So wirken kleine Räume optisch größer

Doreens Bestenliste: 10 Methoden einen Raum optisch zu vergrößern

Wohnraum ist teuer und Platzmangel oft ein geduldeter Mitbewohner. Als #motherof4 wohnhaft zu Sechst auf 67 Quadratmetern weiß ich, wovon ich hier schreibe. Aber man kann kleine Räume mit geschickt eingesetzter Einrichtung optisch vergrößern. Hier sind meine besten Tipps…

Raum ist in jeder Hütte, heißt es. Doch reicht er auch, um sich darin wohl zu fühlen? In einer hektischen, lauten und mit Reizen überfluteten Zeit wie der unseren müssen die eigenen vier oder mehr Wände vielem gerecht werden: Sie sind unser Rückzugsort vor dem Krach der Straße, Wellness-Oase und Tankstelle für unsere im Alltagsstress verbrannten Lebensgeister. Sie sind nicht-öffentlicher Raum für all das, was wir unbeobachtet tun möchten, zu zweit, mit Kind und Kegel oder allein. Nicht wenige von uns nehmen Arbeit mit nach Hause oder sind Home-Office-Besitzer. Vielseitig muss unsere Hütte sein. Auch wenn sie klein ist.

Kleine Räume bieten nicht nur tatsächlich wenig Platz für uns. Sie wirken auch beengend für unsere Augen und nicht selten unsere Seele. Grund genug, sich mit den Möglichkeiten der Gestaltung bekannt zu machen, die kleine Räume optisch größer wirken lassen. Und da gibt es viele. So kommt die Individualität beim Einrichten nicht zu kurz. Garantiert.

Es gibt zur optischen Aufwertung kleiner Räume ein paar grundlegende Regeln, die ihr kennen solltet und die sich aus der Physik ergeben. Denn hier geht es ja schließlich um ein Teilgebiet dieser Wissenschaft: die Optik. Und glücklicherweise lässt sich unser Gehirn mit optischen Tricks täuschen, so dass räumliche Größe wahrgenommen wird, wo sie gar nicht ist. Es geht aber auch um gestalterische Freiheiten bezüglich Farben- und Formenlehre, um Stoffmuster und Möbel. Kunst im engen und weiten Sinn also. Trotzdem ist es keine große Kunst, die Optik eures kleinen Raums zu vergrößern. Ihr werdet sehen!

Die 10 besten Methoden einen Raum optisch zu vergrößern im Überblick

  1. Gespiegeltes Licht
  2. Offene Türen
  3. Freie Fenster
  4. Indirektes Kunstlicht
  5. Kluge Farbgestaltung
  6. Geschaffene Kontraste
  7. Leichte Einrichtung
  8. Clevere Muster
  9. Zweite Ebene
  10. Einheitlicher Stil

Spieglein, Spieglein … kleiner Raum ganz groß

Wer einen kleinen Raum optisch vergrößern will, trifft bei der Suche nach praktischen Einrichtungstipps dazu ziemlich schnell auf Spiegel. Doch wie vergrößert ein Spiegel einen Raum optisch?

Ein Spiegel hat die optische Eigenschaft, Licht zu reflektieren. Dabei gilt, dass Ein- und Ausfallwinkel der Lichtstrahlen gleich groß sind. Das heißt, die Reflexion der unzähligen Lichtstrahlen erfolgt geordnet, genauer: symmetrisch.

Doch das erklärt noch nicht, warum ein Spiegel einen Teil des Raums vollständig widerspiegelt. Wie entsteht ein komplettes Spiegelbild? Ein Lichtstrahl ist eine ziemlich geradlinige Sache, etwas Berechenbares. Zu abstrakt? Dann denkt nur mal an die praktischen Laserpointer, die man zu Hause benutzt, um sich das Renovieren zu erleichtern. Ihr zielt damit auf einen Punkt und können dank des Laserlichtstrahls eine gerade Linie bis dorthin ziehen.

Unser Auge produziert dank der einfallenden Lichtstrahlen aus der Umwelt eine klare Abbildung derselben. Ein Spiegel trickst. Er leitet den geraden Lichtstrahl um, knickt ihn quasi. Für unser Hirn ist der Strahl jedoch gerade. Es ist für unser Auge deshalb so, als würden wir durch den Spiegel hindurch einen zweiten Raum sehen, der jedoch nur das Spiegelbild eines Teils des tatsächlich vorhandenen ist. Kurz: Ein Spiegel verdoppelt den kleinen Raum oder einen Teil davon optisch im Verhältnis eins zu eins.

