Welches Futter für meine Bio-Katze?

Wer wie ich Bio liebt und quasi in Bio lebt, kommt nicht umhin, auch seine Katze in Bio zu versorgen. Lest hier, wie ich aus meiner Katze eine Bio-Katze gemacht habe und was meine Mickey und ich zum Salingo-Trockenfutter in Naturqualität zu sagen haben, das wir dieser Tage ausgiebig testeten. 

Unsere Katze zog heute vor dreizehn Jahren, am 23. November 2003, bei uns ein. Damals war sie die Letzte aus ihrem Sechser-Wurf, die in ein neues Zuhause gegeben wurde. Als ich sie von ihren Eltern holte, beides angeblich preisgekrönte Siam-Katzen, wie man mir sofort voller Stolz erzählte (sie sahen auch tatsächlich echt gut aus!), informierte das Frauchen ihrer Mutter mich auch über das Futter, was sie bislang bekommen hatte. Ich kaufte das genannte Futter noch auf dem Heimweg, um es unserer Mickey Blue Eyes zu erleichtern, sich in ihrem neuen Zuhause einzuleben. Damals hatte ich wenig Ahnung von Katzenfutter, das muss ich zugeben. Ich öffnete für Mickey meine erste Dose Katzenfutter. Schon beim Anblick des Standarddosenfutters aus dem Supermarkt wurde mir unwohl. Von dessen Geruch ganz zu schweigen. Diese graue Masse, die ich da verfütterte und die Mickey tatsächlich in sich hinein fraß, war schlichtweg eklig anzuschauen. Das sollte meine Katze jetzt tagtäglich fressen? Beim ersten Besuch bei der Tierärztin in unserem Viertel, die, wie ich dort erfuhr, auch schon drei von Mickeys Geschwistern kennengelernt hatte, fragte ich nach einer alternativen Ernährung für die Katze.

Rassespezifisches, zahnfreundliches Katzenfutter stand von nun an auf dem Speiseplan

Die Tierärztin empfahl mir damals ein speziell für Siamkatzen gemachtes Futter. Sie wies auch darauf hin, dass solche Rassekatzen wie Mickey eine ist, schnell Zahnprobleme bekämen, wenn sie mit Feuchtfutter gefüttert würden, weil das vergleichsweise lange an den Zähnen haften bliebe und die Futterreste dort schnell Schaden anrichteten. Um zu vermeiden, dass Mickey schnell einen Zahnstein und Schlimmeres entwickelte, der dann häufig unter Narkose entfernt werden müsste, riet die Tierärztin mir zu ausschließlich Trockenfutter. Zugleich sollte ich darauf achten, dass Mickey ausreichend tränke, um den Wasserhaushalt in ihrem Körper optimal am Laufen zu halten.

Trockenfutter statt Feuchtfutter

Mit dieser Information und einem Pröbchen des empfohlenen Futters aus dem Tierarztbestand ausgerüstet, machte ich mich mit Mickey auf den Heimweg und schmiss alles, was noch an altem Futter da war, in die Tonne. Ich weinte dem Zeug keine Träne nach. Ich verfütterte stattdessen das Pröbchen an Mickey, das sie zunächst links liegen ließ. Ihr vorwurfsvoller Blick sprach Bände und mir brach es fast das Herz, aber wie hatte die Tierärztin gesagt: Ihr sei noch keine Katze untergekommen, die vor einem vollen Futternapf verhungert wäre. Ich ignorierte also für Stunden tapfer Mickeys immer wieder ertönendes mauzendes Gemecker – dazu müsst ihr wissen, dass Siamkatzen nicht nur das breiteste Repertoire an Katzenlauten drauf haben sollen, sondern auch ständig reden, sprich: irgendwelche Töne von sich geben. Irgendwann hörte ich dann Mickeys ausgiebiges Schmatzen und war beruhigt. Am nächsten Morgen war der Fressnapf leer und Mickey frass ohne zu Murren die ihr von mir frisch servierte Portion. Die Umstellung von Feuchtfutter auf Trockenfutter war damit gelungen. Mit einer Ausnahme: Schnell wurde klar, dass Mickey eine Vorliebe für Garnelen hatte: Immer, wenn wir uns welche auftischten, bekam Mickey ihren Anteil davon ab – selbstverständlich roh und ungewürzt. Ab und zu stahl sie sich auch mal eine Zungenspitze von meiner Leibspeise für Kummertage (warmer Vanillepudding) – aber das war’s auch schon mit feuchter Nahrung. Seit dem frisst Mickey nur Trockenfutter.

Mickey hat den Duft des Testfutters in der Nase - mein ihr nicht auch? Foto. Doreen Brumme.
Mickey hat den Duft des Testfutters in der Nase – mein ihr nicht auch? Foto. Doreen Brumme.

