Doreens Bestenliste: 10 natürliche Alternativen zu Waschmittel, Weichspüler, Seife & Co.

Saubermacher sind wichtige Helfer in unserem Leben. Doch sie verschmutzen die Umwelt, gelangen ins Abwasser. Gut zu wissen, dass es auch ohne Chemiekeulen geht:

Gehen wir das Beispiel Wäschewaschen einmal genauer durch: Laut Umweltbundesamt (UBA) befinden sich in unseren Haushalten rund 20 Millionen Tonnen Textilien. Für das Waschen davon gelangen jährlich gut 600.000 Tonnen Wäschewaschmittel ins Abwasser, darunter auch spezielle Waschmittel und Weichspüler.

Pro Kopf rechnet das UBA mit einer Wäschemenge von vier Kilogramm pro Woche. Insgesamt liegt der jährliche Stromverbrauch fürs Wäschewaschen bei sechs Milliarden Kilowattstunden Strom und der Wasserverbrauch bei etwa 330 Millionen Kubikmetern Wasser – Trinkwasser wohlgemerkt.

Die Waschmittel sind der größte Anteil an Chemikalien (eine ausführliche Übersicht gibt das UBA), die von deutschen Haushalten aus in die Umwelt gelangen, teilweise sogar direkt. Einige der Inhaltsstoffe von Waschmitteln sind hochgiftig.

Um eines vorwegzunehmen: Waschen ist nie besonders umweltfreundlich. Aber wir als Verbraucher haben es in der Hand, unsere Ökobilanz des alltäglichen Waschgangs zu verbessern. Etwa mit dem Kauf einer öko-korrekten Waschmaschine, der Nutzung von Ökostrom, dem Verzicht auf umweltschädigende Waschmittel und Weichspüler und nicht zuletzt mit dem Verzicht auf die stromfressenden Trockner können wir zumindest umweltbewusst waschen.

Doch es gibt auch öko-korrekte Alternativen zu Waschmittel, Putzmittel und ähnlichem. Die zehn besten davon für Wäsche, Backblech, Hände und Haar stelle ich in der folgenden Liste vor.

Die 10 natürlichsten Alternativen zu Waschmittel, Weichspüler, Seife & Co. im Überblick

  1. Waschnüsse
  2. Gallseife
  3. Kernseife
  4. Waschsoda
  5. Backpulver
  6. Waschball/Waschkugel
  7. Keramikkügelchen
  8. Ökowaschball
  9. Wasser ohne Gas
  10. Lavaerde

Statt Waschmittel und Haarshampoo

Waschnüsse, die auch als Seifennüsse, Rhita oder Reetha gehandelt werden, sind etwa haselnussgroße Früchteverschiedener Seifenbäume aus Asien. Die Nusschalen haben einen natürlichen Seifengehalt, den Menschen in Ländern wie etwa Indien, Nepal und Pakistan seit Jahrhunderten nutzen, um Stoffe aus Wolle, Baumwolle oder Seide und auch ihre Haare zu waschen. Beim Waschen mit den Schalen der Nüsse wird Saponin freigesetzt. Indische Waschnüsse haben davon besonders viel, ihr Saponingehalt kann bis zu 15 Prozent betragen, heißt es bei Wikipedia.

Die Ernte

Der Seifenbaum trägt nach etwa zehn Jahren Wachstum zum ersten Mal Nüsse. Sie werden im September geerntet, getrocknet, geknackt und entkernt. Hierzulande findet man im Handel verschiedene Formen: ganze Nüsse, gebrauchsfertige Schalenhälften, pulverisierte Schalen und zu flüssigem Waschmittel verarbeitete Nussschalen. Manche Schalen stecken bereits in kleinen Beutelchen aus Leinen oder Baumwolle, andere kann man selbst dosieren.

Die Dosierung

Die optimale Dosis der Waschnussschalen pro Waschladung ist abhängig davon, welchen Härtegrad das Waschwasser hat, bei welcher Temperatur man wäscht und wie stark die Wäsche verschmutzt ist. Allgemein wird empfohlen, pro Waschmaschinenfüllung drei bis sieben Schalenhälften direkt in die Waschtrommel zu geben. Je härter das Wasser, desto mehr Schalenhälften sind erforderlich, da die Naturprodukte kein Wasser enthärten können. Je wärmer das Wasser ist, desto mehr Saponin wird freigesetzt. Die Nüsse können bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius zweimal benutzt werden.

