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Doreens Bestenliste: 10 Dinge, die ein Bio-Baby braucht


Bioqualitiät ist sehr wichtig, vor allem wenn das Kind in einer entscheidenden Phase der Entwicklung steht. Hier kann man oftmals gar nicht vorsichtig genug sein! Auch Babys brauchen Bio! Alles fürs Bio-Baby!

Neun Monate wächst und gedeiht das Ungeborene im Mutterleib. Es ist darin sicher geborgen wie niemals mehr in seinem späteren Leben. Sobald es Mamas Bauch verlässt, wird das Bio-Baby mit der Umwelt konfrontiert und von all den inzwischen dort alltäglich gewordenen Schadstoffen belastet. Ich erwähne nur der Vollständigkeit halber die Tatsache, dass dem Ungeborenen bereits über den mütterlichen Organismus Schadstoffe verabreicht wurden, denn schließlich ist heute kein Mensch frei davon. Aber das nur am Rande.

Wer bei der „Aufzucht“ des Nachwuchses von Anfang an auf alltägliche Dinge in Bioqualität setzt, schafft mit weniger Schadstoffen die Basis für eine gute Gesundheit der Kleinen. Und da Bioprodukte nachhaltig produziert werden, helft ihr als Eltern auch gleichzeitig, die Umwelt nachhaltig zu schützen.

Hier kommen zehn Dinge, die umweltbewusste Eltern ihrem Bio-Baby in Bioqualität bieten sollten. Vieles davon gibt’s inzwischen im Supermarkt oder in der Drogerie um die Ecke zu kaufen. Das eine oder andere müsst ihr vielleicht suchen – mein Tipp als #motherof4: Das Internet ist in Sachen Bio-Baby eine wahre Fundgrube. Einen Großteil der Ausrüstung bekommt ihr schon aus zweiter Hand, anderes vielleicht nur neu im Fachgeschäft.

Das Wichtigste allerdings, auf das es bei einer Erziehung und Aufzucht in Grün ankommt – und damit die Nummer Eins der folgenden Top Ten seid ihr selbst – die Bio-Eltern.

Die 10 wichtigsten Dinge, die ein Bio-Baby in Bio-Qualität braucht im Überblick

  1. Bio-Eltern
  2. Bio-Kleidung
  3. Bio-Windel
  4. Bio-Shampoo & Co.
  5. Bio-Nahrung
  6. Bio-Plüschtier
  7. Beißring & Co. fürs Bio-Baby
  8. Buntstifte, Wachsmaler & Co. fürs Bio-Baby
  9. Bett, Matratze & Co. fürs Bio-Baby
  10. Biomöbel und Bio-Wände

Bio-Eltern: Das beste Vorbild in „grüner“ Mission

Das Leben stellt euch vor die Qual der Wahl: Ihr könnt euer Kind „konventionell“ aufziehen oder in nachhaltiger Bioqualität. Für Letzteres spricht, dass ihr bewusst darauf achtet, euer Kind möglichst wenig Schadstoffen auszusetzen. Das ist eine schwere und mühsame Aufgabe, jeden Tag aufs Neue. Doch umweltbewusste Eltern bereiten ihrem Kind das größte Geschenk überhaupt: Gesundheit, Wohlergehen und eine möglichst inktakte Umwelt. Dafür lohnt sich der alltägliche Bio-Stress. Und lasst euch dabei nicht entmutigen – weder von den Groß-/Eltern, die früher alles so oder so, aber auf jeden Fall anders gemacht haben, noch von besserwissenden Eltern eurer Generation.

Stellt also bei jeder Anschaffung rund ums Baby sicher, dass ihr die gesunde Alternative, die ökologisch und nachhaltig produzierte und möglichst auch fair gehandelte Variante eines alltäglichen Gebrauchsgegenstandes, Pflege- oder Nahrungsmittels kauft. Legt von Anfang an Wert auf Bioqualität. Dann wird der hohe Maßstab – und auch das mühsame Lesen der meist kleingedruckten Herstellerangaben über Zutaten und Inhaltsstoffe (INCIs) – euch schnell zur Gewohnheit.

