Obst und Gemüse vom Stadtbalkon

Doreens Bestenliste: 10 effektive Bewässerungsmethoden bei Balkonpflanzen

Ihr habt Eure Pflanzen liebevoll ausgesucht, gehegt und gepflegt – könnt sie aber für einige Tage nicht gießen. Euer Grünzeug muss deswegen nicht verdorren! Ich verrate die besten von mir erprobten Tricks.

Der bevorstehende Urlaub bringt leider nicht nur die Vorfreude mit sich, sondern auch die Frage, wer sich denn in Eurer Abwesenheit um die geliebten Pflanzen kümmert. Im Vorteil ist hier natürlich ganz klar, wer einen Menschen zur Hand hat, der sich auch nicht scheut, literweise Wasser zu schleppen und auch links und rechts mal ein Auge über den Blumentopfrand hinaus zu werfen und für das Wohlbefinden Eures Grünzeugs zu sorgen.

Wer solchen guten Menschen aber nicht hat, muss weder auf seinen Urlaub verzichten noch seine Pflanzen einem unbekannten Schicksal überlassen. Nein, ich habe Euch hier ausgeklügelte – nicht Strom fressende! – Möglichkeiten, Eure Pflanzen zu bewässern, zusammengestellt. Testet die eine oder andere und findet diejenige, die zu Euch passt. Gutes Gelingen und einen schönen Urlaub!

Die 10 effektivsten Bewässerungsmethoden bei Balkonpflanzen im Überblick

  1. Auf Tauchstation
  2. Wasserflasche
  3. Unglasiertes Tongefäß
  4. Tongefäß mit Schlauch
  5. Balkonkasten mit Wasserreservoir
  6. Bewässerungswanne
  7. Wasserspeichernde Fußmatten
  8. Baumwolldocht
  9. Größerer Topf
  10. Guter Mensch von nebenan

Lasst die Pflanzen abtauchen!

Wer sich nur für wenige Tage auf Reisen begibt, kann seine Pflanzen samt Topf vor der Abreise ausgiebig in Wasser tauchen, sodass sich die Erde oder auch das Substrat richtig voll Wasser saugt und die Pflanze lange feucht hält. Diese Maßnahme ist aber nicht nur für Kurzreisende, sondern durchaus auch für Langzeiturlauber empfehlenswert, wenn sie denn mit anderen Bewässerungsmethoden kombiniert wird.

Das „Fläschchen“ für Pflanzen

Die Wasserflaschen-Methode zählt zu den am weitesten verbreiteten Bewässerungssystemen für Balkonpflanzen, die man wegen Abwesenheit nicht regelmäßig gießen kann. Während die einen eher die Plastikflaschen mit recht großen Öffnungen bevorzugen, verwenden die anderen Glasflaschen, um ihre Pflanzen feucht zu halten. Egal, zu welcher Flasche Ihr greift, füllt sie und steckt sie kopfüber und selbstverständlich unverschlossen – also ohne den Deckel – in die Erde. Manche löchern auch einfach den Deckel, zum Beispiel mit einer heißen Stricknadel. Das Wasser aber kann nur aus der Flasche laufen, wenn auch gleichzeitig Luft in der Flasche aufsteigen kann. Und es gilt: Je feuchter die Erde ist, desto weniger Wasser läuft dabei aus der Flasche – die nachlaufende Dosis ergibt sich also aus dem Verbrauch der Pflanze und der Feuchtigkeit der Erde. Aber mitunter verstopft der Flaschenhals – deshalb liest man hier und da den Tipp, kleine Steinchen in die Flasche zu stopfen, die sowohl das Wasser als auch die Luft durchlassen.

Tönerner Wasserkanister

Gebrannter und ansonsten unglasierter naturbelassener Ton ist zu einem gewissen Grad porös und damit wasserdurchlässig. Kapillarwirkung und Absorptionsvermögen sind die entsprechenden Fachbegriffe für diesen Effekt. Gefäße aus unbehandeltem Ton dienen deshalb als praktische Bewässerungshelfer für Topf- und Kübelpflanzen. Im Handel gibt es unterschiedliche Tongefäße, die man über eine Öffnung mit Wasser befüllen und in die Pflanzentöpfe setzen kann. Die meisten sind verhältnismäßig klein – deshalb kann man mit ihnen meist nur eine recht kurze Abwesenheit überbrücken. Diese lässt sich aber ausweiten, wenn man mehrere solcher Gefäße pro Pflanze benutzt. Aber: Auch über die Öffnung, die zum Befüllen dient, verdunstet Wasser, wenn sie nicht mit einem Verschluss versehen sind. Zum Problem kann allerdings besonders kalkhaltiges Wasser werden, denn der Kalk setzt sich in den Tonporen fest, sodass sie verstopfen und kein Wasser mehr durchlassen.

Passgenau zuschneidbares Schlauchsystem

Zu den recht preiswerten Bewässerungssystemen für Zuhause gehören Tongefäße, die mit einem Schlauchsystem ausgerüstet sind. Die Schläuche werden mit einem „Wasserspender“ verbunden, wodurch die Pflanzen sich nach Bedarf bedienen können. Solche Wasserbehälter können Eimer, Schalen, Schüsseln oder große Gläser sein. Die mitgelieferten Schläuche kann man sich entsprechend der Standorte der Pflanzen zuschneiden – ein großer Vorteil, denn so müssen die Pflanzen nicht von ihrem gewohnten Standort verrückt werden. Manche mögen das ja nicht sonderlich und reagieren auf veränderte Luft und Sonne empfindlich. Aber die Voraussetzung dafür, dass das Bewässerungssystem tatsächlich auch funktioniert, ist ein niedrigerer oder gleich hoher Wasserspiegel im Wasserspender.

