Warum scharfes Essen uns so richtig einheizt

Doreen Brumme. So manches Essen bringt uns gehörig ins Schwitzen. Warum das so ist und ob scharfe Speisen gesund sind, das sind Fragen, die ich in diesem Artikel zu beantworten versuche. Die Schärfe eines Nahrungsmittels ist eigentlich ein natürlicher Schutz derselben gegen Fraßfeinde. Beim Verzehr wirken die „Scharfmacher“ jedoch als Geschmacksverstärker.

Es gibt verschiedene Gründe, warum so mancher von uns zu schwitzen anfängt, wenn er Scharfes isst. So bewirkt Meerrettich beispielsweise, dass der Blutkreislauf angeregt wird, weil der Körper bestrebt ist, die scheinbare Hitze schneller abzuführen. Chili hingegen bewirkt dank des darin enthaltenen Stoffes Capsaicin, dass der Stoffwechsel in Schwung kommt und damit der gesamte Kreislauf. Das Piperin in Pfeffer soll Glücksgefühle hervorrufen, Wohlgefühle also, die sich auch mit körperlicher Wärme in Verbindung bringen lassen.

Schärfe & Gesundheit

Grundsätzlich regen scharfe Gewürze und Speisen empfindliche Wärmerezeptoren im Körper an, ganz genau gesagt: die Nervenenden bestimmter Nozizeptoren. Einen solchen Reiz registriert man chemisch als Hitze oder Schmerz. Verantwortlich dafür soll wiederum das an sich farb- und geschmacklose Capsaicin sein, ein sogenanntes Alkaloid, das übrigens nur bei Säugetieren einen solchen Hitze- oder Schärfereiz auslöst. Und das unabhängig davon, ob die scharfe Speise kalt oder heiß genossen wird. Gut zu wissen: Capsaicin wird weder beim Kochen noch beim Einfrieren zerstört.

Das Tolle an Capsainoiden, zu denen auch Capsaicin zählt, ist, dass sie gegen Bakterien (antibakteriell) und gegen Pilze (fungizid) wirken, also auch eine konservierende Funktionhaben. Laut einer Studie chinesischer Forscher senkt Capsaicin zudem den Blutdruck, weil es die Blutgefäße entspannt.

Scharfes & Abnehmen

Laut einer Studie der Deakin University in Victoria, Australien, befreit Capsaicin die Blutgefäße von Insulin. Nach dem Verzehr einer scharfen Speise sei der Insulinspiegel demnach um bis zu 32 Prozent niedriger als sonst. Da Insulin wesentlich an der Verstoffwechselung unserer Nahrung beteiligt ist, kann man sich diese Erkenntnis zunutze machen, wenn man abnehmen möchte: Denn ein starker Anstieg des Insulinspiegels zählt als Risikofaktor für eine Gewichtszunahme.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt der Schärfe: Wer sie nicht gewohnt ist, der isst nicht nur meist weniger an scharfen Speisen, sondern lässt sich dabei auch etwas mehr Zeit. DasSättigungsgefühl setzt dann schon bei einer geringeren Menge ein und man isst insgesamt weniger.

Scharfes & Liebeslust

Dass Schärfe in uns Schmerz auslöst und der Körper daraufhin mit der Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen), quasi hauseigene Opiate, reagiert, ist ein Grund, warum man scharfen Essen auch eine luststeigernde, also aphrodisierende Wirkung nachsagt. Scharfes Essen macht demzufolge scharf, beispielsweise Pfeffer, Chili oder auch Ingwer.

Foto: Doreen Brumme

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