Und das kann ich aus Erfahrung als 4-fache Mutter sagen: Die Kleinen lernen Bio mit euch zusammen kennen und lieben – und bestehen irgendwann mit eigenen Worten darauf – ihr werdet sehen. Besser geht’s nicht! Mission erfüllt!

Bio-Kleidung: Biofasern für die Haut vom Bio-Baby

Mit Pestiziden belastete Baumwolle, mit Chemikalien versetzte Farbe – das sind die Rohstoffe eines Großteils unserer Kleidung. Klar, die sensible Haut von Babys kann auf solche Schadstoffe besonders heftig reagieren – Hautirritaionen wie Juckreiz, Ausschlag & Co. sind anstrengend fürs Kind UND für seine Eltern.

Achtet beim Kauf von Kleidung auf Bioware. Bio-Wolle-Seide-Gemische oder Bio-Baumwolle sind als Wäsche auf Babys Haut zu empfehlen. Inzwischen haben sich unzählige Hersteller darauf spezialisiert – in allen Preisklassen. Und: Ganz neue Rohstoffe wie Wolle aus Milch-, Soja- oder Maisfasern erobert den Markt. Orientiert euch unbedingt an anerkannten Öko-Siegeln für Textilien, wenn ihr einkauft.

Eine Alternative zur Bio-Neuware ist die aus dem Secondhandgeschäft. Schließlich ist gerade die Kleidung der ganz Kleinen selten von einem Kind abgenutzt. Es lohnt sich, auf Flohmärkten gezielt nach Bio-Ware zu schauen – am besten auf solchen in gut betuchten Stadtvierteln, dort werden meiner Erfahrung nach Bio-Klamotten vermehrt und häufig schon länger als im Rest der Gesellschaft getragen.

Apropos Flohmarkt & Co.: Auch herkömmliche Secondhand-Klamotten sind mehr als nur billiger als Neuware. Sie sind auf vielerlei Weise auch ökologischer. Zum einen sind sie durch die bisherige Nutzung nahezu frei von Schadstoffen – die wurden längst ausgewaschen (Es heißt, man solle wegen der möglichen Schadstoffe Neuware sieben Mal waschen, bevor man sie dem Kind zum ersten Mal anzieht). Mit dem Kauf von Secondhand-Kleidern nutzt ihr zum anderen Ressourcen erneut – und spart an neu produzierter Ware. Ihr helft zudem, den Müllberg aus Klamotten klein zu halten und reduziert somit die Altkleiderlast.

Bio-Windeln: Bio-Wegwerfwindel oder Stoffwindel fürs Bio-Baby?

Was ihr eurem Kind um den Unterleib wickeln, dürft ihr Gott sei Dank selbst entscheiden. Das ist gut so und wäre einfach, wenn es denn klare Anhaltspunkte für die Entscheidung gäbe. Leider ist das nicht der Fall: Die ökologische Bilanz der Stoffwindel-Systeme muss nicht wesentlich besser oder schlechter als die der Wegwerfwindel in Öko-Qualität sein.

Das Fazit ziehe zumindest ich nach jahrelangen Recherchen zum Thema und aus eigenen Wickelerfahrungen: Schließlich habe ich als umweltbewusste 4-fach-Mutter schon Jahre lang ununterbrochen mindestens ein Kind gewickelt. Die Ökobilanz jeder Stoffwindel steht und fällt vor allem mit euren Windelwasch- und Windeltrocknungsgewohnheiten beziehungsweise denen eures Stoffwindelsystemversorgers.

Demzufolge kann die wiederverwendbare Stoffwindel ökologisch schlechter dastehen als eine aus Biopapier, die es heute inklusive biologisch abbaubarer Folie gibt. Grün rechnen lässt es sich dagegen schon ganz gut, wenn ihr Bio-Stoffwindeln für mehr als ein Baby beziehungsweise Secondhandmaterial nutzt. Der Nachteil der Stoffwindelsysteme ist deren Handhabung, teilweise bestehen sie aus mehreren Bausteinen, sowie das gegenüber einer modernen Papierwindel dickere Paket am Babypo, das dessen Bewegungsfreiheit einschränkt.