Die Waschkraft

Die Waschkraft der Waschnüsse ist umstritten. Verschiedene Tests kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während die einen mit dem Ergebnis, das sie mit Waschnüssen erzielen, zufrieden sind, bemängeln die anderen, dass mit Waschnüssen gewaschene Wäsche nicht strahlend rein wird, weil die Nussschalen keine Bleichkraft besitzen. Dazu sollte man wissen, dass ein Teil der Waschsubstanz während der Spülgänge und auch nach dem Trocknen noch in der Wäsche verbleibt und sich wie ein Grauschleier bemerkbar machen kann.

Die Ökobilanz

Beim Kauf von Waschnüssen sollten umweltbewusste Verbraucher Wert darauf legen, öko-korrekte Produkte zu erwerben. Denn immerhin kommen die Nussschalen von weit her und sind recht preiswert. Von dem Geld, das ihr hier im Laden bezahlt, sollen auch die Menschen vor Ort, die die Nüsse ernten und zum großen Teil in Handarbeit aufbereiten, etwas abbekommen. Wer also auf Waschnüsse in Bioqualität setzt, kann sich herkömmliche Waschmittel sparen. Manch Verbraucher fügt der Wäsche neben den Waschnüssen noch extra Bleichmittel und Wasserenthärter zu. Achtet hier bitte auch auf die Bioqualität dieser Wäschhelfer, sonst zerstört ihr die gute Ökobilanz der Waschnuss-Wäsche.

Statt Fleckenlöser

Gallseife, ein altbekanntes Hausmittel gegen Flecken aller Art, verspricht gute Reinigungswirkung bei weißen und auch bunten Textilien, Kunstfasern und Naturfasern. Insbesonders gegen die Fett-, Blut-, Stärke-, Eiweiß- und Obstflecken hat Gallseife sich bestens bewährt. Das gilt ebenso für ungeliebte Tinten- wie auch Kugelschreiber-, Gras-, Lippenstift- und Filzstiftflecken. Es gibt Gallseife hierzulande in flüssiger und fester Form in Drogerien und gut sortierten Supermärkten.

Was ist Gallseife?

Der Name ist Programm: Sie besteht tatsächlich aus Kernseife und Galle – genauer gesagt aus Rindergalle. Die darin enthaltenen Gallensalze wie Glycholsäure oder Taurocholsäure wirken als Emulgator.

Die Dosierung

Man kann Gallseife als Waschverstärker bei Wäsche zwischen 30 und 60 Grad zugeben, um die Reinigungskraft des Waschmittels zu erhöhen. Zum Entfernen von Flecken feuchtet man die betroffene Stelle am besten an, reibt mit der Gallseife kräftig darüber und wäscht das Ganze – ohne die Gallseife vorher auszuspülen – wie gewohnt mit der Wäsche in der Waschmaschine mit.

Die Ökobilanz

Achtet auch beim Kauf von Gallseife auf das Bio-Siegel, dann sind auch die Inhaltsstoffe öko-korrekt. Gallseife ist ein natürliches Produkt, das ohne waschaktive und umweltschädigende Substanzen, wie Tenside, auskommt.

Gegen hartnäckigen Schmutz an den Händen

Ihren Namen trägt die Kernseife zu Recht. Er wird abgeleitet aus der Art und Weise, wie die Seife gewonnen wird. Dazu scheidet man von einer in reichlich Wasser kochenden Seifenmasse den sogenannten Seifenkern ab, indem man Kochsalz zugibt. Dies nennt man „Aussalzen“. Der Seifenkern schwimmt als Masse auf dem Sud und wird nach und nach fester, also „kerniger“.

Kernseife zum Wäschewaschen ist umstritten

Während unsere Großeltern wohl auch ihre Wäsche noch mit Kernseife reinigten, wird heute davon oft abgeraten. In verschiedenen Internet-Diskussionen wird die Kernseife als aggressiv gegenüber den textilen Fasern und deshalb nicht als empfehlenswert beschrieben.

Kernseife zum Händewaschen ist umstritten

Da Kernseife sehr gute tenside Eigenschaften besitzt und insbesondere Fette und mineralische Öle löst, die sonst nur schwer in Wasser löslich sind, wird sie von dem einen oder anderen immer noch gerne zum Reinigen der Hände verwendet. Auch das ist nicht unumstritten, denn die Kernseife entfettet angeblich die Haut. Andere werben aber sogar mit der Milde und Hautverträglichkeit von Kernseifen aus Palmöl (das an sich schon umstritten ist) und Kokosfett. Je nach verwendetem Rohstoff sind die Eigenschaften von Kernseife unterschiedlich. Es ist zu empfehlen, auf öko-korrekte Bio-Kernseife zurückzugreifen, die für sensible Haut und/oder Allergiker als geeignet eingestuft wird. Übrigens: Kernseife ist ein wichtiges Gestaltungsmittel bei sogenannten Dreadlocks. Außerdem wird ihre alkalische Lösung mit Wasser gern gegen Entzündungen benutzt.

