#leichterunterwegs – Mein Rückblick nach einem Jahr Ernährungsumstellung: Immer noch leicht!

Diesen Beitrag zu schreiben – darauf habe ich mich gefreut. Denn der Grund zur Freude ist, dass ich inzwischen seit einem Jahr nur noch jeden zweiten Tag Kalorien esse und trinke und am Tag zwischendurch nur kalorienfreie Getränke wie Wasser und Tee trinke. Ich habe mit dieser Methode erreicht, dass mein mir zu schwerer und ungesunder Körper, der mir nach vier Schwangerschaften und Stillzeiten ganz und gar nicht mehr gefiel, einen großen Batzen Ballast abgeworfen hat: 17 Kilogramm. Innerhalb von sechs Monaten. Und seitdem halte ich das neue Leichtgewicht. Doch lasst mich eins nach dem anderen erzählen, wie es dazu kam, dass ich heute #leichterunterwegs bin.

Ein jahrelanges Auf und Ab des Gewichts

Was habe ich in den vielen Jahren, in denen ich mir zu schwer vorkam, nicht alles versucht, um dauerhaft leichter zu werden. Wegen meines Schreibjobs war ich über nahezu jede Ernährungsweise (kurzzeitig anzuwendende Diät oder dauerhafte Umstellung alter Ernährungsgewohnheiten) immer auf dem Laufenden. Viele Programme habe ich selbst getestet. Nie mit dem Erfolg, den ich mir erträumte. Das einzige Mal, wo ich für kurze Zeit mein Gewicht extrem reduzieren konnte, war, als ich nichts mehr aß. Ein Apfel am Tag war zum Schluss dieser Phase meine Ernährung. Gesund war das nicht – und das konnte ich fühlen. In dieser Zeit mit Ende 20 verlor ich jegliches Gefühl dafür, was mein Körper wirklich an Lebensmittel-Mengen braucht. Ich steige seitdem (auch heute noch) täglich auf die Waage, einmal am Morgen und häufig auch am Abend.

Dann diagnostizierte man bei mit Schwarzen Hautkrebs. Infolge dessen lernte ich, richtig gesund zu essen – wozu ab und an auch in Stück Schokolade gehörte. Nach jahrelangen 70plus Kilogramm bei 1,68 Metern landete ich so bei 64 Kilogramm. Für eine ganze Weile. Doch dann kamen die Fehlgeburten, sechs in Folge, fünf davon in Begleitung einer Kinderwunschbehandlung. Hormonspritzen & Co. weckten in mir unbändigen Appetit – Leichtgewicht ade! Ich wog wieder an die siebzig Kilo, als die siebte Schwangerschaft als normal eingestuft wurde. Nach dem ersten Kind purzelten die Kilo irgendwie schneller runter als erwartet. Ich kam auf 59 Kilogramm und fühlte mich wohl, schön und gesund. Es folgte Kind Nr. 2 – und die Waage zeigte danach nie wieder weniger als 64 Kilogramm. Ich konnte damit leben. Nach Nr. 3 kam ich von den 67 Kilogramm nicht weg. Die fünf Fehlgeburten, die dann zu überleben waren, machten mich auch nicht leichter. Und nach Nr. 4 war ich wieder bei 70plus.

Februar 2016: Start

Am 1. Februar 2016 wog ich mit 44 Jahren 74 Kilogramm und fühlte mich müde, erschöpft und kraftlos. Hässlich. Von Liebe zu meinem Körper fehlte jede Spur. Die Akkus waren trotz täglich selbst gekochten gesunden Bio-Essens immer viel zu schnell leer. Der Stress mit vier kleinen Kindern und einem Vollzeitjob als Freie Journalistin von daheim aus betrieben, trug sein Übriges dazu bei. Ich hatte täglich Rückenweh und schlechte Laune …

Ich mochte mich nicht mehr ansehen.

Ich musste etwas ändern.

Hungern kam nicht in Frage. Ich wusste zwar, dass ich davon schnell an Gewicht verlieren würde, aber Hungern war keine Lösung. Nicht für mich, die ich meine Kinder und meine Arbeit liebe.

Ich las und las noch einmal alles, was es so zum Lesen über Essensgewohnheiten zu lesen gab, und kam zu dem Schluss, dass ich einfach zuviel aß. Dann las ich über die Methode, einen Tag zu essen (es hieß: normal zu essen) und dann einen Tag zu fasten. Kalorien und Null-Kalorien immer im Wechsel. Ein Leben lang. Wäre das was für mich? Würde ich das schaffen?

Ja!

Und so aß ich am 1. Februar 2016 sehr gesund und am nächsten Tag trank ich nur Wasser und Tee. Das fiel mir ganz leicht. Ich machte weiter, ohne zu leiden. Nach zehn Wochen waren zehn Kilo runter. Ich fühlte mich leichter, schöner und gesünder. In diesen zehn Wochen hatte ich keine Schokolade gegessen und auch null Appetit darauf verspürt. Ich aß statt dessen Nüsse. Obst. Gemüse. Fisch. Fleisch. Kaum Milchprodukte, außer Käse aller Art. Kein Brot, keine Pasta, kein Reis. Nahezu täglich einen großen Salat. Ich trank morgens einen halben Liter warmes Wasser mit Ingwer. Viel Tee. Viel Wasser. Kaffee trinke ich sowieso nie, meine Leidenschaft ist nun mal Tee. Die einzige Nascherei, die ich mir regelmäßig gönnte: Lakritz.