Gegenüber der herkömmlichen Wegwerfwindel (sechs Millionen sollen davon pro Jahr in Deutschland gewickelt werden) seid ihr mit der aus Bio-Material auf der sicheren Seite, weil ihr weniger Sondermüll produziert und Ressourcen aufgrund der umweltfreundlichen Produktion schont: die Windeln kommen ohne Inhalte aus Erdölprodukten daher und werden nicht mit Chlor gebleicht.

Bio-Pflege für empfindliche Baby-Haut

Nach vier Geburten kenne ich eine ganze Reihe Ratschläge, die sich auf die Pflege sensibler Babyhaut beziehen. Nicht jeder gutgemeinte Rat ist jedoch tatsächlich gut und schon gar nicht pauschal auf jedes Baby anzuwenden. Für die optimale Pflege von Babyhaut braucht ihr Wissen: Macht euch zunächst klar, wie die Babyhaut aufgebaut ist, was sie kann und wozu sie noch nicht in der Lage ist.

Schließlich ist die Haut das flächenmäßig größte Organ und steht als begrenzendes Hüllorgan unseres Körpers in der Regel zwischen uns und den Schadstoffen aus der Umwelt. Es kommt also darauf an, die natürliche Schutzfunktion der Haut zu entwickeln, zu stärken und zu erhalten – vom ersten Lebenstag eures Kindes an.

Laut der Online-Ausgabe des österreichischen Ärztemagazins (Nr. 28-29/2009) sei es nach neustem wissenschaftlichen Erkenntnisstand Fakt, dass … 
… Babyhaut ab der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche als anatomisch ausgereift gelte.
… Babyhaut dünner als die Haut von Erwachsenen sei (Studien ergaben demnach, dass das sogenannte Stratum corneum von Babys, also die Hornschicht, um 30 Prozent und die Epidermis insgesamt um 20 Prozent dünner sind. Bei einem Erwachsenen misst die Epidermis zwischen 0,03 bis 0,05 Millimeter.)
… die Aufnahmekapazität von Wasser und der sogenannte transepidermale Wasserverlust (TEWL) bei Babys viel höher und variabler als bei Erwachsenen sei.
… Babys einen niedrigeren Gehalt des sogenannten Natural Moisturizing Factor (NMF) und weniger Gesamtlipide im Stratum corneum und Sebum hätten. 
… die Entwicklung der Hautschutzbarriere von Neugeborenen weder mit der Geburt noch nach den ersten vier Lebenswochen abgeschlossen sei, sondern sich über einen deutlich längeren Zeitraum als bisher angenommen erstrecke.

Gut zu wissen: Heute ist es weit verbreitet, Neugeborene nicht mehr sofort nach der Geburt zu baden, sondern die sogenannte Käseschmiere, die Babys Haut im Bauch vor dem Fruchtwasser geschützt hat, natürlich einziehen zu lassen. Besteht in Klinik, Geburtshaus & Co. darauf.

Die Frage, ob ihr euer Kind später dann in klarem Wasser badet oder mit einem Läppchen, angefeuchtet mit klarem Wasser, wascht, wird von Experten heute so beantwortet: „Babys, die in Wasser gebadet wurden, hatten einen geringeren TEWL und eine höhere Feuchtigkeit im Stratum corneum. Das Baden ist daher dem Waschen eindeutig vorzuziehen„, sagt Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi, Leiterin der Kinderdermatologie und des Klinischen Forschungszentrums für Haar- und Hauterkrankungen und Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charite Berlin.

Milde, pflegende Badezusätze hätten demnach eine positive Wirkung auf Bio-Babys Haut: „Zusammenfassend zeigten die Studienergebnisse, dass die zweimal wöchentliche Verwendung von einem Babywaschgel und/oder Babypflegecreme die physiologische Funktion der Hautschutzbarriere im Vergleich zur ausschließlichen Verwendung von klarem Wasser verbessert“, sagt die Expertin Blume-Peytavi im Ärztemagazin weiter.

