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Vegan leben: Für und Wider den Verzicht auf tierische Produkte

Immer häufiger höre ich von Freunden, Bekannten oder mir wildfremden Menschen, dass sie vegan leben. Habe ich die Gelegenheit, nutze ich sie, um zu fragen: Warum? Es kommen viele Antworten – Gründe, die für die jungen Veganer sprechen. Es gibt selbstverständlich auch Gegenargumente. Wichtige Für und Wider den Verzicht auf tierische Lebensmittel will ich hier kurz vorstellen.

Eins vorweg: Ich habe schon mehrere Jahre fleischlos gelebt. Und war damit sehr zufrieden. In der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind allerdings überkam mich ein großer Appetit auf gebratenes Fleisch, dem ich schließlich nachgab. Seitdem esse ich wieder Fleisch – mit Genuss und einem ziemlich schlechten Öko-Gewissen. Ich esse ein, zwei Mal eine handliche Portion Fleisch in der Woche. Keine Wurst. Nur frisches Fleisch. Vom Schaf, vom Rind oder vom Huhn. Mein Grund, damals auf Fleisch zu verzichten, war die BSE-Krise. Heute bin ich drauf und dran, wieder auf Fleisch zu verzichten.

Auf Fisch kann ich nicht verzichten. Ich liebe Fisch und esse mindestens zwei, drei Mal die Woche welchen. Und auch Eier und Honig stehen auf meinem Speiseplan. Selbstverständlich in Bio-Qualität.

Was bedeutet vegan?

Den Begriff „vegan“ erfand der Brite Donald Watson (1910 bis 2005). Er gründete 1944 die „Vegan Society“, die sich von der „Vegetarian Society“ abspaltete. Während die Vegetarier laut Wikipedia sich nach dem lateinischen „vegetable“, das für „lebendig, frisch und kraftvoll“ steht, benannten, legte Watson den englischen Ausdruck „vegetable“ (auf Deutsch:„Gemüse“, „pflanzlich“) zugrunde.

Menschen, die als Vegetarier bei ihrer Ernährung auch auf Milchprodukte verzichteten, nannte Watson „total vegetarian“. Davon leitete er die später die Abkürzung vegan ab.

Heute beschreibt vegan eine Ernährungsweise, die konsequent auf tierische Produkte verzichtet:

  • kein Fleisch,
  • kein Fisch,
  • keine Eier,
  • keine Milch- und Milchprodukte
  • kein Honig

Veganer Lifestyle – Verzicht auf tierische Produkte in allen Lebenslagen

Vegan ist inzwischen aber längst nicht mehr nur Ernährungsweise. Vegan ist heute auch Lifestyle. Vegane Lebensweise bedeutet demnach den Verzicht auf tierische Produkte in allen Bereichen des Lebens. Weder Produkte aus Leder (Schuhe, Jacken, Hosen, Handschuhe, Gürtel, Taschen oder Möbelbezüge), noch aus Wolle oder anderen von Tieren stammenden Materialien (Seide) haben Platz im Leben eines Veganers. Auch Kosmetika und Arzneimittel tierischen beziehungsweise teilweise tierischen Ursprungs sind nicht erwünscht. Selbstverständlich werden Kosmetika gemieden, für deren EntwicklungTierversuche durchgeführt wurden.

Gute Gründe für eine vegane Lebensweise

Es gibt viele verschiedene Gründe dafür, vegan zu leben. Die meisten der Veganer, in Deutschland sollen es laut der „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ inzwischen600.000 Menschen sein, haben moralische Gründe:

  • Veganer sehen in ihrer veganen Lebensweise einen ethischen Beitrag, der Tiere als dem Menschen ebenbürtige Lebewesen und Träger von Recht und Würde versteht. Veganer schützen mit ihrem Verzicht auf tierische Produkte Tiere. Sie machen sich somit nicht schuldig am Tod durch Schlachten und/oder am Leid durch unethische Haltung und Transport.
  • Veganer schützen damit die Umwelt.
  • Auch gesundheitliche Aspekte werden als ein Für aufgeführt: Der in der Gesellschaft übliche, hohe Verzehr tierischer Produkte (Wurst, Fleisch) ist nachweislich Ursache vieler ernährungsbedingter Volksleiden.
  • Auch eine gerechtere Verteilung der Ressourcen als Mittel zur Lösung der Probleme, die die Ernährung der Welt bereitet, sind Motive für Menschen, vegan zu essen und zu leben. Zum Beispiel wird argumentiert, dass für die Haltung von (ich mag den Begriff nicht!) Nutztieren Ressourcen „verschwendet“ würden, die Menschen sättigen könnten. Und das Futter, so das Argument weiter, würde von den nichtwertgeschätzten Tieren nicht in unmittelbaren Nutzen (Fleisch) umgewandelt, sondern verbraucht, um das eigene Skelett aufzubauen, den Körper funktionieren zu lassen und sich zu bewegen.

Was spricht gegen eine vegane Lebensweise?

Wer ethisch begründet, warum Veganismus sinnvoll ist, muss sich die Frage stellen lassen, wie es denn um Recht und Würde von Pflanzen steht. Auch sie sind Lebewesen. Sie empfinden laut Wissenschaftlern beispielsweise auch Stress. Sie leiden darunter. Doch leiden sie in dem Maß, wie Tier und Mensch? Die Frage ist umstritten, die Antwort auch. Die einen nehmen die Leidensfähigkeit von Pflanzen als Argument gegen Veganismus. Die anderen befürworten Veganismus, indem sie sagen, dass Tiere ja Unmengen an Pflanzen fressen würden, bevor wir sie als Steak oder Wurst verzehren.

Interessant auch das Gegenargument „Veganismus sei eine ungesunde Ernährung“, da gesunde Ernährung auf einem bunten Mix an tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln basiere. Es gibt viele Studien, die belegen, dass eine vegane Ernährung gesund sei. Und sicher genauso viele Studien, die das Gegenteil beweisen wollen. Ich halte mich da lieber an meinen gesunden Menschenverstand. Und damit sehe ich eine ganze Reihe gesunder Beispiele. Nachhaltig gesunde Mitmenschen, die seit Jahren vegan leben.

Gehört Ihr auch dazu oder nicht? Dann nennt mir Eure Gründe für oder wider veganen Lifestyle!

Foto: Doreen Brumme

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