kindersichere kueche

Kinder in der Küche – Tipps für eine kindersichere Küche

In unserer Küche ist immer was los, denn in einer 67 Quadratmeter großen Wohnung, aufgeteilt in drei wie zwei Zimmer, ist wenig Raum für Vater, Mutter, Kind 1, Kind 2, Kind 3 und Kind 4. Als Lebensraum für Groß und Klein  muss unsere Küche deshalb nicht nur unserer Ernährung sondern auch vielzähligen und vielfältigen anderen Ansprüchen gerecht werden. Zudem brauchen wir eine kindersichere Küche. Wie wir die hinbekommen, zeigen euch meine Tipps.

Wir leben in unserer Küche, kochen dort, essen dort am einzigen großen Tisch in unserer Wohnung, reden und feiern daran. Mitunter wird daran auch gebastelt oder Hausaufgaben gemacht. Auch gearbeitet wird bei uns am Küchentisch, von mir und von meinem Mann. Kurz: Unsere Küche ist mehr als eine Küche und ein Speisezimmer. Sie ist unser Familientreffpunkt, Aufenthaltsraum, Besprechungszimmer, Partyraum, Vorratsraum, Lebensraum. Deshalb brauchen wir vor allem eins:  eine kindersichere Küche.

Unsere kindersichere Küche – Tipps zur Kücheneinrichtung

In einer Mietwohnung mit Einbauküche wie der unseren mitten in Hamburg haben wir buchstäblich keinen großen Spielraum, an der Einrichtung der Küche selbst etwas zu gestalten. Wir können von dem mehr langen als breiten Raum mit Fenster in den teils begrünten Hinterhof, dessen rechte Wand und die Wand unter dem Fenster mit der Einbauküche bestückt sind, also lediglich an der verbleibenden linken Längswand selbst einrichten.

Kippelsichere Hocker und Bänke

Wir haben dort einen großen Esstisch stehen, an den wir Sechs alle passen, wenn er von der Wand abgezogen wird. Um den Tisch herum stehen zwei sehr schwere, sehr stabile Hocker (Stirnseiten) und zwei noch schwerere, sehr stabile Bänke (Längsseiten). Die kindersicheren Sitzmöbel sind für mich ein Must-have in einer kindersicheren Küche: Unsere sind nicht geeignet, um damit zu kippeln. Man kann sie von allen Seiten erklimmen.

Kühlschrank mit Kühlfächern oben

An der gestaltbaren Raumseite steht zudem seit kurzem unser „Elvis“, ein großer dunkelroter Öko-Kühlschrank mit Kühlfächern hinter einer Tür oben und Eisschubladen hinter einer zweiten Tür unten. Das ist nicht nur ökologisch von Vorteil sondern auch insofern, als dass kleinere Kids den Kühlschrank nicht ohne Fußbank oder Hocker erreichen. An der großflächigen Front von Elvis klebt unsere stetig zu schreibende Einkaufsliste und an der noch größeren Seite, die zum Tisch gewandt ist, hängt unser Familienkalender XXL (es übrigens ist jedes Jahr eine Herausforderung, ein schönes Exemplar mit Spalten für sechs Familienmitglieder und einer „Sonstiges“-Spalte zu finden!) samt Stift. So können wir bei allen Tischsitzungen ein Auge auf anstehende Termine werfen und unseren Familienalltag planen.

Abschließbarer Vorratsschrank

Außerdem gibt es hier unseren abschließbaren antiken Vorratsschrank mit Schlüsseltüren oben und unten – mein Lieblingsmöbelstück überhaupt. Darin verwahren wir unter anderem Naschzeugs auf. Die Schlüssel dienen hier als Hürde zwischen Kindern und salzigen und süßen Naschis, die zu nehmen einiges an Handfertigkeit  erfordert. Die Glastüren oben habe ich mit Küchenstoff verkleidet  so sind die Vorräte verborgen und wecken keine Gelüste.

Stoßfester Bodenbelag

Der Boden unserer Küche ist Vermieterseits mit vergleichsweise stumpfen Linoleum belegt. Das ist inzwischen ganz schön ramponiert, fängt aber von Hocker oder Bank purzelnde Kinder weicher auf als Fliesen, Stein oder Holzparkett.

Einbauschränke kindersicher befüllen

Unsere Einbauküchenzeile ums Eck hat gut 20 Jahre auf dem Buckel. Ich habe die Schranktüren schon von Hellgrau auf Rot umgestaltet, aber leider nur in meinem Kopf. Hinter den zwei Türen, die wegen Herd, Spülmaschine und Vorgänger von Elvis noch bleiben, haben wir für Kinderhände ungefährliches Küchenzeug verräumt: Töpfe und Pfannen. In vier Schubladen lagern untereinander Essbesteck (keine scharfen Messer), Müllbeutel & Co., Küchenbesteck und Küchenhelfer aller Art.