Abgesehen davon, dass man damit immer noch nicht weiß, wie häufig man Babys baden sollte, muss man bei Studien natürlich immer in Betracht ziehen, wer sie in Auftrag gegeben und finanziert hat. Schaltet also bitte weder auf Durchzug noch befolgt jeden Rat unverzüglich: Setzt auf eure Bio-Erfahrungen, auf euren gesunden Menschenverstand. Kauft eurem Bio-Baby Pflegeprodukte, die die Hautschutzfunktion erhalten. Orientiert euch an einschlägigen Testergebnissen anerkannter Institutionen. Meidet Produkte, die auf Erdölbasis hergestellt wurden.

Mein Tipp: Ich habe kein Bio-Baby täglich gebadet. Und: In den ersten Wochen reicht es meist, Babys in Wasser zu baden, dem ihr einen Schuss Olivenöl oder Milch zufügt. Wer wie ich Babys hat, die mit einer wahren Haarpracht geboren wurden, braucht aber spätestens für diese mehr als Wasser, Öl und Milch. Ich habe zum Haarewaschen milde Bio-Shampoos benutzt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Bio-Futter fürs Baby: Gefüttert von Mama und Papa

BSE, Dioxin, Gammelfleisch, Gel- und Formschinken, Analogkäse und wasweißichnoch sind in aller Munde – leider in zweierlei Hinsicht: Vermeintlich findige, profitorientierte Lebensmittelhersteller oder -händler bringen derartige Lebensmittel in Umlauf und gutgläubige Verbraucher kaufen und essen das Zeug. Wird ein solcher Missbrauch meines und eures Vertrauens bekannt, wird das Ganze zum Skandal und von allen heftig diskutiert.

Wer sein Baby nachhaltig gesund und nachhaltig umweltbewusst ernähren will, muss neben der Bioqualität auf zig andere Dinge achten: Lebensmittelkunde ist heute ein unvergleichlich wertvolles Wissen. Machen euch also schlau – für euch und fürs Baby. Nehmt euer Verbraucherrecht wahr und (hinter)fragt das Essen, das ihr esst – ich plädiere hier für „artgerechtes“ langes Stillen! – und an euer Baby verfüttert. Mit Bio-Lebensmitteln tut ihr eurem Sprössling mehr als nur einen großen geschmacklichen Gefallen – die strengen Auflagen der Bio-Siegel sind zumindest ein Anhaltspunkt, an dem ihr euch beim Kauf von gesunden und schadstoffarmen Nahrungsmitteln orientieren könnt.

Die Babygläschen-Hersteller bieten eurem Baby eine reichhaltige Palette an Babynahrung – da ist für viele Geschmäcker und auch Budgets was drin. Und sie sind ohne Frage praktisch: Denn gerade am Anfang könnt ihr davon ausgehen, dass Babys sehr kleine Portionen zu sich nehmen – die ihr zwar wie ich in Minidöschen auf Vorrat selber kochen und einfrieren könnt, aber meist sind die Zutaten aus dem Handel und längst nicht so frisch verarbeitet wie bei Hipp & Co. Es ist längst keine Sünde mehr, seinem Baby eine Gläschenmahlzeit einzuverleiben – solange sie denn Bio ist.

Nach der Muttermilch empfehle ich spezielle Bio-Kindermilch zu füttern, wenn es denn unbedingt Milch sein soll. Die ist freundlicher zu Bio-Babys Magen als Bio-Kuhmilch, weil ihre Zusammensetzung sich an menschlicher Muttermilch orientiert und nicht an der von Mama Muh. Ich persönlich finde Kuhmilch als für Zweibeiner gesundes Nahrungsmittel vollkommen überbewertet und glaube, dass sie eher für Kälbchen als meine Bio-Babys gedacht ist. Aber das nur am Rande. Mein Tipp: Betrachtet Milch nicht als Durstlöscher sondern als Nahrung – und kauft sie nur in bester Bio-Qualität!

Bio-Kuscheltier: Damit das Kuscheln ein Vergnügen ist

Zum Großwerden braucht ein Bio-Baby liebevolle Menschen wie Mama, Papa, Oma, Opa, Schwester, Bruder und andere. Es braucht zudem gute Freunde – letztere in Echt, in der Vorstellung und selbstverständlich in Plüsch. Ein Plüschtier begleitet viele Kinder Tag und Nacht – überall hin. Ein Teddy wird geherzt, geküsst und geknuddelt – er ist in direktem Körperkontakt mit eurem Kind. Deshalb ist es wichtig, dass der kuschelige Freund möglichst schadstoffarm ist.

