10 Tipps zum Schulranzen kaufen

Doreens Bestenliste: 10 Tipps zum Kauf eines Schulranzens

Das neue Schuljahr steht vor der Tür! Für Schulanfänger, Schulwechsler und viele andere heißt das: ein neuer Ranzen muss her! Der Kauf eines Schulranzens mag angesichts der folgenden Liste anmuten, wie eine Wissenschaft. Stimmt. Das ist er auch. Viele Aspekte müssen beachtet werden: Sicherheit, Design, robuste Verarbeitung, Tragekomfort – nicht zu vergessen die Bio-Verträglichkeit. Schließlich schafft es kaum ein Hersteller, all diese Anforderungen optimal in einem Schulranzen zu vereinen.

Als 4fach-Mutter mit mittlerweile drei schulpflichtigen Kindern habe ich schon drei Schulranzen angeschafft – und zwei davon wegen unreparabler Schäden schon entsorgen müssen. Die wurden dann mit Schulrucksäcken ersetzt, die ihr auch auf Reisen mit Kids nutzen könnt.

Schulrucksack oder Schulranzen kaufen - die besten Tipps
Nachdem der Schulranzen in der 3. Klasse irreparabel kaputt ging, gab’s für unseren Großen einen Schulrucksack. Foto: Doreen Brumme

Ultimativer Tipp vorweg: Ranzenträger muss Ranzen anpassen, mit Sommer- und Winterjacke!

Wer meine folgenden Tipps beherzigt, hat ganz gute Chancen, den optimalen Schulranzen für sein Schulkind zu kaufen. Mein ultimativer Tipp kommt noch vorweg: Nehmt euren Ranzenträger unbedingt mit zum Ranzenkauf! Und zwar ausgerüstet mit Sommer- und Winterjacke (wegen der Passform), mit Büchern (wegen des Tragekomfort-Tests) und auch mit guter Laune – letztere, damit es keinen nervenaufreibenden Kampf um Farbe und Design gibt. Und nennt eurem Kind auch eure Vorstellung vom Preis – das grenzt die Auswahl gegebenenfalls ein. In diesem Sinne: Einen guten Schulanfang beziehungsweise Weiterlauf für uns und unseren Nachwuchs!

Die 10 besten Tipps zum Kauf von optimalen Schulranzen im Überblick

  1. Design
  2. Gewicht
  3. Größe
  4. Tragegurte und -Riemen
  5. Innenleben
  6. Sichtbarkeit
  7. Verschlüsse
  8. Wetterfestigkeit
  9. Polsterung
  10. Bio-Verträglichkeit

Schulranzen-Design: Alles eine Frage des Geschmacks

Ob ein Kind seinen Schulranzen oder -rucksack hegt und pflegt, wie es seine Eltern erwarten, hängt zu einem Großteil davon ab, ob es ihn mag. Und die Hersteller geben sich alle erdenkliche Mühe, um diesbezüglich den Wünschen von Kindern gerecht zu werden.

Es gibt Ranzen in allen Farben, Farbkombinationen, Mustern und grafisch umgesetzten Themen. Die Stars der Kinder von heute sind auf den Schulrucksäcken ebenso so zuhause, wie auf Kinderkleidung: Betritt man den Schulhof einer Grundschule zur Bring- oder Abholzeit, trifft man dort Dinos, Star Wars Themen, Ritter, Piraten, Feen und vieles andere mehr – alles in Form von Ranzen und anderem.

Grundsätzlich gilt für den Kauf von Schulranzen der Rat: Lasst euer Kind entscheiden, welcher Schulranzen oder -rucksack gekauft wird und beschränkt die Auswahl zur Erleichterung gegebenenfalls auf drei Modelle.

Selbstverständlich könnt ihr eurem Kind auch sagen, welchen Ranzen ihr bevorzugt und warum. Nicht zuletzt hilft es eurem Schulanfänger oder Schulweitergänger , wenn ihr ihm in Ruhe noch einmal deutlich macht, dass derzeitige Lieblingsfarbe und Lieblingshelden mitunter schnell von anderen ersetzt werden können.

