Baby Nr. 4

Doreens Bestenliste: 10 frühe Anzeichen einer Schwangerschaft

Schwanger oder nicht? Beim dem großen Bauch auf dem Foto (mein vierter) ist das keine Frage. Aber was ist mit den frühen Anzeichen? Abgesehen vom handelsüblichen Test und dem Gang zum Frauenarzt gibt es viele frühe Anzeichen, die man auch selber merkt. Nach 11 Fehlgeburten und vier erfolgreichen Geburten kenne ich frühe Anzeichen einer Schwangerschaft aus eigener Erfahrung bestens. Hier will ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Schwangerschaftstest
Ein Fundstück in meinem Viertel: positiver Schwangerschaftstest auf einem Postkasten. Foto: Doreen Brumme

Eine Schwangerschaft kündigt sich auf vielfältige Weise an. Wer seinen Körper (oder den der Partnerin, Kollegin, Freundin) aufmerksam beobachtet, kann das eine oder andere oder alle der hier beschriebenen typischen Anzeichen vielleicht wahrnehmen. Und daraus auf eine Schwangerschaft schließen.

Letztendlich gibt nicht mal der positive Schwangerschaftstest die endgültige Bestätigung für eine Schwangerschaft. Erst der Frauenarzt kann sie sicher feststellen. In diesem Sinn solltet ihr die hier genannten Anzeichen also nicht als sichere Hinweise auf eine Schwangerschaft nehmen, sondern als mögliche.

Ich selber war 15 Mal wissend schwanger und habe daher viele der nachfolgend aufgelisteten Anzeichen selbst erlebt. Aus dieser Erfahrung weiß ich heute vor allem zwei Dinge. Erstens: Jede Schwangerschaft ist anders, die Anzeichen können also variieren. Zweitens: Jedes der nachfolgend aufgelisteten Anzeichen kann auf eine Schwangerschaft hindeuten – muss es aber nicht.

Die 10 frühesten Anzeichen einer Schwangerschaft im Überblick

  1. Stimmungsschwankungen
  2. Veränderungen der Brust
  3. Einnistungsschmerz und -blutung
  4. Übelkeit, Brechreiz, Schwindel
  5. Ungewöhnlicher Appetit
  6. Müdigkeit
  7. Verstärkter Harndrang
  8. Hohe Basaltemperatur
  9. Ausbleiben der Regelblutung
  10. Hautveränderungen

Stimmungsschwankungen: „Hurra!“ und „Verflucht!“ liegen dicht beieinander

Zu einem recht frühen Zeitpunkt der frisch eingetretenen Schwangerschaft – wenn also die Betroffene oft selbst noch kaum ahnt, dass sie schwanger sein könnte – kommt es manchmal schon zu hormonell bedingten Stimmungsschwankungen. Da rührt einen dann etwa der Filmkuss, den man unschwanger ziemlich fade gefunden hätte, plötzlich zu Tränen. Oder man wird furchtbar wütend, wenn man etwas fallen lässt oder sonst irgendeine Kleinigkeit schief geht.

Überhaupt fühlen sich viele Frauen in den ersten Wochen der Schwangerschaft recht nah am Wasser gebaut und können die ungewohnte Weinerlichkeit selbst kaum zuordnen. Und wenn, dann eher einem PMS, also einem prämenstruellen Syndrom, als einer Schwangerschaft.

Die Laune einer Frühschwangeren wechselt auch im Alltag recht schnell – für das Umfeld mitunter zu schnell. Lästige Auseinandersetzungen mit dem Partner, der Kollegin oder dem Chef sind so fast schon vorprogrammiert. Die sollten sich, sobald die Schwangerschaft bekannt ist, rücksichtsvoll zeigen – schließlich sind’s nur die Hormone!

Veränderungen der Brust: Über Nacht gewachsen

Bei vielen Frauen ist es die Brust, die die ersten deutlichen Signale abgibt, dass man schwanger sein könnte. Denn gewisse auffällige Veränderungen an der Brust treten oft schon ganz schnell nach dem Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterwand auf.

