Trockenes Blatt mit Flügeln eines Insekts

Doreens Bestenliste: 10 Dinge, die Kids draußen sammeln können plus Bastelideen

Kinder spielen gerne, die meisten am liebsten draußen – und das bei jeder Witterung. Denn die freie Natur bietet viele spannende Schätze, die es für die Kleinen zu entdecken gibt!

Habt keine Angst, Eure Kids auch bei Schmuddelwetter ins Freie zu lassen – für die Entwicklung der Kinder ist es nur von Vorteil, sie mit unterschiedlichen Wettern aufwachsen zu lassen. Bei uns in Hamburg sagt man dazu: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Und australische Forscher wollen herausgefunden haben, dass das Spielen im Freien sich positiv auf die Entwicklung der Sehkraft von Kindern auswirkt. Klar, nicht immer schaffen es wir Eltern auf Anhieb, die Kinder aus dem Kinderzimmer oder gar von PC, Spielekonsolen oder Fernseher nach draußen locken. Doch draußen gibt es viel zu entdecken und zu sammeln, zu jeder Jahreszeit. Weckt den Forscherdrang der Stöpsel, schürt das Jagdfieber und rüstet die Kinder mit entsprechenden Utensilien aus, um die Natur zu erkunden und deren Schätze zu bergen.

Hier kommen die spannendsten Dinge, die Kinder draußen sammeln können. Verbunden mit Ideen, was Ihr gemeinsam mit den Kids aus den Fundstücken machen könnt.

Die 10 spannendsten Dinge, die Kids draußen sammeln können im Überblick:

  1. Muscheln
  2. Steine
  3. Treibholz
  4. Treibglas
  5. Sand und Erde
  6. Blätter und Blüten
  7. Rinde, Zapfen, Moos
  8. Pilze, Beeren und andere Früchtchen
  9. Tote Insekten
  10. Müll

Urlaubserinnerungen und Accessoires

Kinder werden wie von Zauberhand zum Muschelsucher, sobald sie am Strand sind. Und auch wir Eltern können uns der Sammelleidenschaft nur schwer entziehen, oder? Ausgerüstet mit Eimer, Schaufel und Kescher, wettergerechter Kleidung und Sonnenschutz kann eine Muschelsuche am Strand für viele Stunden aufregende Beschäftigung bedeuten. Wer nach der Muschelsuche alle Muscheln wäscht und auf einem Handtuch zum Trocknen ausbreitet (das kann man auch gut im Urlaubshotel machen), der braucht die Muscheln nur noch heil nach Hause zu bringen. Viele Kinder sind daran interessiert, mehr über ihre gefundenen Muscheln zu erfahren. Dabei helfen Muschelbestimmungsbücher, entsprechende Internetseiten oder Ausstellungen und Museen.

Muscheln sind nicht nur Erinnerungsstücke an einen schönen Tagam Meer, die daheim in einem Karton darauf warten müssen, ab und an mal unter dem Bett hervorgeholt zu werden. Nein, Muscheln sind längst zu Accessoires geworden, mit denen man sich oder die Wohnung dekorieren kann. Gegebenenfalls mit der Hilfe von Mama und Papa ist schnell ein Loch in die Muschel gebohrt, sodass sie sich als Schmuckstück an Hals, Hand- oder Fußgelenk tragen und zur Schau stellen lässt. Wem das zu „kunstgewerblich“ ist, der sucht besonders schöne Behälter, um die Muscheln aufzubewahren und gleichzeitig auszustellen, etwa Gläser, Vasen oder Schaukästen.

Man kann Muscheln auch auf Schnüre ziehen und daraus eine Art Fliegenvorhang für Fenster, Balkon- oder Terrassentür basteln. Sind genug Muscheln da, ist es möglich, damit ganze Wände zu gestalten, beispielsweise im Badezimmer – oder gar die ganze Badewanne.

Auch Möbel lassen sich mit Muscheln bekleben, etwa Beistelltischchen oder Kommoden. Besonders große Muscheln eignen sich auch als Seifenschälchen am Waschtisch oder als Aufbewahrung für Schmuck. Wer sich von seinen Muscheln gut zu trennen vermag, kann sie auch als kleines Mitbringsel an Freunde im Kindergarten oder in der Schule verschenken.

