Kuh mit Kalb

Alternativen zu Kuhmilch

Warum braucht Kuhmilch Alternativen? Die Gründe …

Kuhmilch braucht vegane Alternativen. Meine Meinung. Und hier liefere ich Euch meine guten Gründe für diese: Mein Verhältnis zu Kuhmilch ist kein gutes. Als Mutter von vier Kindern, die ich bisher insgesamt mehr als 77 Monate gestillt habe (Nr. 4 hängt zurzeit noch an der Brust), kann ich ziemlich gut beurteilen, was Mutter Natur sich mit dem Säugen bei Säugetieren und Säugemenschen gedacht haben muss: Muttermilch, ganz gleich, ob tierischer oder menschlicher Art, ist einfach das Beste für den leiblichen Nachwuchs. Sie ist nicht nur immer verfügbar, wenn die Sprösslinge nach Nahrung verlangen, sondern dazu auch noch wohltemperiert. Die Verpackung ist dabei nahezu perfekt, die Trinkvorrichtung inklusive.  Das garantiert auch Qualitäten der Muttermilch wie Reinheit und Keimfreiheit.

Kuhmilch bedeutet Fremdstillen!

Dazu muss man wissen, dass sich der Körper der Mutter auf die Bedürfnisse des Nachwuchses einstellt und die Milch nährstofftechnisch betrachtet genau so liefert, wie sie gebraucht wird. Will sagen, die Zusammensetzung der Milch entspricht immer genau jeweils den Anforderungen, zum Beispiel eines früh ebenso wie eines überreif geborenen Nachkömmlings. Doch ich will mich hier gar nicht so breit über das Stillen auslassen. Vielmehr geht es mir darum, klar zu stellen, für wie perfekt ich das System Muttermilch halte. Natürlich nur solange die Milch dem eigenen Nachwuchs zugute kommt. Oder anders ausgedrückt: Das Muttermilchprinzip ist nur dann vorteilhaft, wenn nicht fremdgestillt wird. Denn genau das ist es, was wir Menschen tun, wenn wir unseren Durst mit tierischer Milch löschen, sei sie nun von der Kuh, der Ziege, dem Schaf, dem Esel, dem Kamel oder sonst wem auf mehr als zwei Beinen.

Kuhmilch ist als Nahrungsmittel überbewertet!

Außerdem ist Kuhmilch, herkömmliche noch viel weniger als solche in Bio-Qualität, in meinen Augen eben nicht das so hochgelobte, hochwertige und hochwichtige Nahrungsmittel, für das sie uns seit Jahrzehnten „verkauft“ wird. Ich will diese nährstofftechnische Diskussion hier gar nicht erst eröffnen. Ich gehe ziemlich konform mit dem, was hier ausführlich geschrieben ist.

Die Behandlung von Milchkühen in Massentierhaltung ist inakzeptabel

Noch schlimmer: Mit der Massenproduktion von Kuhmilch hat der Mensch begonnen, unfair und gemein gegenüber den ihm schutzbefohlenen Kühen zu handeln. Anders kann ich es nicht ausdrücken. PETA schreibt dazu: „Kühe werden von der Milchindustrie zu reinen Milchlieferanten degradiert. Nicht das Wohl der Tiere, sondern die maximale Produktionsmenge steht im Mittelpunkt. So werden Kühe, die weit über 15 Jahre alt werden können, bereits nach 4 bis 5 Jahren getötet, wenn ihre Milchleistung nachlässt. In dieser kurzen Lebenszeit werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet und ihr Kind wird ihnen direkt nach der Geburt weggenommen.“