Statt Putzmittel, Fettlöser und Wasserenthärter

Waschsoda, auch Natriumcarbonat genannt, ist vielen als umweltschonendes Hausmittel gegen besonders hartnäckigen Schmutz in der Küche überliefert worden. Das meist pulvrige Waschsoda hilft sehr gut bei eingebrannten Speiseresten. Dafür macht man eine Lauge aus zwei bis drei Esslöffeln, die in fünf bis zehn Litern warmes Wasser aufgelöst werden. Darin weicht man den Gegenstand für einige Stunden ein. Diese Lauge ist eine wirksame Waffe gegen den lästigen Fettfilm in der Küche, etwa ganz oben auf den Schränken oder auf der Dunstabzugshaube. Dazu kann man die Waschsodalauge in eine Sprühflasche füllen. Außerdem ist Waschsoda auch geeignet, um Holz zu reinigen, und selbst Steinplatten auf der Terasse können damit geputzt werden.

Vorsicht: nicht an die Haut lassen

Waschsoda in Wasser aufgelöst, bildet eine alkalische Lauge – deshalb sollte man nur mit Gummihandschuhen damit arbeiten.

Wie wirkt Waschsoda?

Die alkalische Lauge lässt Schmutz aufquellen, verseift und löst ihn zum Teil. Säuren werden neutralisiert und das Wasser wird weicher. Deswegen setzt man es auch beim Waschen von Wäsche ein – es enthärtet das Wasser und man braucht weniger waschaktive Substanzen. Waschsoda spart also auch Waschmittel. Aber Waschsoda braucht eine gewisse Einwirkzeit. Deshalb sollte man es immer erst lösen, bevor der eigentliche Putz- oder Waschvorgang gestartet wird.

Was sollte nicht mit Waschsoda gereinigt werden?

Aluminium darf nicht mit Waschsoda gereinigt werden! Auch Naturfasern wie Wolle und Seide vertragen kein Waschsoda, denn die tierischen Fasern können insbesondere in heißer Lauge quellen.

Statt Scheuermittel und Waschmittel

Das „gute alte“ Backpulver bringt nicht nur den Kuchenteig dazu, optimal aufzugehen. Bewährt hat sich Backpulver zum einen als Bleichmittel für weiße Wäsche. Zum anderen kann es angelaufenem Silber wieder zu frischem Glanz verhelfen. Dazu rührt man eine Paste an, indem man drei Tütchen Backpulver mit Wasser vermengt. Die sehr feste Paste sollte gut zehn Minuten auf dem Silber einwirken, bevor sie mit klarem Wasser abgespült wird. In der Küche hilft Backpulver, ähnlich wie Waschsoda, gegen den Fettfilm. Zum Putzen streut man Backpulver auf einen feuchten Lappen. Das Pulver saugt das Fett gut auf. Dabei bilden sich Krümel, die man dann leicht mit einem frischen feuchten Lappen abnehmen kann. Im Bad nutzen viele Backpulver, um die Fugen zwischen den Fliesen zu reinigen – am besten mit einer Zahnbürste oder einer speziellen Fugenbürste.

Als mechanischer Helfer

Der aufmerksame Verbraucher begegnet immer häufiger Waschkugeln oder auch Waschbällen. Die einfachsten und preiswertesten sind Kunststoffbälle oder Ähnliches in der Größe eines Tennisballs. Teilweise sind sie mit Noppen ausgestattet und oft kann man mehrere zusammen in einer Packung kaufen. Das macht ihre Anschaffung in der Regel günstiger. Die Hersteller versprechen eine Lebenszeit von bis zu zehn Jahren – wohlgemerkt bei regelmäßiger Nutzung in der Waschmaschine. Ein Waschball soll in der Waschtrommel helfen, indem er die Wäsche zusätzlich rubbelt und walkt. Das ist insbesondere im Kampf gegen hartnäckige Verschmutzungen wirksam.

Statt Waschmittel

Im Gegensatz zu den einfachen Waschbällen sollen spezielle und teurere Waschbälle oder Waschkissen das herkömmliche Waschmittel ersetzen können. Diese beinhalten Keramikkügelchen und sind wirkungsvoll gegen hartnäckige Gerüche wie beispielsweise Schweiß. Die speziellen Keramikkügelchen sorgen dafür, dass das Wasser auf der Molekülebene besser interagiert und der pH-Wert optimiert wird. Je nach Waschtrommelbefüllung braucht man für eine effektive Reinigung der Wäsche bis zu zwei Waschbälle oder -kissen. Bei Anschaffungskosten um die 20 Euro pro Ball soll sich die Anschaffung demnach über die lange Lebensdauer des Produkts rentieren.