Steinzeit in Haus und Garten

Irgendwann packt es wohl jedes Kind: das Jagdfieber nach dem schönsten Stein auf Erden. Steine kann man nahezu überall suchen und finden: kleine, die man in der Hosentasche verstecken kann oder große, die Mama mit dem Buggy oder gar Papa mit dem Auto nach Hause transportieren muss.

Beim Bestimmen der Steine helfen Bücher und das Internet. In Hamburg kann man mittwochs am Nachmittag auch mit seinen Schätzen ins Mineralogische Museum an die Uni gehen und dort kostenlos erfahren, welcher Gesteinsart der gefundene Schatz ist.

Steine kann man ausstellen und als Deko benutzen, man kann sie beispielsweise bemalen, bekleben, mehrere Steine zu Figuren zusammenfügen oder aus vielen Steinen Beetumrandungen im Garten oder gar ganze Gartenwege legen.

Steine bieten Raum für Fantasie: Sie werden zum Bau von Burgen und Schlössern gebraucht und auch schon mal als Grabstein für das Begräbnis des verstorbenen Haustiers. Steine können als Glücksbringer verschenkt werden oder zum ständigen Handschmeichler in Hosentaschen werden.

Weit gereiste Wellenbretter

Das Meer birgt Schätze, die Kinder zu schätzen wissen. Dazu gehört neben den schon aufgelisteten Muscheln und Steinen auch Treibholz. Ob alte Planken oder Baumwurzeln und Äste – das Meer macht daraus zauberhafte Gebilde, die die Fantasie anregen. Schließlich sind die Stücke schon auf so mancher Welle geschaukelt.

Treibholz lässt sich prima sammeln und mit etwas Geduld auch ganz gut trocknen. Anschließend kann man es bemalen oder natürlich lassen, um damit Lebensräume zu dekorieren.

Besondere Treibholzstücke lassen sich auch zu Möbeln verarbeiten, beispielsweise zu einem Sitz oder einem Tisch. So manches Treibholz wurde zum Kerzen- beziehungsweise Kronleuchter umgebaut, auch Garderobenhaken sind daraus machbar.

Ein bunter Scherbenhaufen

Welche enorme Kraft das an sich weiche Wasser hat, begreifen Kinder besonders schnell, wenn sie am Strand nach Schätzen suchen und dabei auf rundgewaschenes Treibglas stoßen.

Einerseits trauriger Beleg der zunehmenden Umweltverschmutzung sind die bunten, kinderhandschmeichelnden Scherben, andererseits aber schöne Fund- und Erinnerungsstücke. Wer genug bunte Scherben findet, kann daraus tolle Dinge basteln – allem voran genannt: das Mosaik. Ob in einem Bilderrahmen als Kunstwerk, auf den Rahmen von Bildern oder Spiegeln, oder als Tischplatte – ein selbst gelegtes Mosaik ist zeitlos schön und das nicht nur in Kinderaugen.

Man kann die Meeresscherben aber auch auf Stoff kleben und so Vorhänge oder Wandbehänge erschaffen, die einzigartig sind. Zu ebensolchen Unikaten werden auch Flaschen, Gläser, Dosen, Kartons oder Boxen, die mit den gläsernen Scherben verziert werden.

Besonders glücklich ist wohl der Schatzjäger, der eine ganze Flasche aus dem Meer fischt – eine echte Flaschenpost womöglich. Solch eine Flasche ist mitunter richtig alt – und ein Schmuckstück in jedem Kinderzimmer.

Die Vielseitigkeit der Welt

Sand in Sicht! Welche Kinderhand kann sich angesichts von Sand schon lange zurückhalten? Doch Sand muss nicht immer nur zum Spielen herhalten: Er kann auch selbst zum begehrten Sammelobjekt werden. Mit der Zeit werden die kleinen Sand- und Erdsammler merken, wie vielseitig die verschiedenen Erden beschaffen sind.

Und das Sandsammeln ist zeitlos: Es gibt viele Erwachsene, die ihrer Sandsammelleidenschaft ungebrochen frönen und sich von Reisen in ferne Länder ein bisschen fremde Erde mitbringen. Schöner Sand kann auch ein Mitbringsel für den zu Hause gebliebenen Menschen sein. Und zum Sandsammeln braucht man nur eine gute Schaufel und ein oder mehrere Behältnisse, um ihn nach Hause zu transportieren.

