Ökotest deckt auf

Schmutziges Gold, das zu Weihnachten glänzt?

Gold ist ein klassisches Weihnachtsgeschenk. Doch Gold hat oft sowohl eine schlechte Ökobilanz als auch eine schlechte soziale Bilanz. Drum prüfe, wer Gold kaufen und verschenken will beziehungsweise, wer sich Gold schenken lassen will, woher die schönen Schmuckstücke stammen. „Ökotest“ schreibt in seiner neusten Magazinausgabe: „Für unseren Goldschmuck müssen schon sechsjährige Kinder schuften. Beim Abbau des Edelmetalls in den Goldminen wird die Umwelt durch hochgiftige Stoffe wie Quecksilber oder Zyanid zerstört und der Regenwald verwüstet. Für das Gold, das bei uns glänzt, werden Kriege geführt und Menschen ermordet.“

Gold ist nach wie vor ein Klassiker unter den Geschenken – ob nun zum bevorstehenden Weihnachtsfest oder zu irgendeinem anderen Anlass. Dass Goldschmuck hierzulande eine Bedeutung hat, belegen die folgenden Zahlen. Im Schnitt besaß jeder Deutsche im Jahr 2012 Gold im Wert von:

  • 2.684  Euro in Form von Münzen, Barren (also sogenannte „physische Goldanlagen“)
  • 2.381 Euro Schmuck
  • 685 Goldanlagen in Form von Wertpapieren, zum Beispiel Zertifikate, Aktien

(Quelle: Statista, Steinbeis Research Center for Financial Services).

Goldschmuck gilt als sicherer Tipp für alle, die nach einem perfekten Geschenk suchen. Insbesondere Männern wird dieser Tipp zu Weihnachten immer wieder wärmstens ans Herz gelegt. Die Werbung ist zu dieser Zeit besonders schmucklastig, Mann kann schauen, wohin er will – er wird fündig. Und das in nahezu jeder Budgethöhe. Und so sieht wird man dann auch 2013 wohl wieder viel Gold sehen, das unter dem Weihnachtsbaum glänzt. Dagegen ist grundsätzlich ja auch nichts einzuwenden, wäre da nicht die Tatsache, dass viele der schönen Goldschmuckstücke, die es hierzulande zu kaufen gibt, alles andere als eine glanzvolle Herkunft haben. Im Gegenteil, Gold hat eine schmutzige ökolgische und soziale Bilanz – das zeigt auch der neue Test, den das Verbrauchermagazin „Ökotest“ gerade veröffentlicht hat.

Ist das Gold schmutzig? – Ökotest meint: „Großteils: Ja!“

Zwar enthielten lautder Pressemitteilung von „Ökotest“ alle untersuchten Schmuckstücke so viel Gold wie angegeben, meist sogar etwas mehr. Aber woher es stammt, hätten 11 der insgesamt 15 befragten Anbieter für ihre Produkte nicht sagen können. Für die Verbaucherschützer sei dies ein „echtes Armutszeugnis, denn dass in den Goldminen zum Teil schon Sechsjährige unter unmenschlichen Bedingungen schuften müssen, ist bereits seit vielen Jahren bekannt. Die Kinder, etwa im Kongo oder in Peru – wo noch heute allein 50.000 Kinder in Goldminen arbeiten – mischen zum Beispiel hochgiftiges Quecksilber mit Golderz.“

Das ist nötig, weil das den Menschen seit jeher faszinierende Gold meist als kleine, feine Partikel verteilt im Gestein liegt. Es muss an die Erdoberfläche gebracht und dort ausgelöst werden. Dazu trägt man die Erdschichten großflächig ab – oft ohne Rücksicht auf dei natürlich gewachsene Lamdschaft. Zurück bleiben Gesteinsschluchten und Gruben, die sich häufig mit Grundwasser füllen und geleert werden müssen. Darunter leidet oft der Grundwasserspiegel und in der Folge ist die Versorgung mit Trinkwasser gefährdet.

Zum Ausösen der Goldpartikel aud der Erde kommen giftige Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid (Blausäure) zum Einsatz.

Schöne und öko-korrekte Alternative: Faires Gold

Wie für vieles gibt es auch zu dem im eben beschriebenen Sinne schmutzige Gold eine öko-korrekte Alternative: Über das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) konnte man dieser Tage lesen, dass es „nach eigenen Aussagen den Abbau und Handel von Gold sowohl sozial als auch nachhaltiger gestalten“ wolle.

Die zu diesem Zweck gegründete Swiss Better Gold Initiative (SBGI) bestehe laut einer Meldung in der Online-Ausgabe der Deutschen Mittelstands-Nachrichten „momentan allerdings aus nur einem Projekt in Peru.“ Demnach wurde jetzt „das erste Mal seit Start der SBGI Gold in die Schweiz geliefert, ganze 25 Kilogramm. Im Vergleich: Im ersten Halbjahr wurden 1.600 Tonnen, also 1,6 Millionen Kilogramm, Gold in die Schweiz importiert.“

„Im Fokus stünde“, so schreiben die Kollegen des Online-Nachrichtenmagazins weiter, „der Goldkleinbergbau, so die Sprecher der Initiative. Dieser fördere jährlich rund 20 Prozent des weltweiten Goldes. Gleichzeit arbeiten aber im Kleinbergbau 90 Prozent aller im Goldabbau beschäftigten Menschen. In Zahlen sind das 10 bis 15 Millionen Menschen, davon 3 Millionen Frauen und Kinder, berichtet der Tagesanzeiger.“

Und sie belegen die oben genannten Tatsachen mit Zahlen: „Die Ökobilanz der Goldgewinnung ist katastrophal. Auf jedes geförderte Kilogramm Gold kommen 400 Kilogramm CO2. Für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) wird im Schnitt über eine Tonne Erdreich abgebaut.“

Weltweit wurden im ersten Halbjahr 2013 demanch „1.400 Tonnen Gold abgebaut, 25 Kilogramm davon fair. Die Arbeiter, die die fehlenden 1.399.975 Kilogramm fördern mussten, könnten davon nur träumen“, schreiben die Deutschen Mittelstands-Nachrichten.

Titelbild: Cover Ökotest 12/2013

x geteilt

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.