Matcha Tee

Matcha-Tee – mein neuer Lebensgefährte

Vor einiger Zeit hat ein Facebook-Freund auf Facebook herrlich grüne Fotos von seinem morgendlichen Tee gezeigt. Die grüne Farbe des Tees hat mich so angezogen, dass ich mich sofort mit dem Thema Matcha beschäftigte. Denn genau das war es, was der FB-Freund dort fotografiert hatte: Matcha-Tee. Ich las und las und las. Alles, was ich im Internet zu Matcha-Tee finden konnte.

Ich lernte zum Beispiel, dass es sich dabei um einen pulverisierten Tee handelt. Erlesener grüner Tee wird zu feinstem Pulver gemahlen. Matcha-Tee ist übrigens auch genau der Tee, der in der berühmten japanischen Tee-Zeremonie zubereitet wird. Ich lernte auch, dass Matcha hierzulande eine Art Trendgetränk ist. Gründe genug, das leuchtend grüne Pulver zu kosten. Kurzerhand bestellte ich Matcha-Tee samt Teebesen.

Matcha-Tee perfekt zubereiten

Die Zubereitung von Matcha-Tee erschien mir zunächst als Kunst. Bis ich es selbst versuchte. Mittlerweile denke ich, es ist Handwerk. Das, perfekt ausgeführt, zu Kunst avanciert. Doch eins nach dem anderen: Als Allererstes braucht man folgende Utensilien, um einen Matcha-Tee perfekt zuzubereiten:

  • eine Teeschale, idealerweise aus Keramik oder Porzellan
  • einen Teebesen, idealerweise aus Bambus (auch Chasen genannt)
  • Matcha-Teepulver

In die Teeschale kommt eine Messerspitze Matcha-Teepulver. Also ungefähr ein Gramm davon.

Matcha Tee zubereiten erster Schritt Matcha Tee zubereiten zweiter Schritt Matcha Tee zubereiten dritter Schritt Matcha Tee zubereiten vierter Schritt Matcha Tee zubereiten fünfter Schritt Matcha Tee zubereiten sechster Schritt Matcha Tee zubereiten siebter Schritt

Je mehr Pulver man nimmt, desto stärker schmeckt der Matcha-Tee. Das Matcha-Teepulver kann man mit etwa 100 Milliliter heißem Wasser – wichtig: das Wasser sollte eine für Grünen Tee optimale Temperatur von 80 Grad Celsius haben – übergießen und mit dem Besen aufschlagen, so dass sich eine herrliche Schaumkrone bildet. Oder man gießt erst einmal nur ganz wenig heißes Wasser auf und rührt es mit dem Besen zu einem grünen Brei, den man anschließend mit Wasser auffüllt und schaumig schlägt.

Je mehr Wasser man nimmt, desto milder wird der Tee im Geschmack.

So viel Teewissen

Zufällig zeitgleich zu meiner ersten Begegnung mit Matcha-Tee bekam ich einen Auftraggeber, für den ich Texte rund um Tee verfassen sollte. Das passte wie Tee in Kanne! Ich lernte dabei unheimlich viele spannende Sachen zu Tees, Tee-Qualitäten und Tee-Verarbeitung. Begriffe wie Oolong, Fermentation und Halbfermentation kann ich mittlerweile im Schlaf definieren. Gleichzeitig bekam ich etliche Teesorten zum Verkosten. Schließlich sollte ich die Produkte ja auch alle beschreiben. Ich lernte zunächst einmal also, perfekt Tee zu kochen. Und musste dabei feststellen, dass ich bisher eine Menge falsch gemacht hatte. Aus Unwissen vor allem.

Zum Beispiel habe ich Tee meist in Form von Teebeuteln konsumiert. Das ist an sich nichts Schlechtes – man sollte nur wissen, dass ein Teebeuteltee meist einen intensiveren Geschmack bei gleicher Ziehzeit liefert, als der entsprechende lose Tee. Grund dafür ist die feine Verarbeitung der Teeblätter zu Beuteltee. Sie besitzen insgesamt eine größere Fläche und beinhalten somit mehr Geschmack.

Oder: Beim Aufbrühen von Tee habe ich oft die falschen Wassertemperaturen benutzt. Grüner Tee sollte eben nur mit Wasser von 70 bis 80 Grad Celsius zubereitet werden. Kräutertee dagegen kann mit siedend heißem Wasser aufgegossen werden.