So fühlt sich die Brust beispielsweise schwerer, fester und/oder größer an. Einige Frauen verspüren auch ein mitunter schmerzhaftes Ziehen. Die Brustwarzen reagieren stärker auf Reize wie raue Wäsche, Temperaturveränderungen oder auch Zärtlichkeiten. Schon recht früh verfärbt sich außerdem der sogenannte Brustwarzenvorhof um die eigentliche Brustwarze herum dunkler. Der Warzenvorhof an sich wird zudem auch größer. Und die Adern scheinen deutlicher durch die Brusthaut.

Auch die sogenannten Montgomery-Drüsen, also die kleinen Erhebungen auf dem Warzenhof, die kreisförmig um die Brustwarze verteilt sind, treten nach dem Eintritt einer Schwangerschaft schnell deutlicher zutage. Wie viele solcher Drüsen eine Frau hat, ist übrigens von Frau zu Frau verschieden und kann auch von Brust zu Brust variieren. Im Schnitt liegt ihre Zahl zwischen zehn und fünfzehn pro Brust. Die Montgomery-Drüsen dienen dem Schutz der Haut beim späteren Stillen und als Stillhelfer, indem sie während des Stillens für einen Luftabschluss sorgen. Sie wurden nach ihrem Erstbeschreiber William Fetherstone Montgomery (1797 bis 1859) benannt, einem Iren, der als Geburtshelfer arbeitete.

Einnistungsschmerz und -blutung: Die erste Hormonwelle rollt an

Die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut findet etwa am fünften bis sechsten Tag nach der Befruchtung statt. Die Eizelle schüttet dabei das Hormon hCG aus, das humane Choriongonadotropin. So wird verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut mit einer Regelblutung abgestoßen und damit die Schwangerschaft vorzeitig und unerkannt beendet wird. Mit anderen Worten: Deshalb bekommt man als Schwangere seine Regel nicht mehr (siehe Listenpunkt 9: Ausbleiben der Regelblutung).

Es gibt Frauen, die berichten, den Moment der Zeugung gespürt zu haben, also das Verschmelzen von Spermium und Eizelle. (Ich bestehe nach wie vor darauf, es bei meiner Nr. 3 gespürt zu haben.) Dieser Moment habe sich dann etwa durch Wärme bemerkbar gemacht, die sich plötzlich im Unterleib ausbreitete (bei mir: knöchernes Summen im Unterleib). Genauso gibt es auch Frauen, die behaupten, sie hätten zum Zeitpunkt der Einnistung einen gewissen Schmerz in der Gebärmutter verspürt – den sogenannten Einnistungsschmerz.

Oft jedenfalls ist die Einnistung der Eizelle mit einer kleinen Blutung verbunden – der sogenannten Einnistungsblutung. Sie kann stärker oder weniger stark ausfallen, sodass die eine Frau sie bemerkt, eine andere aber nicht.

Übelkeit, Brechreiz, Schwindel: Das Übel der Schwangerschaft

Sie gehört zu den Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft, von denen fast jeder schon einmal etwas gehört hat. Die allmorgendliche Übelkeit und der von vielen verspürte Brechreiz können schon recht früh in einer Schwangerschaft auftreten und sich manchmal leider auch tagsüber halten. Es heißt, das Hormon hCG (siehe Element 3: Einnistungsschmerz und -blutung) löse diese und andere Begleiterscheinungen aus, zum Beispiel auch Schwindel.

Dafür spricht, dass viele Schwangere den Brechreiz „nur“ in den ersten drei Monaten ertragen müssen, zum Beispiel beim Zähneputzen oder wenn ihnen ein bestimmter Geruch in die Nase steigt. Deutlich weniger Frauen spüren ihn während der gesamten Schwangerschaft. Hat sich der hCG-Spiegel eingestellt, lässt meist auch die Übelkeit nach.

Übrigens: Längst nicht alle Schwangeren müssen sich tatsächlich übergeben, und schon gar nicht ständig. Wen die Übelkeit allerdings auffällig oft überfällt, der sollte sich an seinen Gynäkologen wenden und sich gegebenenfalls auf dem medizinischen Weg helfen lassen.

Ungewöhnlicher Appetit: Schwangerschaft ist Saure-Gurken-Zeit

Auch dieses Symptom ist allseits bekannt. Dass eine Schwangerschaft eingetreten ist, vermuten manche Frauen schon recht früh, weil sie plötzlich einen unbändigen Appetit auf Speisen haben, die sie zuvor nicht angerührt hätten. Typisches Beispiel: Wer unschwanger gerne Schokolade nascht, kann das Zeug im frühschwangeren Zustand mitunter nicht mal mehr sehen, geschweige denn riechen, ohne zu würgen. Und selbstverständlich gilt das umgekehrt: Schokoverächter werden in der Schwangerschaft häufig süchtig nach dem braunen Stoff.