Inneneinrichtungsexperten weisen oft darauf hin, dass es nicht der größte Spiegel ist, der einen kleine Raum am besten optisch vergrößert, sondern der sinnvoll platzierte. Wenn ihr den Spiegel so aufhängt, dass er helle Flächen spiegelt – wie zum Beispiel Wände, natürliche Lichtquellen (Fenster) oder künstliche (leuchtende Lampen oder brennende Kerzen) – so wirkt der Raum entsprechend heller und weiter.

Ein kleines Esszimmer lässt sich mit einem quer gehängten rechteckigen oder ovalen Spiegel auf Augenhöhe einer am Esstisch sitzenden Person nicht nur schmücken, sondern auch optisch vergrößern. Ist der Tisch mit Kerzen bestückt, wird deren Schein verdoppelt, der Raum entsprechend erhellt. Nicht umsonst hat man Buffets und Anrichten früher mit einem Spiegel versehen!

Alternativen zwischen den Räumen

Eine Tür, die in einen Raum führt, hat meistens eine genormte Größe. Doch wir nehmen die Türöffnung entsprechend der Umgebung unterschiedlich wahr: Liegt dahinter ein kleiner Raum, kommt einem die Tür oft (zu) groß vor und umgekehrt. Sowohl der Einblick in als auch der Ausblick aus dem Raum werden von der geschlossenen Tür behindert. Nicht selten nimmt die Tür selbst auch noch jede Menge Platz im kleinen Raum weg, wenn sie sich nach innen öffnet.

Das kann man mit wenigen Handgriffen ändern: Hängt die Tür aus – gerne auch erst einmal nur zur Probe. Das geht selbstverständlich nur, wenn ihr den Raum auch mit ausgehängter Tür noch wie geplant nutzen könnt. Braucht ihr tatsächlich einen Blickschutz oder auch „Schalldämpfer“, könnt ihr eine Falttür einbauen. Die nimmt keinen Platz weg und erfüllt diesen Zweck je nach Qualität recht gut. Manchmal hilft auch eine Schwingtür im Western-Saloon-Stil, die im Türrahmen befestigt wird. Sie spart Platz, ist für die Augen keine absolute Barriere und bietet dennoch genügend Schutz vor unerwünschten Einblicken. Schallschutz allerdings habt ihr damit nicht.

Wer auf eine Tür nicht verzichten mag, kann sie mit etwas Geschick auch bearbeiten: per Stichsäge eine Öffnung in die Tür sägen, passende Scheiben einsetzen, kleine Leisten davor – das war’s. Der erzielte Effekt: Der Raum spendet dem gegebenenfalls dahinter liegenden (dunklen) Flur durch die Scheibe nicht nur Licht. Er wirkt selbst auch nicht mehr so geschlossen, da der schweifende Blick nicht gegen die Tür prallt, sondern durchfällt.

Zimmer mit Aussicht

Selbst ein noch so großer Raum begrenzt irgendwann unseren Blickmit seinen vier  Wänden – ein kleiner Raum entsprechend eher. Gerade eingetreten, noch nicht mal ganz mit dem Blick schweifend, wird unser Auge dort schon ausgebremst: Stopp! Wand! Das wirkt auf uns.

Je nach Veranlagung oder Sozialisation wirkt ein kleiner Raum auf manche beengend, bedrückend oder gar beängstigend (Stichwort: Raumangst oder Klaustrophobie). Geschlossene fensterlose kleine Räume verstärken diese Wahrnehmung dann häufig. Nicht umsonst bedauern Stadtmenschen oft die mangelnde Gelegenheit, den Horizont ins Auge zu fassen und genießen ihn am Meer oder in der Landschaft umso intensiver. Andere Menschen hingegen empfinden einen kleinen Raum vielleicht sogar als heimelig, kuschelig oder gemütlich.

Ein Fenster hilft uns, die tatsächliche räumliche Beengtheit leichter zu ertragen. Es lässt unserem Blick einen offenen Weg und öffnet den Raum für uns nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Das Fenster lässt Licht herein. Licht,  das den Raum optisch weitet, spielt selbstverständlich eine große Rolle. Deshalb raten viele Inneneinrichter dazu, die Fenster in kleinen Räumen möglichst frei zu halten, um diese Wirkung nicht zu zerstören.

Praktisch heißt das: Auf Gardinen und üppige Pflanzen verzichten. Vorhänge, die nach Einbruch der Dunkelheit vor eindringenden Blicken schützen sollen, gegebenenfalls farblich eher zurückhaltend wählen, so dass die Fenster optisch nicht verkleinert werden.

