnenschutzmittel, deshalb sollte man unbedingt nach jedem Bad nachcremen! Je leichter und schneller sich ein Sonnenprodukt auftragen lässt, desto besser – das ist eine Erfahrung, die nicht nur Eltern beim Eincremen ihrer Kinder machen. Die Hersteller haben auf diese Anforderung reagiert und leicht sprühbare Emulsionen in Pumpzerstäubern auf den Markt gebracht. Sonnenschutzcremes allgemein sind entweder feste O/W- oder W/O-Emulsionen, die sich auch relativ gut auftragen lassen.

Umgang mit den Sonnenstrahlen

In den einzelnen Listenpunkten sind wichtige Regeln für den Umgang mit Sonnenstrahlen bereits angeführt. Hier kommt ein umfassendes Regelwerk:

  1. Meidet die Sonne, wann immer Ihr es könnt. Vor allem die Mittagsstunden solltet Ihr möglichst im kühlen Schatten eines Hauses verbringen, während dieser Zeit ist die UV-Strahlung am Höchsten.
  2. Tragt draußen – sowohl in der strahlenden Sonne, als auch bei bewölktem Himmel – möglichst immer eine Kopfbedeckung, langärmelige und langbeinige Sonnenschutzkleidung, eine Sonnenbrille und kosmetische Sonnenschutzprodukte.
  3. Kauft kosmetische Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren für den geplanten Aufenthalt in der Sonne.
  4. Verwendet pflegende Kosmetika, die mit LSF ausgerüstet ist, im Alltag.
  5. Gewöhnt Euch an, Sonnenschutzmittel als ständigen Begleiter bei sich zu tragen und regelmäßig zu nutzen.
  6. Verwendet Sonnenschutzmittel nicht länger als zwölf Monate, es heißt, deren Wirkung lasse rapide nach, je älter die Mittel wären.
  7. Schützt unbedingt Eure „Sonnenbänke“, also Lippen sowie Nase, Ohren, Schultern, Nacken und Fußrücken – vor der Sonne.
  8. Kosmetische Sonnenschutzmittel sollte man immer reichlich und regelmäßig auftragen. Ein Sonnenbrand ist auf jeden Fall zu vermeiden.
  9. Schützt die Haut Eurer Kinder besonders vor der UV-Strahlung. Babys und Kleinkinder bis zum Erreichen eines Alters von drei Jahren sollten überhaupt nicht ungeschützt in der Sonne sein. Alle Kinder bis sieben Jahre brauchen unbedingt Sonnenschutz, da ihre Haut sich noch nicht von allein zu schützen vermag.
  10. Tragt auch beim Baden Schutz – Wasser reflektiert UV-Strahlen und verstärkt so deren Wirkung. Spezielle Strandkleidung lässt Euch auch im Sand nicht übermäßig schwitzen.
  11. Verzichtet auf dekorative Kosmetik und Parfüm, wenn Ihr Euch mit Sonnenschutz-Kosmetika schützt. Es könnte andernfalls zu allergischen Reaktionen kommen, warnen Experten.
  12. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte deren Phototoxität kennen, denn manche Medikamente erhöhen die Sensibilität der Haut gegenüber UV-Strahlen.
  13. Besucht keine Solarien.

Lebt nach dem Motto: Gesunde Bräune gibt es nicht. Und beherzigt die Erkenntnis, dass Haut und Augen keinen einzigen UV-Strahl vergessen. Kein Sonnenschutz ist hundertprozentig wirksam.

Foto: Doreen Brumme

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