Solch ein Appetit kann in einen richtigen Heißhunger ausarten – der gestillt werden muss. In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass einem als Schwangere eher mal das Wasser im Mund zusammenläuft, weil auch der Speichelfluss hormonell angeregt wird.

Auffällig und ein mögliches Anzeichen für eine eingetretene Schwangerschaft ist mitunter auch die Zusammenstellung dessen, was die Schwangere sich auftischt: Da wird zum Beispiel Saures mit Süßem kombiniert. Der Klassiker: saure Gurken aus dem Glas zu Kuchen und/oder Eis.

Meine verrückten Appetit-Erfahrungen hierzu: Nr. 1 – Pommes mit Parmesan, Nr. 2 – Vanillepudding in Pfundpackungen, Nr. 3 – Salzgurken, Ceasar Salat Soße und Lachsaufstrich, Nr. 4 – Kalter Hund

Doch nicht nur das: Frühschwangere fallen ihrem Umfeld oft auch dadurch auf, dass sie ungewöhnlich viel essen. Der Grund: Die andauernd aufsteigende Übelkeit kann eine Schwangere mitunter nur aushalten, wenn sie ständig irgendetwas kaut und schluckt.

Müdigkeit: Bleischwere Augenlider

Eine Schwangerschaft bedeutet Höchstleistung für den Körper der werdenden Mutter – auch und gerade in der Frühschwangerschaft. Die hormonelle Umstellung verursacht bei Schwangeren in den ersten drei Monaten oft eine andauernde Müdigkeit, der man nur mit entsprechend viel Schlaf beikommen kann.

Die Empfehlung von Experten dazu lautet denn auch, sich den Schlaf zu holen, den der schwangere Körper braucht. Das ist mitunter leichter gesagt als getan. Nämlich meist nur dann, wenn man weiß, dass man schwanger ist und gegebenenfalls auch schon seinen Arbeitgeber darüber informiert hat. Dann greifen auch Mutterschutzgesetze und entsprechende Regelungen zum Schutz der werdenden Mutter am Arbeitsplatz.

Wer aber noch nicht weiß, dass die Müdigkeit von einer Schwangerschaft herrührt, der tut sich sicher schwer damit, gegen diese anzukämpfen. Eine Pause im Freien kann müde Lebensgeister wecken und für einen Frischekick sorgen. Ansonsten gilt: Geht so früh als möglich zu Bett und schlaft euch sich aus!

Verstärkter Harndrang: Vom ständigen Auf-die-Toilette-müssen

Wer glaubt, nur eine Schwangere in der fortgeschrittenen Schwangerschaft, also mit dickem Bauch, müsse häufig aufs Klo, um ihre Blase zu entleeren, der irrt. Schon in den ersten Tagen und Wochen der Schwangerschaft kommt es bei vielen zu einem verstärkten Harndrang. Auch hierfür ist unter anderem wieder das Hormon hCG verantwortlich. Eine andere Ursache für das ständige Zum-Klo-Rennen ist die verstärkte Durchblutung, die auch die Tätigkeit der Nieren anregt und diese zu Höchstleistungen pusht: Es wird mehr Urin produziert.

Hinzu kommt, so sagen Experten, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron eine entspannende Wirkung auf die Struktur der inneren Organe habe – also auch auf die Blase und die sie umgebende Muskulatur. Und ganz klar, auch die wachsende Gebärmutter drückt zunehmend auf die Blase. Beides Gründe für häufige Toilettengänge.

Der häufige Harndrang kann lästig werden, denn er hält rund um die Uhr an und nimmt keine Rücksicht auf Tag und Nacht. Er lässt bei den meisten Frauen erst im zweiten Drittel der Schwangerschaft wieder etwas nach, um dann zum Finale hin wieder stärker zu werden. Allerdings rennt die Hochschwangere dann zig Mal auf die Toilette mit dem Gefühl ganz dringend Pipi zu müssen, um dann oft jeweils nur wenige Tröpfchen von sich zu geben.