Schulranzen-Gewicht: Überholte Weisheit

Ganz klar: Je leichter ein Schulranzen oder Schulrucksack ist, desto besser. Doch seine Leichtigkeit sollte nicht mit faulen Kompromissen zu Lasten seiner Stabilität, Sicherheit oder seines Tragekomforts gehen.

Gut zu wissen: Entgegen neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse hält sich in vielen Köpfen noch die veraltete Norm, dass ein gefüllter Schulranzen nicht mehr, als das Zehntel des Gewichts des ihn tragenden Kindes wiegen dürfe.

Einer Studie des Kidchek-Teams der Universität des Saarlandes zufolge, sei diese DIN-Norm wissenschaftlich unbegründet. Einer der Leitenden der Studie, Professor Dr. Eduard Schmitt, wies in der Presse noch darauf hin, dass selbst ein schwererer Ranzen eine gesunde kindliche Wirbelsäule nicht schädigen werde.

Dazu wirke das Gewicht viel zu kurz auf den Rücken ein. Im Gegenteil: Ein kurzfristig getragener schwererer Ranzen könne, dem Experten zufolge, sogar die Rumpfmuskulatur bewegungsarmer Kinder trainieren.

Schulranzen-Größe: Tragekomfort und Sicherheit

Ein Schulranzen sollte in der Höhe mit den Schultern seines Trägers abschließen, sodass die Silhouette den Kopf deutlich zeigt. Das macht das Kind im Straßenverkehr sicht- und erkennbarer.

Außerdem wird seitens Experten empfohlen, dass der Ranzen nicht breiter als die Schultern sein sollte. Grund für diese Empfehlung ist einerseits auch die Sichtbarkeit des Kindes auf dem Schulweg, andererseits aber auch der Tragekomfort.

Hütet euch davor, einen möglichst großen Ranzen zu kaufen, um den alltäglichen Bedarf eines Schulkindes transportieren zu können. Denn die Erfahrungen zeigen, das jeder Schulrucksack mehr oder weniger sinnvoll gefüllt werden kann – oder andersherum ausgedrückt: Es passt nie alles in den Ranzen, was euer Kind gerne mit sich herumtragen möchte.

Schulranzen-Tragegurte und -riemen: Verstellbar und breit

Achtet beim Kauf eines Schulranzens oder Schulrucksacks darauf, dass die Trageriemen optimal befestigt und breit sind, damit sie beim Tragen des gefüllten Ranzens nicht in die Schultern schneiden.

Gepolsterte Riemen sind von Vorteil. Stiftung Warentest empfiehlt dabei eine Mindestbreite von vier Zentimetern. Außerdem sollten sich die Riemen leicht stufenlos verstellen lassen – insbesondere von Kinderhand.

Prüft also schon vor dem Kauf, ob euer Kind den Riemen komfortabel verlängern oder verkürzen kann – auch wenn der Ranzen oder Rucksack auf dem Rücken sitzt. Achtet besonders darauf, ob der verstellte Gurt auch fest in der neuen Einstellung verbleibt und nicht etwa nach ein paar Schritten schon wieder festgezurrt werden muss.

Optimalen Sitz versprechen Brust und Bauchgurt – die inzwischen an Schulranzen und -rucksäcken genauso zu finden sind, wie an Reisegepäck. Sie bieten dem Kind die Möglichkeit, den Ranzen oder Rucksack besonders festzuzurren und die Hände auf dem Schulweg freizubehalten. Der Brustgurt sorgt dafür, dass die Tragegurte nicht allzu schnell von den Schultern des Kindes rutschen und der Bauchgurt verteilt die Last des Ranzen noch einmal besser.

Schulranzen-Innenleben: Gut sortiert heißt schnell gefunden!