Statt Waschmittel, Wasserenthärter und Weichspüler

Der sogenannte Ökowaschball von Wellos ist ein mit Keramikkügelchen gefüllter Waschball, dessen „Waschkraft“ noch weiter entwickelt sein soll. Er ersetzt Waschmittel und Weichspüler und wirkt antibakteriell. Laut seines Anbieters befinden sich im Ökowaschball vier verschiedene Arten von Keramikkügelchen. Die können Wassermoleküle in erhöhte Bewegung versetzen, sodass sie tiefer in das Gewebe der Wäschestücke eindringen. Dazu strahlen sie negative Ionen aus, die den Schmutz von den Fasern lösen. Darüberhinaus neutralisiert der Ökowaschball das im Wasser enthaltene Chlor. Dank zweier starker Magnete gelingt es dem Ökowaschball, die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Waschwassers zu verändern. Er ersetzt so den Wasserenthärter und setzt vermehrt Sauerstoff aus den Wassermolekülen frei. Das wirkt wiederum aktiv gegen Gerüche, geruchsbildende Bakterien und Unreinheiten. Allerdings soll der Ökowaschball mit Nanotechnologie arbeiten – und die ist mehr als umstritten. Vor allem deshalb, weil Nanopartikel wohl die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.

Entlüftetes Wasser

Laut Medienberichten haben australische Forscher bereits vor einigen Jahren eine Möglichkeit entdeckt, wie man gänzlich waschmittelfrei waschen kann. „Öl- und Fettflecken können mit purem Wasser, ohne Zugabe von Seife, gereinigt werden“, sagte Professor Richard Pashley von der Australian National University in Canberra – wenn man dem Wasser Gas entzieht. Das berichtete das Wissenschaftsmagazin „Nature“ im Januar 2005. Waschen mit Wasser ohne Gas? Das steckt dahinter: Fettiger und öliger Schmutz lässt sich bekanntlich nicht mit Wasser lösen. Anders ist es, wenn das Wasser keine Luft mehr enthält – möglich durch sogenannte „Entgasung“. Dazu wird es durch eine poröse Membran gepumpt. Sprüht man das Wasser anschließend auf Flecken, sind herkömmliche Reinigungsmittel und Waschmittel überflüssig. Pures Wasser, dem lediglich die Luft entzogen wird, lässt eins nicht entstehen: Umweltprobleme.

Statt Seife und Shampoo

Natürliche Lavaerde, die man auch unter ihrem arabischen Namen Ghassoul kennt, wird seit einigen hundert Jahren zur Reinigung und Pflege von Haut und Haar eingesetzt – nicht nur in der Herkunftsregion, dem Atlasgebirge in Marokko. Mit den Karawanen eroberte Lavaerde im Altertum bereits den gesamten Nahen Osten. Das „Lava“ im Namen bezieht sich nicht auf vulkanische Lava sondern auf das lateinische Wort „lavare“ für „waschen“. Längst gibt es Lavaerde, als Pulver oder in Stücken, auch hierzulande zu kaufen und man findet daneben verarbeitete Lavaerde in gebrauchsfertigen Tuben, mit Duft versetzt. Oft ist die Lavaerde als Basis für Shampoos im Einsatz. Lavaerde ist ein Pulver aus gemahlenem, reinen Ton. Als solches ist es frei von jeglichen Zusätzen, wie Duft- oder Konservierungsstoffen und soll gut für Menschen mit Hautproblemen geeignet sein. Selbst Neurodermitis-Patienten haben damit schon positive Erfahrungen gemacht. Das Pulver wird von Sonne und Luft getrocknet und vom Verbraucher mit Wasser zu einer Paste gemixt, die direkt aufgetragen werden kann. Die Tonerde saugt Fett und Schmutz auf und bindet beides. Somit schadet sie beim Waschen nicht. Talgdrüsen werden nicht gereizt, was die Tonerde interessant für Menschen mit fettiger Haut oder Akne macht.

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Ein Kommentar

  1. Hi, die Bestenliste ist super. Ich habe halt mit Waschnüssen noch das Problem, dass diese ja ökologisch gar nicht so der Bringer sind, da sie ja von weit her eingeflogen werden müssen und dann noch dazu auch wirtschaftlich im Herstellungsland in die ökonomischen Prozesse eingreifen. Hier: http://idealminimal.blogspot.de/2017/01/kastanienwaschmittel.html berichte ich über das Herstellen von Waschmittel aus Kastanien, was unheimlich gut funktioniert.

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