Von der Katze zur Bio-Katze

Um zu verstehen, wie Mickey in unserem Haushalt zu einer Bio-Katze wurde, will ich euch kurz erzählen, warum Mickey bei uns ein Zuhause fand und, warum unser Haushalt überhaupt zu einem Bio-Haushalt wurde. Wir hatten 2002 / 2003 in Folge sechs Fehlgeburten zu verkraften. Und mit der letzten auch die Nachricht, dass aus medizinischer Sicht nichts mehr zu machen sei. Unser Kinderwunscharzt riet mir zu einer Katze, um vor allem mich in meinem Kummer zu trösten. Im März 2004 wurde mir eine gesunde Schwangerschaft in der 12. Woche bestätigt. Mickey hatte den ganzen Winter über auf meinem Schoß verbracht – für mich hat sie mir die intakte Schwangerschaft beschert. Kind Nr. 1 folgten 2006 Nr. 2 und 2009 Nr. 3 – und nach weiteren fünf Fehlgeburten 2014 auch noch Nr. 4. Da ich seit meiner Hautkrebserkrankung im Jahr 2001 schon sehr auf meine Ernährung achtete, fiel mir die Ausrichtung unseres Haushaltes auf Bio, die ich mit dem Wissen um die erste intakte Schwangerschaft startete, nicht schwer. Ich weitete das Konzept Bio wo möglich auf alle Bereiche unseres Lebens aus – und machte auch vor dem Katzenfutter nicht halt.

Wie findet man das richtige Katzenfutter?

In 2004 war das Thema Bio-Futter für die Katz‘ allerdings noch nicht wirklich in den mir zugänglichen Futterquellen angekommen und daher nicht zu vergleichen mit dem Angebot von heute! Ich prüfte beim Kauf des Katzenfutters damals die Zutatenliste und hielt mich an all die guten Ratschläge, die ich überall zu lesen fand. Zum Beispiel, dass

  • Katzen Proteine (Eiweiße) bräuchten (empfohlener Anteil im Trockenfutter etwa 30 Prozent).
  • Katzen den Eiweißbaustein Taurin bräuchten, der nur in Tiergewebe vorkäme – angeblich ein Grund, warum man Katzen nicht vegetarisch ernähren sollte – und den sie nicht selbst bilden könnten.
  • Katzen die Aminosäure Arginin bräuchten, das in größerer Menge in Huhn- und Schwein stecke. Auch Arginin könnten Katzen nicht in ausreichend großer Menge selbst produzieren.
  • Katzen geschmackstragende und fettlösliche Vitamine transportierende Fette wie Linolsäure, Linolensäure und Arachidonsäure bräuchten, um Energie zu tanken.
  • zu viel Phosphor bei Katzen Probleme mit den Nieren verursache
  • und dass zu viel Calcium die Verfügbarkeit von Zink und Kupfer reduziere.

Mit den Jahren nahm der Biohype an Fahrt auf und schnell waren Biofutter in den Haustierbedarfs-Geschäften erhältlich, wobei ich mir da nichts vormache, auch Bio-Katzenfutter ist nicht gleich Bio-Katzenfutter. Als inzwischen erfahrene Bio-Journalistin habe ich jedoch kaum Experimente gewagt, wenn es um Mickeys Futter ging. Ich verfüttere seit Jahren eine bunte Mischung Bio-Trockenfutter, die ich in einem großen Hundefutterbehälter (pssst, davon weiß Mickey nix) im Keller zusammenmische und aufbewahre. Immer mal wieder mixe ich eine neue Sorte unter, um für Abwechslung auf Mickeys Speiseplan zu sorgen. Mickey geht es gut damit und sie hat seit 2004 keinerlei Beschwerden – ein Tierarztbesuch war seitdem nicht nötig. Das spricht in meinen Augen für das Futter und meine Art und Weise der Fütterung.

Mit zunehmender Kenntnis des Bio-Angebots auf dem Markt wurde mir klar, dass allein ein Bio-Siegel kein Garant für gutes Katzenfutter ist. Wie bei allen Dingen im Leben, darf man auch in Sachen Bio-Haushalt nicht pragmatisch vorgehen. Denn viele gute Angebote beziehungsweise Anbieter gingen einem so durch die Lappen. Dazu muss man wissen, dass die Bio-Zertifikation eine teure Sache sein kann, die so manche Unternehmer sich insbesondere beim Start ihres Geschäfts gar nicht leisten können. Deshalb achte ich mit gesundem Menschenverstand auf das Angebot und greife inzwischen auch zu Produkten, die laut Herstellerangaben natürlich verarbeitet sind.

