motherof4imAufstand

#motherof4imAufstand – ab heute werde ich laut!

Wir Eltern wurden dieser Tage gebeten, unseren Senf zur anstehenden Zeugniskonferenz eines unserer 4 Kinder abzugeben. Hier ist mein Senf als #motherof4imAufstand:
Zunächst ein fettes Danke an alle LehrerInnen für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten. Viele haben sicher ihr Bestes gegeben. Doch das reicht mir nicht (mehr), jetzt muss das System an die neue Realität angepasst beziehungsweise komplett neu aufgestellt werden:
Deshalb fordere ich als #motherof4imAufstand für meine/unsere und unser aller Kinder, die unseres größten Schutzes bedürfen, grundsätzlich ein:
> MEHR Zivilcourage, um sich den realitätsfernen Normen des Schulsystems und den starren Vorgaben der @HamburgerSchulbehörde zu WIDERSETZEN!

#motherof4imAufstand: 13 Forderungen an Schule in Pandemie und Endemie

Als konkrete Forderungen stelle ich dazu diese:
☆ WEG mit den Noten in Sport, Musik und Kunst. Sofort.
☆ WEG von der starren Benotung in allen anderen Fächern. Es muss viel stärker gewürdigt werden, was die Schüler und Schülerinnen (SuS) gemeinsam mit uns, ihren Eltern, und Geschwistern im #Homeschooling geleistet haben und was SuS in Schule leisten. Hier braucht es mehr Zivilcourage der LehrerInnen gegen die Behörde und ihr realitätsfernes Beharren auf schlechten Benotungsmaßstäben!
☆ HER mit einem Sofortprogramm, um unsere SuS in Methoden des Selbststudiums zu stärken!
☆ HER mit einer sicheren Schulausstattung, die unseren Kindern und ihren LehrerInnen das ihnen bevorstehende Leben und Lernen in Schule als sicherer Ort ermöglicht. Ohne ein dank maximalsicherer Ausstattung aufkommendes Gefühl von Geborgenheit sind Lehren, Lernen, Verstehen und Kreativsein nicht möglich. Masken, Abstand, Hygiene und Lüften – wo bleiben Luftreinigungsanlagen wie sie anderswo längst eingesetzt werden?
☆ HER mit einem positiven, motivierenden Auffangprogramm für alle SuS, die im Homeschooling trotz eigener und der Mühen ihrer Eltern den Anschluss an Inhalte verpassten. Es darf nicht Aufholdruck gemacht werden.
☆ HER mit psychologischer Betreuung für diese und gerne alle SuS.
☆ HER mit einem schlankeneren Lehrplan, der Platz schafft für wichtige(re) Inhalte wie Klimaschutz, Lebenspraxis, Wirtschaftsleben und Sozialleben.
☆ WEG von langweiligen, motivationstötenden Hausaufgaben!
☆ HIN zu Kreativprojekten, die einen Rahmen für Neugier, Forschungsdrang und Erkundungswille bilden.
☆ WEG von ewig Frontalunterricht, der Gehorsam erzwingt und vermeintlichen Ungehorsam (Nichtanpassung) ahndet und bestraft.
☆ HIN zu einer auf Augenhöhe stattfindenden Lehr- und Lernatmosphäre!
☆ HIN zu LehrerInnen, die jedes Kind in seiner Großartigkeit sehen wollen, weg von Einheitsdenke und Schablonenanpassung.
☆ HER mit einer neugelebten Allianz von Schule und Familie mit deutlich engeren und genaueren Absprachen zum Wohle aller.
Ich habe sicher nicht alles berücksichtigt, aber das sind meine Erkenntnisse als #motherof4 im Homeschooling mit je einem Kind in der 1., 6., 8. und 10. Klasse, teils auch freiwillig daheim, um auf die Virusbremse zu treten, und parallel im Homeoffice in Vollzeit.
Wer weitere Ideen, Anregungen und Forderungen hat, immer her damit!
Wir Eltern brauchen jetzt alle Kraft und Ideen, um das alte System Schule abzuschaffen und ein neues aufzubauen. Die Initiative muss sicher von uns kommen. Wir dürfen das tun! Es sind unsere Kinder, wir müssen das für sie tun! Ein anderer wird es nicht für uns machen. Da bin ich sicher!
Ich freue mich auf Eure Meinungen!
Nachdem ich diesen Text gestern auf meinen Social.Media-Kanälen geteilt hatte kamen schon erste Ergänzungen:
☆ Mehr eigenständiges Lernen anstelle von Frontalunterricht.

☆ Mehr Vermittlung von Digital- und Medienkompetenz.

☆ Mehr projektbezogenes Lernen in Gruppen.

#motherof4imAufstand – warum ich jetzt laut werde

Es gibt derzeit viele Punkte, an denen Familien ansetzen könnten, um Veränderung zu bewirken. Ich fange bei Schule an.

Unsere Kinder hatten 2019/20 ein halbes Jahr regulären Unterricht in ihren Klassen: Vorschule, 5. Klasse, 7. Klasse, 9. Klasse. Das 2. Halbjahr der Vorschule, 5., 7. und 9. Klasse und die gesamte Zeit der 1., 6., 8. und 10. Klasse fanden bislang nicht regulär statt. Wir waren im diktierten und freiwilligen Homeschooling (dies, um die Virusbremse zu drücken) sowie im Wechselunterricht.

Natürlich fehlen den Kindern Grundlagen. Natürlich können sich die kleineren Kinder Stoff noch nicht
richtig selbst erarbeiten. Natürlich konnte ich ihnen nicht die Grundschullehrerin für alle Fächer und die Gymnasiallehrerin für alle Fächer in den verschiedenen Stufen ersetzen.

Das ist aber nicht die Schuld unserer Kinder.

Auch nicht die des Virus.

Es ist die Schuld von uns Menschen um die Kinder herum, die wir nicht die Kraft, den Mut oder sonstwas haben, um das System zu ändern, dass uns und unsere Kinder jetzt in diese Situation gebracht hat.

Nach der dieser Tage eintrudelnden schriftlichen Bescheinung der Lernlücken habe ich dem Lehrer meiner Kinder eben diesen Text hier geschrieben:

… Sie haben mit dem Festhalten an einem Bewertungssystem, das keine Rücksicht auf das Leben nimmt, meine Kinder verletzt. Sie haben ihr Möglichstes getan. Und ein schriftlich bescheinigtes „Versagen“ ist unser aller Versagen. Es ist das Ihre genau wie meines und das unserer Gesellschaft. Es ist nicht das Versagen unserer Kinder.

Es schmerzt mich als Mutter zutiefst, unsere Kinder vor solchen entwertenden Bewertungen und damit Verletzungen, nicht bewahren zu können. Wie soll ich mein Kind jetzt noch trösten und motivieren, weiter zu lernen?

Doch ich ändere das.

Den folgenden Brief richte ich an Sie, an alle LehrerInnen meiner Kinder, an die Schulpolitiker, an alle Eltern. Dann folgte das, was oben steht.
Zeichnung: Doreen Brumme #motherof4imAufstand

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