Kinderschublade mit Kindergeschirr

Ganz unten, in der sogenannten Kinderschublade, befindet sich ein Haufen kunterbuntes Melamin-Kindergeschirr, das wir angeschafft haben, als Kind Nr. 1 anfing, am Tisch zu essen. Eine solche Schublade ist ein zweites Must-have in meiner kindersicheren Küche: Kleinkinder beschäftigen sich mit dem Schubladeninhalt stundenlang  und bleiben so immer in meinem Blickfeld.

Es ist demnach kein leicht zerbrechliches Kindergeschirr in für Kinder erreichbarer Nähe einsortiert. Wobei mein Ziel ist, dass Plastikgeschirr nach und nach aus unserem Leben zu verabschieden und zu meinem in den paar Hängeschränken wegsortierten salzglasierten Steinzeug zurückzukehren.

Scharfe Messer weitmöglichst wegräumen

Unser Spülbecken ist in die Ecke der Küchenzeile ums Eck platziert. Daraus ergibt sich rein geometrisch eine Menge Stellplatz hinter dem Spülbecken zur Wandecke hin. Und dort, kaum erreichbar für mich und schon gar nicht, wenn ich schwanger war, steht unser Messerblock mit den scharfen Küchenmessern: angefangen vom Gemüsemesser bis zum Brotmesser. Unsere Kids kommen dort ohne Hilfsmittel erst an, wenn Sie mit den Messern auch tatsächlich umgehen können.

Putzmittel sicher verwahren

Rechts und links vom Messerblock stehen Spülmittel und Handseife. Die einzigen Putzmittel in der Küche. Alle anderen sind in einem Besenschrank auf dem Balkon sicher verwahrt, den zu öffnen nur ein Erwachsener vermag.

Steckdosen sichern

In der Küche sind die Steckdosen in den Wandbereichen des Fliesenspiegels zwischen Unter- und Oberschränken untergebracht. Wir sichern sie mit handelsüblichen Kindersicherungen.

Die kindersichere Küche kindgerecht benutzen

Aus Überzeugung habe ich meinen Kindern keine Kinderspielküche gekauft, wie sie im Spielwarenhandel zu haben ist. Ich halte nicht viel davon, den Kindern eine Welt in Miniatur hinzustellen. Stattdessen dürfen sie stets bei mir in der echten Küche dabei sein: Während ich an der Arbeitsplatte stehe und schnippele, am Herd den Kochlöffel schwinge, im Ofen backe, brate und und und … sind meine Kids nach Lust und Laune anwesend. Die Küchentür wird bei uns nur geschlossen, wenn ich den Raum für ein Interview (Telefon, Skype) brauche und alle anderen Quadratmeter unserer Wohnung geräuschvoll besetzt sind. Klar, bei dieser Lebensweise müssen wir Eltern allzeit ein Auge drauf haben, mit einem Ohr hinhören und die Nase in den Küchenwind halten – wenn die Kids dort zu Gange sind.

Wichtige Küchen-Regeln für die kindersichere Küche

Das heißt, dass meine Kinder von Anfang einige Küchenregeln lernen mussten: Zum Beispiel,

  • dass sie die Herdplatte (Ceranfeld) nicht berühren dürfen.
  • dass die Backröhre heiß ist, solange darin Licht an ist (Wir lassen das Licht darin auch während des Abkühlens der Röhre brennen).
  • dass sie fragen müssen, wenn sie etwas essen oder trinken wollen.
  • dass Obst und Gemüse vor dem Reinbeißen abgewaschen werden muss.
  • dass das Rennen in der Küche bei uns nicht erlaubt ist.
  • dass wir uns zum Essen und Trinken, wo auch immer, hinsetzen.
  • dass wir in der Küche essen, Ausnahmen müssen wir Eltern erlauben.
  • dass keiner (außer Mama oder Papa zum Fensterputzen) auf die Arbeitsplatte unter dem Küchenfenster krabbeln darf und dass keiner das Fenster öffnen oder schließen darf, der dazu auf die Arbeitsplatte krabbeln müsste

Kindersichere Küche heißt: Kinder ruhig mal machen lassen

Die Handfertigkeiten der Kinder wachsen mit den Aufgaben, die sie in der Küche übernehmen. Bei uns gibt es Kinder mit und ohne Interesse an Kochen und Backen. Beides ist ok, wobei ich auch die Küchenmuffel ab und an „zwinge“, sich ihr Essen selbst zuzubereiten.

Spülmaschine bedienen und ein- sowie ausräumen

An den Umgang mit der Spülmaschine (eine Wohltat für unseren Haushalt, die ich keinesfalls missen möchte) habe ich unsere Kids schnell herangeführt. Wir haben starten das Öko-Spülprogramm in der Regel alle zwei Tage. Das Einräumen der Spülmaschine läuft bei uns nach dem Motto: Jeder seins, die Eltern alles. Das Ausräumen wechselt von Familienmitglied zu Familienmitglied, wobei wir Eltern komischerweise jedes zweite, dritte Mal dran sind.