Und das bedeutet für euch als umweltbewusste Eltern, Großeltern & Co., dass ihr beim Kauf eines plüschigen Freundes auf dessen Bio-Qualität baut. Sein Plüsch ist aus natürlichen Stoffen wie Bio-Wolle oder Bio-Baumwolle. Weder Pestizide noch Fungizide werden für deren Anzucht und Anbau eingesetzt. Die Bio-Pelze sindidealerweise frei von giftigen Schwermetallrückständen und anderen Umweltgiften. Das Fell eines Bio-Teddys behält entweder die Farbe seines „Rohstofflieferanten“ – sie variiert zwischen Naturweiß, Braun und Schwarz. Oder der Bio-Plüsch wird gefärbt – mit Farbstoffen gemäß den Richtlinien des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft, die fordern, dass die Farben weder Schwermetalle enthalten noch Allergien auslösen dürfen.

Auch die Innereien eines Bio-Teddys sind natürlich: Bio-Baumwolle, gewaschene Bio-Schafswolle, Bio-Dinkel, Bio-Kirschkerne oder Bio-Kapok, eine Fruchtwolle des Kapokbaums. Für Augen, Nase oder Schnurrhaare greifen Bio-Hersteller zu Bio-Baumwolle, Filz, Bio-Holz oder Seide. Teddys Gelenke bestehen mitunter aus Metall, seine Augen können aus Holz oder Hartplastik sein.

Herkömmliche Plüschtiere dagegen haben oft einen Pelz aus Polyester, also Kunststoff/Plastik. Zur Gewinnung von Polyester aus Erdöl benötigt man ein giftiges Schwermetall namens Antimon, dessen Rückstände nicht selten im Plastik nachgewiesen werden. Polyester lässt sich schnell entzünden und muss deshalb aus Sicherheitsgründen in mancher Form (Plüschtier, Möbelbezug) laut europäischer Norm mit einem Flammschutzmittel ausgerüstet werden. Das Flammschutzmittel selbst kann jedoch ebenfalls giftig sein, wenn es Antimonverbindungen enthält. Bromierte Flammschutzmittel verbrennen zudem unter Freisetzen giftiger Dioxine.

Für die mitunter leuchtenden Farben herkömmlicher Plüschtiere nutzen Hersteller immer noch Azofarbstoffe, die als krebserregend eingestuft sind. Andere Farben haben chlororganische Zutaten. Alles Dinge, ohne die ein Bio-Teddy sehr wohl auskommt, denn sein Bio-Pelz ist natürlich und nicht so schnell zu entzünden.

Bio-Zahnungshelfer: Wenn die Zähnchen kommen

Wer ein Bio-Baby auf seinem Weg ins Krabbelalter begleitet hat, weiß genau, was es heißt, wenn die Zähnchen kommen. Gegen den Schmerz hilft Kühlen. Gegen den Druck hilft Gegendruck. Darum gibt es für die gequälten Kleinen seit jeher was zu Beißen, früher bekamen die Kinder harte Brotkanten und ähnliches. Heute sieht sich jeder, der seinem Kind was zu Beißen zwischen die geschwollenen, heißen und wunden Gaumen geben will, einer riesigen Auswahl an sogenannten Beißringen gegenüber: aus Holz, aus Plastik, aus Metall, aus Stoff – in allen Formen, Farben und Qualitäten.

Da man inzwischen weiß, dass Speichel – und davon produziert ein Baby zur Zahnungszeit Unmengen, glaubt mir – Giftstoffe aus Plastik, Textilien, Farben und Lacken löst – ist es unabdingbar, dem Kind eine Zahnungshilfe zu reichen, die frei von Schadstoffen ist. Nicht mehr, nicht weniger. Ein Anspruch, dem ihr übrigens mit allem, was Kinder in den Mund stecken, gerecht werden solltet. Was nicht immer einfach ist, wie ich auch weiß: Schließlich übertrifft nicht nur die Länge der oralen Phase anfangliche Muttervorstellungen, sondern auch die Vielfalt der Dinge, die sich die Kleinen in den Mund stecken. Und alles und jedes im Kinderzimmer kann nun mal ungesund sein: „Stiftung Warentest“ entlarvte in einem Test von hierzulande erhältlichem, jedoch größtenteils in China produziertem Spielzeug längst, dass davon bis zu 80 Prozent zum Teil schwer belastet sind.