Für eine optimale Verteilung des Gewichts des Ranzen ist es wichtig, dass sich sein Inhalt ordentlich packen lässt. So bekommt nicht eine Seite Übergewicht.

Dafür sollte der Ranzen oder Rucksack mehrere Innenfächer haben, die Hefte und Bücher, Stiftetasche, sowie Trinkflasche und auch Pausenbrot gewichtsmäßig betrachtet gleichmäßig verteilt aufnehmen.

Während manche Hersteller an Innenfächern sparen, übertreiben es die anderen und schaffen Innenfächer noch und nöcher. Letzteres veranlasst euer Kind, auch jedes noch so kleine Täschchen mit sinnvollen oder sogar sinnfreien Dingen zu bestücken. Das kann auf Dauer anstrengend werden. Versucht am Besten ein Modell zu finden, das weder zu wenige, noch zu viele Innentaschen hat.

Schulranzen-Sichtbarkeit: Ich sehe was, was Du nicht siehst

Für die gute Sichtbarkeit eures Kindes auf dem Schulweg könnt ihr mit verschiedenen Hilfsmitteln sorgen, denn Schutzweste, Leuchtstreifen, Leuchtdioden und mehr findet ihr in gut sortierten Drogerien und im Fachhandel.

Auch ein Schulranzen muss Sicherheitsnormen entsprechen – aber leider erweisen sich immer wieder Modelle als nicht normgerecht. Für Schulranzen gilt allgemein: Je heller er ist, desto auffälliger ist sein Träger im Alltag und Straßenverkehr.

Schon beim Kauf solltet ihr zudem prüfen, ob das favorisierte Modell mit dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und dem Emblem für die wichtige Schulranzennorm DIN 58124 ausgezeichnet ist. Letztere schreibt zum Beispiel vor, dass ein Schulranzen mit mindestens zehn Prozent seiner Fläche retroflektieren können muss. Retroflektieren heißt, dass der Ranzen, ähnlich wie bei einem Katzenauge, bei Dunkelheit Licht zurückwerfen kann. Und, dass der optimale Schulranzen mit zwanzig Prozent seiner Fläche fluoreszieren kann. Fluoreszieren bedeutet, dass der Ranzen bei Tageslicht und in der Dämmerung aufleuchten kann.

Schulranzen-Verschlüsse: Auf und zu, auf und zu, auf und zu

Der Verschlusstechniken gibt es viele: Reißverschlüsse, Schnallen, Gurte, Klettverschlüsse, Druckknöpfe, Magnete und Ähnliches. Jeder Verschluss hat seine spezifischen Vor- und Nachteile.

Schon beim Kauf eines Ranzen solltet ihr deshalb die Verschlüsse eines favorisierten Modells kritisch unter die Lupe nehmen: Versprechen sie dauerhaft sicheren Verschluss? Lassen sie sich auch von Kinderhand leicht benutzen? Beim kleinsten Zweifel an der Qualität der Verschlüsse oder dessen Handhabung solltet ihr euch lieber für ein anderes Modell interessieren.

Besonders dem Deckel des Schulranzens solltet ihr im Laden bereits euer besonderes Augenmerk schenken: Lässt sich der Ranzendeckel weit nach hinten öffnen, ohne von allein wieder zuzuschnappen? Andernfalls könnte das ständige Wiederzuklappen euer Kind beim Ein- und Auspacken stören.

Schulranzen-Wetterfestigkeit: Es regnet, es regnet – die Bücher sind nass!

Ein Schulranzen oder Schulrucksack dient dem Transport von Büchern, Heften und anderem. Das umfasst auch die Robustheit des Rucksacks gegenüber Einflüssen aus der Umwelt.

Wägt beim Kauf des Schulranzens gut ab, ob sein Material und dessen Verarbeitung große Widerstandsfähigkeit versprechen. Schließlich muss der Ranzen nicht allein ein paar Jährchen Tag für Tag nach Stundenplan benutzt werden: Er wird ziemlich oft auch über die Maßen strapaziert werden, zum Beispiel beim In-die-Ecke-Werfen – aus welchem Grund auch immer.