Der „Wasserkasten“ für Pflanzen

Der Fachhandel bietet seit längerer Zeit spezielle Blumenkästen an, die mit einer Vorrichtung ausgestattet sind, um unter der Bepflanzung eine Art Wasservorrat zu halten. Das Prinzip der Vorratshaltung und Bewässerung ist je nach Modell des Wasserkastens unterschiedlich. Manche Blumenkästen haben unten eine Wasserkammer, die mit einer Art Einsatz  einer Kunststoffplatte oder Folie – bedeckt ist. Auf diesen kommen dann die Erde und Pflanzen. Über Steigrohre, aus wasserdurchlässigem Ton beispielsweise, saugen Erde und Pflanzen das vorrätig gehaltene Wasser. Aber in einschlägigen Foren sind solche „Wasserkästen“ nicht unumstritten. Während die einen ganz gute Erfahrungen damit machen, sind anderen die Blumen entweder vertrocknet oder gar verfault, weil „abgesoffen“.

Nasse Füße – dank Fußbad

Eine spezielle Bewässerungswanne ist eine Art Tablett mit kleinen Wasserkanälen, die das Wasser gleichmäßig über die gesamte Fläche der Wanne leiten. Darauf liegt eine sogenannte Bewässerungsmattedie sich mit dem Wasser vollsaugt und es an die darauf stehenden Pflanzen abgibt. Solche Bewässerungswannen inklusive Bewässerungsmatte werden oft von Gärtnern benutzt, um ganze Pflanzenbestände gleichmäßig und bequem feucht zu halten. Auf dem Balkon soll sie den Pflanzen helfen, eine urlaubsbedingte Durststrecke zu überstehen. Wer die Extra-Investition scheut, kann auch das klassische Fußbad herrichten, um seine Pflanzen bei Wasser zu halten. Dazu stellt man sie in Eimer und Wannen – die man entsprechend mit Wasser befüllt. Aber: Nicht alle Pflanzen mögen nasse Füße!

Einlage für Blumenkästen

Herkömmliche Blumenkästen und andere Behälter lassen sich auch im Nachhinein aufrüsten, damit sie Wasser speichern und somit länger Feuchtigkeit an die Pflanzen abgeben können. Entsprechende Matten gibt es im Fachhandel. Sie sind meist mehrere Zentimeter dick, lassen sich ganz gut zuschneiden und haben eine glatte Oberfläche und eine „gezackte“ Unterseite. Sie werden ganz unten auf den Boden der Pflanzgefäße gelegt und mit Erde oder auch Substrat bedeckt. Sie bestehen aus einem saugfähigen Material, das das Gießwasser speichert.

Baumwolldocht – aber kein Wollfaden

Der Klassiker unter den Tipps zur Bewässerung von Pflanzen ist der „Wollfaden-Tipp“. Über 900.000 Treffer liefern Suchmaschinen, wenn man die beiden Suchbegriffe „Pflanzen“ und „Wollfaden“ eingibt. Dabei wissen die Wenigsten, dass ein dünner Faden aus Schafwolle nicht das halten kann, was der von Generation zu Generation weitergereichte Tipp verspricht: Nämlich Feuchtigkeit aus einem separaten Behälter in die Pflanzentöpfe und -kübel befördern. Denn Wolle hat nicht annähernd so viel Kapillarwirkung wie beispielsweise Baumwolle. Aus diesem Grund raten Experten dazu extra dicke Baumwolldochte statt dünner Schafswollfäden aus Omas Nähkästchen zu benutzen, denn die saugen das Wasser besser an. Solche Dochte gibt es auch im Handel.

Pflanzliche Mathematik

Für manche Pflanze lohnt es sich, sie in ein größeres Gefäß zu pflanzen und damit für mehr Erde zu sorgen, die wiederum mehr Wasser aufnehmen kann. Mehr Wasser, sprich: feuchte Erde, bedeutet hier entsprechend mehr Zeit, die die Pflanze aushält, ohne erneut gegossen werden zu müssen. Auch die Wahl eines gegebenenfalls schattigeren und damit auch kühleren Standortes verlängert die zu überbrückende Zeit um einiges. Zudem raten Experten, tönerne Pflanzentöpfe in eine Wasser spendende Umgebung zu stellen, sodass das Wasser von der Umgebung in den Topf gesaugt werden kann. Dazu füllt man beispielsweise einen Eimer mit ganz besonders wasserspeicherndem Pflanzgranulat, lässt es so viel Wasser wie möglich aufsaugen, stellt dann die gut gewässerte Pflanze samt Tontopf hinein und füllt den Außenbehälter mit Wasser auf.

Die beste Hilfe – der liebe Nachbar

Nichts gegen ausgeklügelte Bewässerungssysteme. Aber einfach nichts geht über einen Nachbarn, der während Eurer Abwesenheit für Eure Pflanzen sorgt. Man kann ja seine Dienste gerne mit einer Bewässerungsanlage kombinieren, keine Frage! Das aufmerksame Auge eines fürs geliebte Grünzeug in die Verantwortung gezogenen guten Menschen achtet aber eben nicht nur auf den Wasserstand, sondern auch auf andere Drums und Drans, die das Wohlbefinden der Pflanzen beeinflussen. Vertraut Eurem Instinkt und wählt den Bewässerungshelfer mit Bedacht. Und ganz wichtig: Weist ihn gründlich in die Aufgabe ein! Und zwar bevor Ihr Euch aus dem Staub macht. Der Vorteil eines solchen Menschen ist nämlich, dass er individuelle Bedürfnisse einzelner Pflanzen berücksichtigen kann – etwas, was die bisher beschriebenen Systeme nicht schaffen.

Ich wünsche Euch gute Urlaubstage und eine Rückkehr zu wohllebendem Grünzeug!

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