Das Zurschaustellen von Sand geht am besten in durchsichtigen Behältnissen: Gläser, Flaschen, Glaskästen oder einem Tisch mit Schaukasten. Mancher sammelt den unterschiedlichen Sand in vielen kleinen Reagenzgläsern nebeneinander aufgereiht, ein anderer schichtet seinen Sand nach und nach in einem großen Terrarium oder Aquarium. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Wer mag, kann sich an Sandbildern versuchen – im Internet kursieren zahlreiche Anleitungen dazu, wie man Sandbilder klebt oder bewegte Sandbilder zwischen zwei Glasplatten anfertigt.

Bunter Blattsalat

Der Klassiker sind Blattsammlungen nebst Blüten oder Früchten – je nach Jahreszeit – des entsprechenden Gewächses, die nahezu jeder in seiner Schulzeit mehr oder minder freiwillig und demzufolge mit mehr oder weniger Freude angefertigt hat. Das Zusammenstellen einer Blättersammlung mag einem Zwölfjährigen langweilig werden – für jüngere Kinder ist es meist ein spannendes Abenteuer.

Doch eine trockene Blättermappe ist nicht alles, was man aus Blättern, Blüten oder Früchten machen kann, die man selbst gesammelt, getrocknet und zum Teil gepresst hat. Die Pflanzenteile können auch zum Gestalten von Collagen und Geschenkverpackungen oder zur Dekoration von Räumen benutzt werden.

Kerzen lassen sich damit verzieren, Fahrräder, Hüte und selbst als Schmuckstück lassen sich manche Pflanzenteile tragen. Nicht zuletzt kann man aus vielen wilden Blättern auch Salate machen – Rezepte für wilde Blattsalate gibt’s zuhauf im Internet.

Faszinierende Welten

Ein Baum ist ein Baum? Nein, für Kinder ist ein Baum manchmal auch ein Wesen aus einer anderen Welt. Man kann seine Rinde ertasten, dem Wind lauschen, der seine Blätter zum Rauschen oder den Stamm zum Knarren bringt, man kann seine Früchte sammeln oder erkunden, wem der Baum eine Wohnstatt bietet.

Lose Rindenstücke vorsichtig angehoben gewähren Einblick in die Lebenswelt darunter, Käfer und Würmer, die zum Beispiel dem Specht als Nahrung dienen, können so beobachtet werden.

Das Alter dicker Bäume lässt sich leicht bestimmen, wenn man sie mit den Armen umspannt – jeder Mensch ist von Fingerspitze zu Fingerspitze genauso breit wie groß, heißt es. Und auch die Himmelsrichtungen ließen sich grob festlegen, wenn man die Wetterseite allein stehender Bäume findet, heißt es weiter.

Aus Rinde, Zapfen, Früchten und Moos lassen sich Schiffchen oder Flöße für Bäche vor Ort basteln, auch kleine Sperren für Wasserläufe sind damit schnell gebaut. Aber Achtung: Die Sperren sollten wieder entfernt werden, wenn man den Wald verlässt, wer weiß schon, welchen Lebensraum welchen Lebewesens man sonst plötzlich auf Dauer verändert.

Futtersuche für kleine Entdecker

Wer mit Kindern in Feld und Wald unterwegs ist, sollte zu jeder Jahreszeit – insbesondere aber zur Erntezeit – immer ein Körbchen oder Eimerchen dabei haben. Kinder sind Entdecker und wenn ihnen ein Essen aus selbst gesammelten Zutaten in Aussicht gestellt wird, ist ihre Sammelfreude kaum zu bremsen.

Doch Vorsicht: Ob Ihr Feld- und Waldfrüchte oder Pilze sammelt, achtet unbedingt darauf, dass ein pflanzenkundiger Mensch mit von der Partie ist, damit nicht aus Unkenntnis ungenießbare oder gar giftige Früchte in Korb oder Eimer landen.

Nutzt solche Ausflüge, um die Kinder auf den Urgeschmack der Dinge zu bringen, lasst die Kids ruhig noch vor Ort das Sammelgut kosten -sie können es ja mit einem Schluck Wasser aus der Trinkflasche waschen. Nichts schmeckt besser als „frisch und selbst gepflückt“. Und auch das kann man den Kindern dabei zeigen – die vielen Früchte eines Baumes sind selten alle so gleichmäßig und perfekt gestylt wie im Supermarkt.