Hohe Basaltemperatur: Die 3-über-6-Regel

Wer schwanger werden möchte – oder aber auf natürlichem Weg versucht, eine Schwangerschaft zu verhüten – misst vielleicht seine Basaltemperatur. Sie hilft dabei, dem Eisprung und damit den fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Tagen auf die Schliche zu kommen.

Dazu muss man wissen, dass bei jeder Frau die Körpertemperatur im allmonatlichen Zyklus ganz bestimmten, recht typischen Schwankungen unterliegt. Den Basaltemperaturverlauf kann man gut erfassen und mit der Beobachtung anderer körperlicher Signale kombinieren – etwa dem Zervixschleim, der sich ebenfalls mit dem Zyklus verändert. So lassen sich einigermaßen zuverlässige Aussagen zur Fruchtbarkeit treffen.

Das Messen der Basaltemperatur unterliegt allerdings strengen Bedingungen, ebenso wie deren Auswertung. Ganz einfach ausgedrückt kann man sich in Bezug auf den Eisprung an diese Regel halten: Wer an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine etwa gleich hohe Temperatur misst, die zudem über dem Durchschnitt der gemessenen Temperatur der sechs vorausgegangenen Tage liegt (drei über sechs), kann daraus schließen, dass ein Eisprung stattgefunden hat. Bleibt die Temperatur länger als drei Tage auf dem hohen Niveau, kann das auf eine Schwangerschaft hinweisen.

Ausbleiben der Regelblutung: Die Periode ist überfällig

Das Ausbleiben der Regel kann ein Zeichen dafür sein, dass eine Schwangerschaft eingetreten ist – muss es aber nicht. Schließlich gibt es viele Gründe, warum die Regelblutung verzögert werden könnte. Schon ungewöhnlicher Stress, eine Reise oder Leistungssport gelten als Auslöser für eine sogenannte Amenorrhoe, also das Ausbleiben der Regel, wenn auch „nur“ ihrer sekundären Variante. Man weiß heute auch, dass hormonelle Veränderungen, ein stark schwankendes Gewicht oder bestimmte Stoffwechselkrankheiten bewirken können, dass die Regel sich verschiebt oder gar ganz ausbleibt. Als Auslöser der primären Amenorrhoe gelten meist körperliche Ursachen.

Wer solche Umstände ausschließen kann und/oder einen regelmäßigen Zyklus hat beziehungsweise weiß, dass der Eisprung tatsächlich stattgefunden hat und im entsprechenden Zeitraum auch Geschlechtsverkehr hatte, der kann sich laut Experten an den NMT – den „Nichtmenstag“ – halten. Der erste NMT – also der Tag, an dem die Regel üblicherweise beginnen würde – ist ideal, um einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

Gut zu wissen: Es gibt umgekehrt auch Frauen, die in den ersten Monaten einer Schwangerschaft noch eine leichte Regelblutung haben. Was also lange Zeit als das sicherste Anzeichen einer Schwangerschaft galt, ist gar nicht mal so aussagekräftig.

Hautveränderungen: Strahlend schöne Haut oder Pickel wie in der Pubertät

Eine Schwangerschaft im Frühstadium und die damit verbundenen hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper sind häufig Ursache von plötzlichen Hautveränderungen. Viele Frühschwangere bemerken noch vor dem Wissen um ihre Schwangerschaft Unreinheiten, Pickel und Pusteln im Gesicht, auf dem Rücken oder im Dekolleté.

Aber nicht alle körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft bedeuten nur Beschwerden. Andere Schwangere freuen sich dagegen über die positive Wirkung, die die Schwangerschaft auf ihr zuvor unreines Hautbild hat: Sie berichten über einen Rückgang von Pickeln und Co. Ihre Haut ist auf einmal so rein wie der proverbiale Popo ihres zukünftigen Neugeborenen.

Auch zu fettige oder zu trockene Haut wird durch die Umstellungen, die die frisch eingetretene Schwangerschaft im Körper auslöst, mitunter besser durchblutet, sodass der Stoffwechsel angeregt wird. Die Folge: Sebum (Hauttalg) wird besser abtransportiert und die Haut wirkt weniger glänzend und unrein und stattdessen feuchter und rosiger.

Foto: Doreen Brumme

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