Bis ins letzte Eck

In großen Räumen hängt man als Eyecatcher gerne eine große Lampe. Ausgefallene Designer-Leuchten geben dem Raum etwas Besonderes und ziehen Blicke auf sich. Mitunter braucht der Raum dann kaum noch ein anderes auffälliges Möbelstück.

Hängt das Designerteil allerdings von der Decke eines kleinen Raums, ist es unter Umständen fehl am Platz. Es kann passieren, dass es die Optik des Raums völlig sprengt. Auf jeden Fall aber verkleinert eine große, auffällige Lampe den Raum in unserer Wahrnehmung. Sie versperrt uns den Blick und nimmt selbst jede Menge Raum ein.

Interieur-Experten raten bei kleinen Räumen oft zu Lichtquellen, die man in die Decke einlässt – zum Beispiel LED-Leuchtmittel – oder von den Wänden her in den Raum leuchten lässt. Auch Möbel mit Beleuchtung werden oft empfohlen. Bücherregale oder Vitrinenschränke mit möglichst hellen, reflektierenden oder beleuchteten Rückwänden erfüllen diesen Zweck. Mancher verzichtet ganz auf Deckenlicht und arbeitet ausschließlich mit Wand-, Tisch und/oder Stehleuchten (mit und ohne Deckenflutern).

Mehrere Lichtquellen haben den großen Vorteil, dass sie auch den hintersten Winkel eines Raumes ausleuchten können. Insbesondere bei verwinkelten Dachzimmern kommt dieses Plus zum Tragen. Unterschiedliche Lichtquellen sorgen für verschiedene Lichträume mit unterschiedlichen Helligkeiten. Auch das macht den Raum optisch größer.

Grundriss und Größe verbessern

Ganz sicher ist die Wirkung eines Raumes ein Ding ganz individueller Wahrnehmung. Deshalb gibt es seitens der Experten für Innenraumgestaltung auch nicht nur den einen ultimativen Tipp dazu, wie man kleine Räume durch den geschickten Einsatz von Farben größer wirken lassen kann. Im Gegenteil: Daran scheiden sich die Gestaltergeister!

Man findet zum Beispiel den Rat, möglichst viel Licht im Raum einzufangen und zu reflektieren, indem man Flächen wie Decke, Wände und Türen weiß lässt. Andere Experten raten zu hellen Tönen, die dann in verschiedenen Abstufungen eingesetzt werden können, um in unseren Augen einen größeren Eindruck vom Raum zu erzeugen. In diesem Zusammenhang hört man oft die Regel, einen Grundton und zwei Abstufungen zu verwenden. Praxistipp: Wer mit Weiß kombiniert, sollte einen Schuss des Grundtons in das Weiß mischen, so dass es einen klitzekleinen Hauch der Farbe in sich trägt und besonders gut mit den Kontrasttönen harmoniert.

Es gibt ganz tolle Möglichkeiten mit Farbe etwa schmale, lang gezogene Räume gleichzeitig breiter und kürzer wirken zu lassen: lange Wände heller, kurze dunkler tönen. Oder, um niedrigen Räumen mehr Deckenhöhe zu verschaffen – Decke heller tönen und gut ausleuchten – beziehungsweise hohe Decken optisch herunterzuziehen – Wand nicht bis zur Decke dunkel tönen, sondern einen hellen Rand in der Deckenfarbe stehen lassen. Dunklen, optisch schweren Böden, setzt man helle Wände auf, das macht den Raum lichter. Auch kleine Erker wirken, wenn man sie heller als den übrigen Raum hält, größer als sie es tatsächlich sind.

Doch auch das Folgende wird ratsuchenden Verbrauchern seitens der Fachleute nahegelegt: Ein kleiner Raum verträgt sehr wohl eine audrucksvolle, dunkle Farbe, so lange man sich damit auf eine einzelne Wand beschränkt und den Rest des Raumes weiß oder hell hält.

Kleiner Raum, großer Kontrapunkt

Ihr müsst bei der (Neu-)Gestaltung eines kleinen Raumes schon zu Beginn entscheiden, ob ihr künftig lieber in einer eher homogen wirkenden Einrichtung leben möchtet oder auf ein Kontrastprogramm setzt. Das gilt nicht nur für die Farben, die den Raum bestimmen sollen, sondern auch für Wand- und textile Muster. Auch Möbel und Lampen sollten entsprechend ausgewählt werden.

Fällt Eure Entscheidung zu Gunsten des Kontrastprogramms aus, könnt ihr den Kontrapunkt zum Beispiel in Form eines auffälligen Tapetenmusters auf einer einzelnen Wand setzen. Auch eine vergleichsweise dunkle oder farbig leuchtende Wand schafft einen Kontrasteffekt, ebenso wie ein auffälliges oder sogar überdimensional großes Möbelstücks.