Mein Tipp gegen Zahnweh beim Bio-Baby: Eine gekühlte Karotte tut auch heute noch gute Dienste bei Zahnungsbeschwerden. Und wer Angst hat, das Kind könnte davon etwas abknabbern und verschlucken, der steckt das Biogemüse in einen sogenannten Fresh-Food-Feeder, der im Original vor einigen Jahren aus den USA zu uns kam und inzwischen auch von vielen Herstellern kopiert und angeboten wird, zum Beispiel in der Drogerie. Der Fresh-Food-Feeder ist ein Nuckel aus einem engmaschigen Netz, das man mit frischem Futter füllt. Rein in Babys Mund und das war’s auch schon.

Bio-Malzeug: Damit die Lieblingsbeschäftigung Ihrem Bio-Baby nicht schadet

Viele Kinder verbringen viel Zeit mit Malen: Sie reflektieren dabei Ihre Umwelt, bringen Alltägliches undPhantasieprodukte zu Papier(was wir Eltern nur dankbar annehmen) und setzen sich damit auseinander. Gemalt wird mit den Händen – das ist gur für Feinmotorik und Kreativität.

Schlecht wird dem Kind unter Umständen von Schadstoffen, die in herkömmlich produzierten Buntstiften, Filtstiften, Kreiden, Wachsmalern & Co. stecken können – und die über die Finger schnell mal im Mund landen. Oberstes Gebot für umweltbewusste Eltern: Kauft ausschließlich Bio-Malwerkzeuge! Dann ist euer Nachwuchs auf der sicheren Seite. Orientiert euch dazu auch an Qualitäts-Siegeln anerkannter Institute oder werft einen Blick in entsprechende Ratgeber wie die von Ökotest, die regelmäßig Testergebnisse zu Produkten rund ums Kind veröffentlichen.

Zum Thema Papierverschwendung und Recyclingpapier habe ich in einer anderen Liste schon viel gesagt, deshalb lohnt sich ein Klick auf diesen Beitrag.

Bio im Schlaf: Grüne Schlafstätte fürs Bio-Baby

Bis zu 15, 16 Stunden pro Tag schlafen Neugeborene in den ersten Tagen und Wochen. Am liebsten tun es die meisten in Mamas Armen. Ganz klar und selbst erlebt. Früher oder später bekommt der Sprössling jedoch ein Bett – und weil er bis zur Hälfte des Tages darin verbringen wird, solltet ihr unbedingt auf dessen Bioverträglichkeit achten.

Das Kinderbett sollte aus möglichst unbehandeltem Holz bestehen. Falls euch das zu eintönig ist, achtet darauf, dass Lacke und Farben öko-korrekt und speichelfest sind und ohne Schadstoffe wie Formaldehyd oder Schwermetalle auskommen. Viele Schadstoffe können über einen langen Zeitraum ausdünsten und so würde euer Kind sie beim Schlafen ständig einatmen. Orientiert euch bei der Suche nach einem öko-korrekten Baby- oder Kinderbett an den Testergebnissen von anerkannten Instituten.

Mein Tipp: Fragt bei den „Verlierern“ alter Tests nach – oft bemühen sich Hersteller schlecht benoteter Produkte bei deren Nachfolgern besonders um die bessere, hier: Bio-Qualität.

Auch die Qualität der Matratze solltet ihr nicht nur unter dem Aspekt des skelettgesunden Liegens prüfen. Naturkautschuk (der Begriff ist nicht geschützt und wird häufig missbraucht, das heißt, auch Mischprodukte mit synthetisch hergestelltem Latex und chemischen Beigaben werden als „Naturkautschuk“ verkauft) oder Naturlatex ist als nachwachsender Rohstoff empfehlenswert, wenn er ökologisch produziert wurde. Das könnt ihr beim Händler erfragen und anhand von Bio-Siegeln prüfen: Das Siegel „QUL“ des Qualitätsverbandes umweltverträgliche Latexmatratzen e.V. zum Beispiel wird nur an Hersteller vergeben, deren Matratzen zu mindestens 95 Prozent aus Naturlatex bestehen. Matratzen mit dem Gütesiegel QUL dürfen höchstens 300 Nanogramm Nitrosamine pro Kubikmeter enthalten. Diese Kriterien erfüllen übrigens auch Produkte mit dem Qualitäts-Siegel „ÖkoControl“.