Mit Kindern am Herd kochen

Zum Kochen am Herd mit Kindern ist je nach Alter der Kinder eine Fußbank nötig. Bei uns darf mitkochen, wer schon in den Topf auf dem Herd schauen kann, wenn er auf der Fußbank steht. Alle anderen dürfen auf Mamas Arm und zugucken, was die älteren Geschwister tun. Das kochende Kind bekommt eine Schürze um – die wie eine Sicherung wirkt: Ohne Schürze darf es nicht an den Herd. Gerührt werden darf nur, wenn eine Hand am Topfgriff ist. Topflappen gibt es bei uns auch in Kindergröße. Eine schützende Herdplatten-Umrandung hatten wir hier nie wirklich im Einsatz.

Schnippeln, was die Arbeitsplatte zulässt

Zum Schnippeln stehen wir gerne an unserer Arbeitsplatte. Der Küchentisch ist mir zu niedrig, dort kann arbeiten, wer sitzen will. Die Arbeitsplattenbereiche rechts neben der Herdplatte (Kühlschrankbreite) und links daneben (Spülmaschinenbreite) sind leider zu schmal für mehr als zwei Köche. Deshalb machen wir in Abhängigkeit vom Gericht, das entstehen soll, oft mehrere Schnippelstationen auf und wechseln uns dort ab. So kommt jedes Kind mal dran beim Möhren, Gurken oder Tomaten schneiden. Schneidunterlagen sind beim Schnippeln Pflicht, werden aber des Öfteren vergessen. Sogar von mir. Zum Glück sieht man das unserer Arbeitsplatte nicht an. Obwohl ich ja lieber eine aus grauem Stein wie hier von Worktop Express DE hätte, leistet uns unsere Küchenarbeitsplatte aus Resopal gute Dienste.

Dass die Kids mit Messern hantieren, braucht unser elterliches Vertrauen sowie elterliche Gelassenheit und Geduld. Ich greife zum Wohl des Kindes mitunter ein, grundsätzlich wache ich aber lieber über das, was ein Kind tun will und von dem es meint, es zu können, als es ihm zu untersagen. Dafür ist immer noch Zeit, wenn das Kind dem Job offensichtlich noch nicht gewachsen ist.

An die Brotschneidemaschine nur mit Brotschneidemaschinen-Führerschein

Lediglich an die Brotschneidemaschine lasse ich meine Kinder nur, wenn sie diesen Job unbedingt machen wollen, die wichtigen Bedienungsregeln kennen und anwenden – und dies mehrfach unter Aufsicht. Sie müssen quasi den Führerschein für die Maschine machen.

Müll kindersicher sortieren und recyceln

Das Thema Müll und dessen Verwertung ist aus Überzeugung und inzwischen daher auch berufsbedingt eins, das mir sehr am Herzen liegt. Unsere Kids sind von Klein auf an an Restemülleimer, Biomülltönnchen (unerreichbar für Kleinkinder platziert) und Behälter zum getrennten Sammeln von Papier, Plastik und Glas (stehen auf dem Balkon) gewöhnt. Natürlich reizt der Mülleimer (Restmüll) in der Küche die Kurzen. Natürlich wurde auch bei uns darin schon manches entsorgt, das ich dann zum Glück fand und wieder herausfischte. Ich bin sogar schon zwei, drei Mal in die Mülltonnen vor dem Haus gestiegen und habe „Schätze“ vor der wertstofflichen Müllverwertung gerettet, darunter zwei Mal eine Zahnspange! Dennoch: Unsere kleine Wohnung hat auch hier ihr Gutes: Als Eltern hören wir, wenn einer sich am Mülleimer zu schaffen macht. Und so ist uns bislang noch jede Schweinerei mit dem Restmüll in der Küche erspart worden.

Achtung: CAT-Content! Katzensichere Küche = kindersichere Küche

Unser Haushalt war immer auch ein Katzenhaushalt. Und wird es hoffentlich auch bald wieder werden. Derzeit trauern wir noch unserer Katze Mickey Blue Eyes nach, von der wir uns Anfang des Jahres unerwartet plötzlich trennen mussten.

Aber die Tatsache, dass wir fast 14 Jahre in einem katzensicheren Haushalt lebten, der im Übrigen katzensicher war, bevor die Kids kamen, erleichterte uns vieles: Sicherheitsmaßnahmen für Katzen sind nämlich auch Sicherheitsmaßnahmen für Kinder. Das haben wir gelernt: katzensichere Küche = kindersichere Küche.

Grafik: Doreen Brumme

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