Zuhause angekommen solltet ihr Euren Nachwuchs in die Verarbeitung der gesammelten Früchte unbedingt mit einbeziehen. Erstens schmeckt die gemeinsam zubereitete Speise viel besser als ein von Erwachsenen vorgesetztes Essen, und zweitens lernen die Kleinen dann alle nötigen Stationen kennen, die eine Frucht durchläuft, um mundgerecht auf dem Teller zu liegen.

Waldfrüchte wie Eicheln, Bucheckern und Kastanien kann man aber auch sammeln, um sie in Tiergehegen, Zoos oder beim Förster abzugeben. Die Früchte werden an die (Wild)tiere verfüttert – die Kinder helfen also den Wildtieren, zu überwintern.

Maikäfer neben 1-Euro-Münze

Das große Krabbeln

Viele Kinder sind schwer beeindruckt von geflügelten Lebewesen und krabbelnden Vielbeinern. Aber: Je nach Mamas und Papas ureigensten Ängsten verhalten sich auch unsere Kids – sie kopieren unser teils unangebracht schreckhaftes Verhalten Insekten gegenüber. Schade – aber Tatsache.

Faszinierend dagegen ist es, zu beobachten, wie ein Kind sich toten Insekten gegenüber verhält. Sobald eine tote Biene, Hummel oder Ameise in Sichtweite der Kinder rückt, ist deren Neugier unerschrocken, deren Forscherdrang geweckt: Die toten Tierchen werden oft über Kilometer in den schon leicht verkrampften Händen getragen, um sie herzuzeigen.

Wohl dem, der mit einer Becherlupe unterwegs ist und totes Krabbelvieh darin sammeln und schon vor Ort begutachten kann. Für ausgiebige Studien zuhause empfehle ich eine starke Lupe mit Licht oder gar ein kindgerechtes Mikroskop.

Die toten Insekten kann man in kleinen Schachteln aufbewahren, zum Beispiel in Streichholzschachteln, die man selbst gestaltet. Wer mehrere Schachteln zu einer Art Kommode zusammenklebt, hat Platz für eine kleine Insekten-Sammlung, die man auch noch gut transportieren kann. Doch Vorsicht: Es gibt Schädlinge, die haben tote Insekten zum Fressen gern und machen binnen kurzer Zeit aus schönen Sammlerstücken hässliches Mus.

Tolle Tipps zur sachgerechten Aufbewahrung toter Insekten gibt übrigens der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld auf der kindgerechten Internetseite Kinderrathaus.

Für die Umwelt sammeln

Kaum ein Stück Natur ist heute noch unberührt – trauriger Zeuge dieser Tatsache ist der viele Müll, der umweltunbewusst oder gar vorsätzlich in der Natur weggeworfen wird. So manche Städte und Gemeinden veranstalten in Grünanlagen, Stadtparks und -wäldern regelmäßige Müllsammlungen – Schulen und Kindergärten beteiligen sich häufig daran.

Aber bitte: Wartet nicht nur auf solche offiziellen Gelegenheiten, gemeinsam mit Eurem Nachwuchs Gutes für die Umwelt zu tun. Macht Euer eigenes Ding – Euren familiären Anti-Müll-Tag.

Stellt den Kleinen altersgerechte Aufgaben – zum Beispiel, eine bestimmte Wiese oder einen Waldflecken von Müll und Unrat zu befreien. Achtet darauf, dass die Kinder feste Handschuhe tragen, damit sie nicht mit dem Abfall in Berührung kommen oder sich gar verletzen. Arbeitshandschuhe gibt es nämlich auch in Kindergrößen!

Solche Müllsammlungen haben zum einen den Soforteffekt der Reinigung, klar. Aber die Kinder erlernen dabei auch den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Sie sehen, was mit Müll passiert, der mal eben so im Gebüsch landete und nicht im Abfallbehälter. Sie erkennen mit eigenen Augen beziehungsweise erahnen, wie lange eine Bananenschale, ein Tempo, eine Zeitung, eine Cola-Dose oder eine Wasserflasche brauchen, um zu verrotten.

Statt eines Souvenirs nehmen die Kinder von so einer Müllsammlung eine große Portion Stolz mit nach Hause. Stolz darauf, die Welt ein bisschen sauberer und damit lebenswerter gemacht zu haben. Eine tolle Sammel-Aktion!

Foto: Doreen Brumme

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