An Kissen, Bettwäsche & Co. solltet ihr die selben hohen ökologischen Maßstäbe anlegen wie an Kleidung und Plüschtiere. Dann seid ihr auf der grünen Seite

Macht das Kinderzimmer bio-sicher!

Uns Eltern kommt die große Aufgabe zu, für das Wohl unseres Nachwuchses zu sorgen und ihn beim Großwerden vor Gefahren zu schützen. Diese Aufgabe ist schwierig, wenn man die Gefahren nicht kennt, sie unterschätzt oder glaubt, man hätte sie längst aus dem Weg geräumt. Wer seinem Kind mit einem Kinderzimmer einen kindgerechten Aufenthaltsort und Beschäftigungsraum einräumen will, der auch gesund ist, muss bei Möbeln und der Gestaltung von Wänden und Böden auf Bio-Qualität setzen. Denn wie in dieser Liste schon mehrfach erwähnt, strömen aus vielen herkömmlich produzierten Dingen Schadstoffe aus. Bei Einrichtungsgegenständen sind das nach wie vor oft Formaldehyd, Azofarbstoffe und schädliche Flamm- oder Mottenschutzmittel.

Leider sehen viele Tische, Stühle oder Schränke aus Holz nur sehr natürlich aus – tatsächlich stammt ihr Rohstoff aber zu häufig aus den Tropen. Diese Möbel tragen oft zur Abholzung der Regenwälder bei. Und wegen der langen Transportwege wird die Umwelt mit CO2-Emissionen belastet. Wer also auch beim Kauf von Kindermöbeln eine gute ökologische Bilanz ziehen möchte, achtet auf anerkannte Qualitäts-Zeichen wie das ÖkoControl-Siegel , die Auskunft über Herkunft und Verarbeitung der Möbelhölzer, Lacke und Farben sowie textilen Bezüge und Polster geben.

Mein Tipp: Fragt beim Händler, ob ein Möbelstück mit sogenanntem Weißleim verleimt wurde – der soll im Gegensatz zu anderen Leimarten kein Formaldehyd enthalten. Anstelle synthetischer Lacke verwenden Hersteller von Bio-Möbeln Naturharzöle, Rapsöl oder Bienenwachszur Aufwertung der Oberflächen der Möbel. Man geht davon aus, dass die Möbeloberfläche davon nicht komplett versiegelt wird. Auch gut zu wissen: Lacke auf Wasserbasis schonen die Umwelt und kommen ohne Formaldehyd aus.

Auch Bio-Möbel sind nur dann gute Möbel, wenn sie sicher und langlebig gebaut wurden – so verletzt euer Kind sich nicht im alltäglichen und teils recht stürmischen Umgang damit und hat die Kindermöbel viele Jahre um sich. Ihr tragt mit langlebigen Möbeln dazu bei, Rohstoffvorkommen und Umwelt zu schützen.

Mein Tipp: Hochwertige Kindermöbel in Bio-Qualität könnt ihr prima secondhand erstehen, denn die sind von einem Kind meist nicht kleinzukriegen. Und auch Kindermöbel aus recycelten Materialien sind ökologisch sinnvoll.

Wer bei den Möbeln auf Bio baut, kann Wände und Böden nicht außer Acht lassen. Bio-Farben, Bio-Tapeten, Bio-Bodenbeläge und Bio-Teppiche sind in der Regel schadstoffärmer und nachhaltiger produziert und deshalb solltet ihr auch bei diesen Einrichtungsgegenständen auf öko-korrekte Qualität achten. Vergleicht die Ökobilanzen von Echtholz-Parkett, Klickparkett und Laminat. Informiert euch über Alternativen wie Bio-Kork und Steinfliesen!

Foto: Doreen Brumme

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