Und: Ungünstige Ziehzeiten. Kräutertee beispielsweise darf gut und gerne 5 bis 15 Minuten ziehen, Grüner Tee dagegen viel weniger.

Ich lernte auch, dass man von bestimmten Teesorten gut und gerne zwei Aufgüsse machen kann – und dabei jedes Mal ein neues Geschmackserlebnis genießen darf. Bei Grünem Tee wird der zweite Aufguss von Teekennern sogar bevorzugt.

Ich könnte hier jetzt stundenlang über mein inzwischen erworbenes Teewissen und meine Kostproben fachsimpeln. Doch das führte eindeutig zu weit. Deshalb will ich nur noch kurz davon berichten, was mich am Tee am meisten beeindruckt hat: seine Abstammung.

Zig Teesorten aber nur zwei Ur-Teepflanzen

Über meinen Auftraggeber aus der Teebranche habe ich allein schon unzählige Teesorten zur Verkostung bekommen. Darunter seltene Tees, von denen pro Jahr nur wenige Kilos geerntet werden, und erlesene beziehungsweise klassische Teemischungen wie Ostfriesentee. Zähle ich all die Teesorten hinzu, die ich als bekennende Teeliebhaberin und Kaffeeverächterin (bis auf die Wahrnehmung des Duftes über die Nase) in meinem Leben bereits kennengelernt habe, komme ich auf hunderte Tees, die mir bekannt sind. So viele Tees – die doch alle von nur zwei Ur-Teepflanzen abstammen. Und das wiederum ist faszinierend, oder?

Sämtliche Tees rund um den Globus stammen von nur zwei Pflanzen und deren Kreuzungen ab. Das nenne ich mal einen Stammbaum. Buchstäblich!

Matcha-Tee ist nicht nur ein Tee, sondern auch Superfood

Doch noch einmal zurück zum Ausgangspunkt dieses Beitrags. Matcha-Tee. Was mich daran beeindruckt, ist nicht nur die Möglichkeit, ihn als Tee zu trinken. Nein: Man kann das Matcha-Teepulver auch als Superfood anderen Speisen zusetzen. Ich “würze” damit beispielsweise meine Green Smoothies gerne. Und erhöhe so deren Nahrhaftigkeit. Denn Matcha-Tee liefert ein hohes Maß an sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativem Potential. Zum Beispiel Catechine. Antioxidantien gelten als Radikalenfänger. Radikale sind besonders aggressive Zellen in unserem Körper, die auch unter Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Außerdem stecken in Matcha die Vitamine A, B, C und E.

Tipps zum Umgang mit Matcha-Tee

Abschließend noch einige Tipps zum richtigen Umgang mit Matcha-Tee. Da für die Produktion von Matcha-Tee nur wertvolle Teeblätter verwendet werden, die ab etwa vier Wochen vor der bevorstehenden Ernte voll verschattet werden, hat Matcha-Tee, so er denn echt ist, einen hohen Preis. Er ist lichtempfindlich und verliert bei zuviel Kontakt mit Luft schnell an Qualität und Geschmack. Matcha-Tee sollte deshalb dunkel, trocken und kühl (gerne im Kühlschrank!) gelagert werden. Am besten in aromasicheren Dosen. Beim Kauf sollte man auf die Bio-Qualität des Matcha-Tees unbedingt achten, denn herkömmlich produzierte Tees haben oft Schadstoffe und Gifte im Blatt. Das zeigen aktuelle Tests, auf die ich hier und hier schon eingegangen bin.

Matcha Latte selbstgemacht

Mein absolutes Lieblingsgetränk: Matcha-Latte

Für diese Abwandlung des klassischen Matcha-Tees braucht Ihr Matcha-Teepulver und Milch. Ich halte nicht viel von Kuhmilch, die ist für Kälber, nicht für Menschen (um meine Meinung mal ganz kurz zu fassen!) und benutze deshalb Bio-Mandelmilch. Die wird parallel zum Zubereiten des Matchas aufgeschäumt wie für einen klassischen Latte Macchiato. Dann den grünen Matcha langsam aufgießen. Genießt den Farbverlauf!

Fotos: Doreen Brumme

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.