So manch ein Ranzen muss auf den Gepäckträger eines Fahrrads geklemmt werden, ein anderer die Fahrt im Schulbus überstehen. Und zwischendurch werden Riemen suboptimal belastet – sind sie gut genug vernäht?

Nicht zuletzt scheint auf dem Schulweg nicht nur die Sonne – und Regen und Schnee dürfen den Inhalt nicht nass werden lassen. Prüft im Laden, ob der Ranzen entsprechend wetterfest ausgerüstet ist. Immerhin: Bei einigen Modellen spendieren die Hersteller einen „Regenanzug“, der inklusive oder optional erwerbbar ist.

Schulranzen-Polsterung: Leisten erhöhten Tragekomfort

Wie man sich bettet, so liegt man. Das gilt so auch für den Tragekomfort eines Schulranzens oder -rucksacks. Zwischen dem Rücken des Kindes und dem Inhalt des Ranzens sollte eine Polsterung sein, die sämtliche Bewegungen mitmacht.

Bücherrücken sollten nicht unangenehm spürbar sein und vor allem nicht zum „Druckmittel“ werden. Allen voran aber sollte die Polsterung auch ergonomisch geformt sein.

Die spezifische Passform sollte euer Kind vor dem Kauf ausprobieren. Drückt der Ranzen oder Rucksack schon beim Test – dann ist er bereits durchgefallen. Sucht nach dem Schulranzen mit bestmöglicher Passform für euer Kind. Es gilt: Rücken gut, alles gut!

Schulranzen-BIO-Verträglichkeit: Die Nadel im Heuhaufen

Einen Schulranzen zu finden, der allen Anforderungen in Sachen Sicherheit, Tragekomfort, Handhabung und Passform genügt, ins Budget passt und dann noch euem Kind gefällt – das ist keine leichte Sache. Wer darüber hinaus noch Wert auf die Bio-Verträglichkeit des Ranzens legt, muss sich gedulden.

Nicht, das es nicht Bio-Modelle gäbe: Doch so einige der damit beworbenen Ranzen fielen in entsprechenden Tests leider durch, weil jeweilige Hersteller zwar alle umweltgerechten Materialien zu einem ansehnlichen Schulrucksack zusammengenäht hatten – leider jedoch mit einem belasteten Faden (Esprit Ergo Comfort).

In dem entsprechenden Test von Anfang 2010 bekamen alle Testprodukte von Ökotest ein „ungenügend“ – wegen der bedenklichen Inhaltsstoffe. Dazu zählen PVC, PVdC, chlorierte Kunststoffe und auch Weichmacher (Phtalate).

Andere Bio-Modelle sind laut ihrer Anbieter zwar Bio – aber das heißt dann auch: Aus echtem Bio-Kuhfell, also Bio-Kuhhaut mit Bio-Kuhhaaren. Manchem Schulanfänger oder seinen Eltern ist das dann schon wieder zu viel Bio-Kuh.

Oft liest man noch das Argument, dass man die Bio-Verträglichkeit eines Schulranzens getrost vernachlässigen könne, da ein Ranzen in der Regel nicht für lange und sowieso eher selten in direktem Kontakt mit der bloßen Haut seines Trägers sei. Dagegen frage ich: Was ist dann aber, wenn im Klassenraum 20 Schulrucksäcke auf Dauer Schadstoffe ausdünsten – und die Kinder die dicke Luft einatmen?

Ranzen im Test

Stiftung Warentest und Ökotest machen regelmäßig Schulranzen-Tests. Zum oben verlinkten von Ökotest gibt es einen neueren aus 2013 und einen Ranzentest aus diesem Jahr. Auch Stiftung Warentest hatte 2013 Ranzen geprüft, die Ergebnisse findet Ihr hier.

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins erste oder neue Schuljahr!

Fotos: Doreen Brumme

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