Mickey frisst das Trockenfutter von Salingo wie man sieht mit Freude. Foto: Doreen Brumme
Mickey frisst hier gerade das Trockenfutter von Salingo in der Geschmacksrichtung Rind mit Geflügel & Fisch. Foto: Doreen Brumme

Wie ich auf das Testprodukt kam

Auf solche Produkte treffe ich online wie offline, aktiv wie reaktiv. Neulich landete wieder mal eine Info-Mail eines Herstellers in meiner Mailbox. Nach einem Besuch der zugehörigen Internetseite habe ich den Absender der Mail, Salingo, ein Anbieter für Premiumfutter für Hunde und Katzen, kontaktiert und mich bereit erklärt, das eine oder andere Katzenfutter aus dem Angebot zu testen und anschließend hier auf meinem Bio-Blog zu besprechen. Man schickte mir daraufhin zwei Proben Trockenfutter für Mickey, die auf ihr Alter zugeschnitten seien:

  • Huhn und Truthahn (laut Salingo aus 80 Prozent Fleisch (Huhn, Truthahn), 10 Prozent Getreide (Reis, Gerste, Mais), 5 Prozent Fisch (Hering), Öle und Fette, Erbsen, Kräuter, Bierhefe, Früchte, Mineralstoffe, 2 Kilo kosten 18,20 Euro)
  • Rind mit Geflügel & Fisch. (laut Salingo aus 65 Prozent Fleisch (Rind, Geflügel), 15 Prozent Fisch (Hering), 15 Prozent Getreide (Gerste, Mais), Erbsen, Tomaten, Kräuter, Öle und Fette, Bierhefe, Mineralstoffe, 2 Kilo kosten 9,95 Euro)

Das Futter habe ich wie immer als weitere Zutat in Mickeys Futter gemischt. Und zwar zunächst in kleiner Menge. Dann habe ich die Menge täglich erhöht, bis Mickey nach etwa einer Woche nur das Testfutter im Fressnapf hatte. Mickey hat das Futter ohne zu Murren gefressen – in der Menge, in der sie auch sonst frisst. Ich würde beim Zusehen sagen, ihr schmeckt’s.

Meine Frauchen-Einschätzung des Testfutters

Infos zu Zutaten und Verarbeitung (online / Verpackung)

Salingo wirbt online unter anderem mit folgenden Aussagen für sein Katzenfutterangebot:

„Die natürlichen Zutaten für unsere Produkte werden in Lebensmittelqualität eingekauft und sind für den menschlichen Verzehr geeignet. Die Rohstoffe werden frisch und schonend verarbeitet, damit Ihre Katze gesundes Futter mit vielen Vitaminen bekommt. Alle Fleischsorten sind aus deutscher Landwirtschaft und Herstellung. Dabei legen wir großen Wert darauf, nichts zu verarbeiten, das aus Massentierhaltung stammt. Auf Lock-, Konservierungs- und Farbstoffe wird bei SALiNGO zu 100 % verzichtet. Ebenso auf Zucker, Soja oder Geschmacksverstärker.“

Das sind für mich sehr wichtige Aussagen: Ich habe bisher kaum verhindern können, dass eins meiner Kids mal Katzenfutter genascht hat. Bei Salingo-Futter hätte ich demnach diesbezüglich nichts zu befürchten. Doch nicht nur das: Die Aussage, dass das verwendete Fleisch für Mickey nicht aus Massentierhaltung stamme, gab den Ausschlag dafür, dass ich zum Test überhaupt antrat. Denn Massentierhaltung ist in meinen Augen eine der schlimmsten Entwicklungen unserer Zeit.

Beschaffenheit des Futters (Aussehen, Geruch, Konsistenz)

Als ich die Futtertüten von Salingo das erste Mal öffnete, war ich erleichtert, dass das Futter einen in meiner Nase angenehmen Geruch verströmt. Da Mickeys Futter bei uns in der Küche angerichtet wird, wäre ein unangenehmer Geruch echt ein Grund, das Futter nicht zu verfüttern. Aber das Salingo-Testfutter riecht frisch würzig, aber nicht verwürzt und schon gar nicht nach schlechten Zutaten. Ich nehme Salingo die Natürlichkeit der Rohstoffe und Verarbeitung also durchaus ab, wenn ich das Futter verfüttere. Es fasst sich zudem gut an und zerbröselt einem nicht sofort zwischen den Fingern. Die Futterbröckchen sind  nicht zuletzt hübsch anzusehen, Frauchens Auge isst ja mit …

Mein Testurteil zu Salingos Katzenfutter

Ich kann das natürlich verarbeitete Katzenfutter von Salingo nach Verfütterung der Testmenge (gut eine Woche als Alleinfutter) empfehlen. Meiner Katze Mickey hat das Naturfutter für Katzen geschmeckt. Sie hat sich während der Testphase nicht anders als gewohnt verhalten – sie ist und bleibt eben eine liebenswerte Diva. Ihr Katzenklo zeigte mir auch keine Auffälligkeit. Ich würde also sagen: Salingo = alles für die Katz‘! Meinen Freundinnen mit Hunden empfehle ich das Hundefutter von Salingo zu probieren! Das ist teilweise sogar mit Bio-Siegel zu haben!

Fotos: Doreen Brumme

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