Aktuelle Aktion: Kuh+Du

In diesem Zusammenhang möchte ich Euch auf eine aktuelle Aktion der Welttierschutzgesellschaft e.V. aufmerksam machen:  Im Rahmen der Aktion hat die Welttierschutzgesellschaft nach eigenen Angaben eine Liste mit Höfen erstellt und hier im Internet zur Verfügung , die die mutter- oder ammengebundene Aufzucht (oder einen Mix aus beiden) praktizieren. Derzeit werde die Milch aus diesen alternativen Aufzuchtformen entweder hauptsächlich über eigene Hofläden verkauft oder sie werde an Molkereien geliefert. In den Molkereien wird die Milch leider nicht separat erfasst und abgefüllt, sodass für Kunden nicht erkennbar ist, ob sie diese alternative Haltungsform unterstützen. Die Hofliste basiere zum großen Teil auf eigener Internetrecherche. „Natürlich wird diese Liste fortlaufend aktualisiert und erweitert!“, sagte mir Joana Tornow, Projektreferentin bei der Welttierschutzgesellschaft e.V. Hinweise zu weiteren Höfen mit alternativer Kälberaufzucht könnt Ihr bitte an Katharina Tölle, E-Mail: kt@nullwelttierschutz.org senden.

Alternativen zu herkömmlicher Kuhmilch

Bio-Milch statt herkömmlicher Milch

Nun mag man sagen, Bio-Kuhmilch ist eine Alternative zu herkömmlich produzierter Kuhmilch. Ja. Sie ist – zumindest solange die für das jeweilig geltende Bio-Siegel einzuhaltenden Vorschriften auch eingehalten werden – ökologischer als herkömmliche Kuhmilch. Doch sie bleibt Milch der Kuh. Nicht zu vergessen: Auch in der Bio-Branche gibt es „schwarze Schafe“. Dazu muss ich hier gar nichts mehr schreiben. Das wissen wir alle. Dennoch: Bestenfalls geht es den Kühen der Bio-Milchwirtschaft besser als den aus der herkömmlichen Massenhaft.

Vegane Milchprodukte statt Kuhmilch

Wer aus dem Wissen um die Milch nun die Konsequenz ziehen will, auf Milch tierischer Herkunft ganz zu verzichten, der braucht Alternativen. Und die gibt es inzwischen.Pflanzliche Produkte aus Dinkel, Soja oder Mandeln lassen sich wie Milch trinken und zu Milchspeisen verarbeiten. Sicher, man muss sich an den anderen ebenfalls Eigengeschmack gewöhnen, aber bitte: Das hat man bei Kuhmilch irgendwann ja auch mal geschafft. Die schmeckt ja auch nicht wie Mutters Milch, oder?

Foto: Doreen Brumme

2 Kommentare

  1. Das Milchtrinken ist halt kulturell eingetrichtert, aber das heißt nicht, dass es zugleich auch gut ist – es ist halt einfach nur eine (schlechte) Angewohnheit. Wie der Fleischkonsum hat offenbar auch der Milchkonsum im Laufe der letzten 50 Jahre rapide zu und Überhand genommen, was es nicht nur zu heftigen und kritischen Haltungsformen (wie Massentierhaltung) geführt hat, sondern auch zu allerhand gesundheitlichen Problemen. Ich schreibs aus eigener Erfahrung – ich fühl mich viel leichter und vitaler, seit ich keine Milchprodukte mehr konsumiere. Zudem ist die Haut besser geworden, Cellulite zu 50 Prozent geschrumpft, Magenschmerzen verschwunden, ich komm morgens besser aus dem Bett etc. etc. Mir schmeckt die Pflanzenmilch jedenfalls viel besser. Ich mochte ohnehin nicht diesen latenten Stallgeschmack in der Kuhmilch …. Und ich finds grausam, einer Mutter gleich nach der Geburt ihr Kind wegzureißen. 🙁

  2. Ich stimme dir in Vielem zu, möchte allerdings auf ein Problem hinweisen, dass auch bei den Alternativen zu Kuhmilch nicht alles so gut ist. Als Beispiel möchte ich die Mandelproduktion anführen, da wird im Film über das Bienensterben sehr gut dargestellt, dass die Monokulturen und ohne diese sind diese Mengen und vor allem um diesen Preis nicht herstellbar, ihre Opfer fordert. Bei den Sojaprodukten sind wir in einer ähnlichen Schiene. Alle unsere Lebensmittelproduktionen entstehen als kultureller Akt, und wenn diese Akt ein gewalttätiger, ausbeuterischer, zerstörerischer ist, dann ist kein Unterschied zwischen Pflanze, Tier und Mensch.

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