Gerade Letzteres wird immer wieder genannt, wenn sich Experten über die Gestaltung kleiner Räume unterhalten. Da hört man von großen Sofas, die – wenn sie dieselbe Farbe wie der Boden haben – optisch für eine zweite Raumebene sorgen (siehe Listenpunkt 9), was den Raum an sich wiederum vergrößert. Oder von einem üppigen Schreibtisch, der raumbestimmend aufgestellt wird, auf Grund seines Materials (etwa Glas oder Acryl) jedoch nicht schwer und beengend wirkt (siehe Listenpunkt 7: Leichte Einrichtung).

Leichtes gern Groß

Kleine Räume wirken schon allein dann größer, wenn sie keine Schwere, sondern ein gewisses Maß an Leichtigkeit verströmen. Diese Leichtigkeit erzielt man neben der leichten, hellen farblichen Gestaltung mit einer leichten Einrichtung.

Wohlgemerkt: Leicht bedeutet hierbei nicht unbedingt klein! Kleine und womöglich verspielte Möbel machen einen kleinen Raum nicht immer leichter, sondern verleiten zu schnell dazu, den Raum zu überfrachten, da ja mehr kleine Stücke als große reinpassen. Doch ein Sammelsurium vieler, wenn auch kleiner Dinge, wirkt voll und schwer. Bestes Beispiel: die Wand.

Viele kleine und gegebenenfalls unterschiedlich gerahmte und formatierte Bilder lassen jede noch so große Wand schnell voll wirken. Eine kleine Wand erst recht. Das Auge empfindet diese Fläche dann als unruhig. Ein, zwei große – gerne auch auffällige – Bilder können den kleinen Raum dagegen optisch vergrößern, wenn sie optimal platziert werden. Sie wirken an einer Wand dann wie ein Möbelstück, ohne für sich selbst groß Raumtiefe zu beanspruchen.

Ein großer Tisch, Schreibtisch oder Sessel sind leicht, wenn sie unseren Blick nicht beim Herumschweifen festhalten und ausbremsen. Ein Darüberhinweggleiten ist das Wirkungsziel, das Sie mit den Möbeln erreichen sollten. Zum Beispiel mit klaren Linien, leichten Materialien, die das Licht reflektieren und wenig Schatten werfen.

Aber Achtung: Ein mit Papieren, Büchern und Bürotechnik überfrachteter Schreibtisch aus optisch leicht wirkendem Acryl samt Sitzmöbel aus demselben Material wirkt keineswegs mehr leicht. Unordnung ist hier ein absolutes No-go.

Bedenkt auch: Wer optisch schwere, dunkle Möbel wie Sessel oder Sofas unter vermeintlich leichten, hellen, großen Decken versteckt, verursacht in einem kleinen Raum oft die gegenteilige Wirkung. Da die Möbel dank der üppigen Stoffe an Form verlieren, wirken sie größer und vereinnahmen den Raum optisch stärker. Deshalb sind definierte Formen in kleinen Räumen zu bevorzugen.

Optik des Raums verbessern

Derzeit machen Tapeten mit Mustern mal wieder von sich reden. Sie sind Must-haves im Interieur. Zu Recht: Muster wirken als Blickfang und – vorausgesetzt, sie werden gezielt und gekonnt eingesetzt – verleihen einem Raum das gewisse Etwas. Und das ist schließlich Ziel der Gestaltung: Einen x-beliebigen Raum auf die individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden, um darin zu leben, zu arbeiten, zu lieben, zu hassen – ganz nach Ihrem Bedarf.

Muster kann man in einem homogenen Raumkonzept ebenso einsetzen wie in einem kontrastreichen. Hält man die Muster farblich in der Familie der übrigen, den Raum gestaltenden Farben, ordnen sie sich, wenn auch nicht unter, so zumindest ein. Sie bleiben ein schöner Eyecatcher, sind aber nicht zu auffällig.

Wer will, kann das Muster einer Ton-in-Ton-Wand (Blockstreifen, grafische Muster oder Streumuster wie Mille Fleures) in den Textilien des Raumes reflektieren. Ein, zwei Sofakissen oder ein Bezug eines einzelnen Sessels einer mehrteiligen Sitzgruppe im selben Muster wirken äußerst stilvoll.