Ich hatte schon im Oktober 2015 angefangen, täglich morgens Gymnastik zu machen: Liegestütze, Kniebeugen, Rumpfbeugen. Dazu Dehnübungen. Mit dem Wegfall der Kilos machte der Sport nicht nur viel mehr Freude, er machte auch Figur. Nach sechs Monaten hatte ich mein Zielgewicht (62 Kilogramm) längst unterschritten und landete bei meinem als von mir als niemals machbar eingeschätztem Traumgewicht: 57 Kilogramm. Im Urlaub wollte ich mir eine neue Jeans gönnen. Die Verkäuferin schüttelte jedes Mal mit dem Kopf, wenn ich aus der Umkleidekabine vor den Spiegel schlüpfte und brachte die Hose eine Nummer kleiner. Am Ende kaufte ich eine Jeans in Größe 26 (siehe Foto). Ich bezahlte mit einem breiten Grinsen und schwebte aus dem Laden.

Februar 2017: Ein Jahr #leichterunterwegs

Heute, ein halbes Jahr später und inzwischen ein Jahr #leichterunterwegs, habe ich mir die Hose nochmal gekauft, zum halben Preis in der gleichen Größe 26. Passt. Passt? Passt! Immer noch. Ich mag mich heute. Ich mag den Moment, wenn ich meine 26er-Jeans aus der frischen Wäsche hole und hineinsteige und sie mit Leichtigkeit hochziehen und schließen kann.

Das klingt euch zu einfach? Nun, ich kann nur sagen: Ich habe mit dieser Ernährungsweise meinen Weg gefunden. Zu mir passt dieser Weg. Ich kann mit Appetit auf wasweißichwas gut umgehen, muss ich mich doch nur maximal bis zum nächsten Tag vertrösten. Doch, ob ihr’s glaubt oder nicht: Oft ist der Appetit auf Ungesundes am nächsten Tag verklungen. Oder ich kann ihn mit etwas Gesundem lindern.

Selbstverständlich gab es Tage, wo das Wechselspiel von Kalorien und null Kalorien nicht gelang: Dann habe ich einfach die Tage gewechselt. Zum Beispiel , als ich krank war. Oder für ein großes Familienfest. Alles ohne großen Druck machbar.

Inzwischen habe ich Esstage und Nichtesstage. Immer im Wechsel. Jeder im nahen Umkreis weiß das.

Meine besten Tipps für den Wechsel von Esstagen und Nichtesstagen

  • Gegen „kalorienarmes Frieren“ hilft ein heißes Bad mir immer.
  • Für eine sportliche Runde findet man immer Zeit, wenn man sie denn finden will: Ich mache am Liebsten morgens Sport. Und Sport geht auch mit Kindern drumherum und auf dem Bauch!
  • Meine Kinder sind strenge Wächter über Esstag und Nichtesstag. Kalender braucht’s da nicht mehr. Am Anfang hilft das markieren der Tage aber schon sehr.
  • Ich kann sehr gut nur trinken, während alle essen. In kleinen bedächtigen Schlucken. Daran hatte ich mich schnell gewöhnt.
  • Wenn an einem Nichtesstag mal ein Jieper auf wasweißichwas nervt, dann hilft die minutiöse Vorstellung davon, ihm am kommenden Tag nachzugeben, ihn für den Moment loszuwerden.

Meine wichtigsten Erkenntnisse nach einem Jahr #leichterunterwegs

Mein Körper braucht viel weniger Nahrung als ich dachte. Dafür braucht er viel mehr Sport und Bewegung. Liebe und Zuwendung. Ich erkenne die Zeichen meines Körpers heute schneller und richtiger. Und gehe gesünder darauf ein.

Meine Ergebnisse nach einem Jahr Esstag-Nichtesstag im Wechsel

  • Ich wiege 57, 58 Kilogramm und trage Größe 34/36/S.
  • Ich habe kaum noch Probleme mit Müdigkeit tagsüber.
  • Die ständig wechselnden Leistungshochs und -tiefs vor dem Laptop sind Geschichte.
  • Ich schreibe konzentrierter und mehr.
  • Ich schlafe besser und schnarche nicht mehr.
  • Ich fühle es, wenn ich Bewegung brauche.
  • Ich spüre Unterschiede zwischen Appetit, Hunger und Durst.
  • Ich habe keine Rückenschmerzen mehr.
  • Die Haut sieht besser aus.
  • Ich spüre unmittelbar, wann ich satt bin – und welche Mahlzeit / Nahrung mir gut tut, welche nicht.
  • Meine Verdauung ist wieder normal.

Das allerwichtigste Ergebnis: Ich mag meinen Körper. Wieder. Ich freu‘ mich und dank‘ ihm, dass er mir so eine gute Hülle ist.

Das Einzige, was mich am Leichtsein nervt: Ich friere.

Warum ich euch das alles aufgeschrieben habe? Weil ich euch Mut machen will, wenn ihr meint, ihr müsstet etwas ändern. Findet euren Weg! Das muss nicht der meine sein, kann aber.

Merke: Auch wenn’s anfangs schwer fällt – #leichterunterwegs zu sein ist einfacher, auch wenn nichts zu ändern einfacher zu sein scheint.

Lasst von euch hören!

Foto: Doreen Brumme

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar

  1. He liebe Doreen, was für ermunternde Worte! Werde ernsthaft darüber nachdenken, das mal auszuprobieren. Esse oft schon vormittags nichts und wenn ich dann nach Hause kommen, dann bin ich ein Hunger-gesteuerter Zombie. Weiß nicht, ob ich mich dann bremsen kann. Aber ich will es versuchen. Würde mich freuen wenn wir uns irgendwann mal wieder sehen.

    Anne Bossi aus Belgrad.

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