Muster dienen aber nicht nur der Zierde eines kleinen Raumes. Sie helfen auch, diesen optisch aufzuwerten. Waagerecht ausgerichtete Muster (Streifen, Wellen, grafisch aneinandergereihte Elemente wie Punkte) an den Wänden stauchen die Raumhöhe optisch und ziehen die Decke runter. Senkrechte haben einen umgekehrten optischen Effekt. Eine geteilte Wand – unten hell-heller-gestreift, oben ein noch hellerer, aber zur Farbfamilie gehörender dritter Ton (oder Weiß) – verleihen dem Raum Höhe. Querstreifen verbreitern die Optik schlauchig wirkender Räume, Längsstreifen schmälern breite Räume.

Kleine, dezente Muster wie Streublumen, Pünktchen oder Ähnliches lassen den Raum größer wirken, als er tatsächlich ist. Große, auffällig gefärbte Elemente wie die Seifenblasen der 70er-Jahre hingegen rücken uns die Wände meistens bedrückend näher an den Leib. Ausnahme: Sie sind nur ganz dezent und Ton-in-Ton angedeutet.

Stufenprogramm für größere Optik

Viele Menschen glauben, kleine Räume verlieren mit einer zweiten Ebene zusätzlich an Größe. Und ziehen eine solche nicht mal annähernd bei der Gestaltung ihrer Wohnung in Erwägung. Klar, eine zweite Ebene in einen Raum einzuziehen bedeutet handwerklichen und damit kostenverursachenden (Mehr-)Aufwand. Doch der positive Effekt der Stufe ist es oft wert. Wie immer kommt es auch hier auf die passende Wahl der Gestaltungsmittel und die damit beabsichtigte Wirkung an.

Wer wenig Raum hat, kann mit Hilfe einer zweiten Ebene nicht nur die gewünschte Mehrfunktion erreichen, sondern auch für eine optische Teilung des Raums sorgen. Farblich sollte die zweite Ebene natürlich mit den den Raum beherrschenden Farben harmonieren. Konkretes Beispiel: Eine Ebene könnte zur gemütlichen Chill-Out-Zone gemacht werden, während die im gleichen Ton, jedoch heller gestaltete zweite Ebene der Arbeit gewidmet wird. Lange, schlauchige Räume gewinnen mit einer zweiten Ebene an Breite, wenn sie entsprechend eingezogen wird.

Insbesondere Räume, die einen Erker oder Alkoven (Bettnischen) besitzen, sind prädestiniert für ein Stufenprogramm. Kombiniert mit den Tipps zur Wandgestaltung (siehe Listenpunkt 5: Kluge Farbgestaltung) kann man einem Erker dann zusätzliche optische Weite verschaffen.

Einheitsprogramm integriert Unterschiede

Früher oder später entwickelt jeder seinen ureigenen Wohnstil, der auch nicht immer einer real existierenden Stilrichtung zuzuordnen sein muss. Jeder hat das Recht auf seinen Stil. Wer jedoch Räume optisch verändern – in unserem Fall: vergrößern – will, kommt mitunter nicht drum herum, bestimmte Spielregeln einzuhalten.

Eine davon ist die: Kleine Räume vertragen nur selten einen Stilmix. Dafür ist einfach zu wenig Raum. Wer also alte Möbel und Lampen mit modernen vermischen will, sollte sich nicht nur in der Stückzahl beschränken, sondern vor allem ein Element finden, das beide eint. Was nicht dazu passt, bleibt vor der Tür. Das wäre nun ganz einfach umzusetzen und bedürfte keiner weiteren Diskussion, doch so manches Lieblingsstück lässt man nur ungern außen vor.

Zum Glück gibt es gestalterische Mittel, um auch zwischen einander noch so stilfremden Möbeln Gemeinsamkeiten zu schaffen. Im Nachhinein und eigenhändig. Einfaches Beispiel: Ihr bezieht sämtliche Sitzmöbel unterschiedlichster Natur und Epoche mit ein und demselben Stoff oder verschiedenen Stoffen derselben Farbe, desselben Musters. Gerne könnt ihr das Tapetenmuster (siehe Listenpunkt 8: Clevere Muster) oder die Farbe der Wände (siehe Listenpunkt 5: Kluge Farbgestaltung) reflektieren.

Oder ihr streicht Tisch, Schreibtisch, Schrank, Stuhl, Sesselbeine und Kommoden in ein und derselben Farbe. Damit produziert ihr Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit. Kein Grund mehr, einen auf den ersten Blick unpassenden „Lebensgefährten “ voreilig zu entsorgen.

Ich hoffe, meine Tipps können euch zu zumindest optisch mehr Raum verhelfen! Lasst mich wissen, welche Erfahrungen ihr mit ähnlichen Ideen gemacht habt!

Foto: Doreen Brumme

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